EU macht Großbritannien Angebot für zukünftiges Freihandelsabkommen

07.02.2020

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Deutschlands Industrie verbucht weniger neue Aufträge im Dezember

Die deutschen Industriebetriebe haben zum Jahresende 2019 deutlich weniger neue Aufträge an Land gezogen als im Vormonat. Wie aus den Zahlen des Bundeswirtschaftsministeriums vom Donnerstag hervorgeht, sammelten die Betriebe um 2,1% weniger neue Bestellungen ein als im Vormonat. Besonders die Nachfrage aus den Euro-Ländern hat um fast 14% nachgelassen. Im Gegenzug stiegen allerdings die Bestellungen aus dem Inland um 1,4%. Die Neuaufträge aus dem Rest der Welt stiegen ebenso um 2,1%. Insgesamt bleibt der Ausblick für die Konjunktur der deutschen Industrie etwas verhalten. Zuletzt hat aber die Ifo-Umfrage gezeigt, dass sich das Geschäftsklima zu Jahresbeginn wieder deutlich verbessert hat.

AMERIKA

Deutlicher Rückgang der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung in den USA

Die Zahl der Erstanträge auf eine Unterstützung aus der US-Arbeitslosenversicherung sind in der letzten Woche merklich zurückgegangen. Wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington bekannt gab, fiel die Anzahl der Neuanträge in der Woche zum 1. Februar um 15.000 auf 202.000. Der etwas aussagekräftigere Vierwochendurchschnitt verringerte sich ebenfalls, er fiel um 3.000 auf 211.750 Anträge. Insgesamt erhielten in der Woche zum 25. Jänner 1.751 Millionen Menschen eine Arbeitslosenunterstützung in den USA, das waren um 48.000 mehr als in der Vorwoche.

ASIEN

Coronavirus könnte Containerschifffahrt auf Monate belasten

Der Ausbruch des Coronavirus könnte sich in den nächsten Monaten auf die Containerschifffahrt negativ auswirken. Obwohl China seine Häfen nicht geschlossen hat, werden sie von den Reedereien derzeit weniger angefahren. Zahlreiche Schiffsrouten müssten derzeit verlegt werden, um Städte und Fabriken abzuschirmen und die Verbreitung des Virus einzudämmen. Chinas Häfen sind jedoch von zentraler Bedeutung für den internationalen Frachtverkehr auf dem Meer. Fast alle Sorten von Gütern, wie Lebensmittel, Bekleidung und Industrieteile werden von dort verschifft. Die größten Reedereien haben ihre Fahrten nach China reduziert. Das führt zu einem Rückstau im internationalen Warenverkehr, der die Branche noch länger belasten könnte.

UNTERNEHMENS-NEWS

APPLE GEWINNT SMARTWATCH-KRIEG GEGEN DIE SCHWEIZ

Einem neuen Report der britischen Beratungsfirma “Strategy Analytics“ nach, macht die Apple Watch der Uhrenindustrie in der Schweiz immer mehr zu schaffen. Laut dem Report verkaufte die gesamte Schweizer Uhrenbranche 2019 nur noch 21,1 Millionen Armbanduhren, um 13% weniger als noch im Vorjahr. Der Absatz der Apple Watch ist im abgelaufenen Jahr hingegen um ca. 36% auf 30,7 Millionen Stück gewachsen. Dem Report nach spricht Apple mit seiner Smartwatch zunehmend jüngere Verbraucher an, die eine digitale Armbanduhr wünschen.

Bei den Umsätzen haben die Schweiz gegenüber Apple jedoch weiterhin die Nase deutlich vorne, weil hochpreisige Luxusuhren sich derzeit weltweit gut verkaufen. 2018 exportierten die Schweizer Uhren im Wert von umgerechnet 19,8 Milliarden Euro. Der offizielle Wert für 2019 liegt noch nicht vor, dürfte aber nach Schätzungen die 20-Milliarden-Euro-Schwelle überschreiten.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

EU MACHT GROSSBRITANNIEN ANGEBOT FÜR ZUKÜNFTIGES FREIHANDELSABKOMMEN

Während sich der britische Außenminister Dominic Rab bei seinem Besuch in der australischen Hauptstadt Canberra um einen neuen Handelsvertrag mit Australien bemüht, hat der EU-Chefunterhändler Michel Barnier ein mögliches neues Freihandelsabkommen mit London skizziert.

Der französische Politiker möchte Großbritannien ein „äußerst ehrgeiziges Handelsabkommen“ anbieten. Beim gesamten Warenverkehr zwischen den beiden Wirtschaftsblöcken sollen auch zukünftig keine Zölle bzw. Abgaben anfallen, aber nur unter der Bedingung, dass ein offener und fairer Wettbewerb mit der Europäischen Union möglich sei. Das neue Abkommen soll auch Dienstleistungen und den digitalen Handel beinhalten. Einzig bei der Fischerei besteht Barnier auf gegenseitigen Gewässerzugang und stabilen Fangquoten.

Premierminister Boris Johnson möchte sich jedoch bei den Ende Februar beginnenden Verhandlungen nicht auf die Einhaltung von EU-Standards bei Umweltschutz, Arbeitnehmerrechten und Wirtschaftshilfen festlegen. Sollte ein Handelsabkommen nach dem Vorbild Kanadas mit der EU nicht möglich sein, könnte sich Großbritannien auch eine losere Beziehung vorstellen.

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