Deutschland möchte Handel mit Südafrika und Angola verstärken

11.02.2020

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Investorenstimmung in Deutschland und dem Euroraum geht leicht zurück

Die Stimmung der Investoren für die Entwicklung der Konjunktur hat sich im Februar leicht eingetrübt, wie das Beratungsunternehmen Sentix am Montag bekannt gab. Der entsprechende Index für Deutschland sank auf plus 4,5 (Jänner plus 6,9), der Konjunkturindex für die Eurozone ging auf plus 5,2 zurück (Jänner plus 7,6). Der Ausbruch des Coronavirus hat die Anleger zwar etwas verunsichert, die Auswirkungen auf die Konjunktur werden aber noch als begrenzt eingeschätzt, meinte dazu Sentix-Geschäftsführer Manfred Hübner. Auf globale Sicht werden die Konjunkturaussichten, vor allem wegen der Stärke der US-Wirtschaft, weiter als positiv angesehen.

AMERIKA

OECD-Frühindikatoren deuten moderates Wachstum an

Der Frühindikator der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) deutet auf ein moderates Wachstum in den meisten großen Mitgliedsstaaten hin. Die aktuellen Daten sind allerdings bereits vor dem Ausbruch des Coronavirus erhoben worden. Unter diesem Vorbehalt zeigt sich eine stabile Wachstumsdynamik für Japan, Kanada und die gesamte Eurozone. Für die USA und Großbritannien weisen die Indikatoren auf einen leichten Anstieg der Wachstumsdynamik hin, allerdings von einem unterdurchschnittlichen Niveau. Für China besteht derzeit ein hohes Maß an Unsicherheit, vor Ausbruch des Coronavirus habe es aber zaghafte Anzeichen für eine Zunahme der Wachstumsdynamik gegeben.

ASIEN

Autoproduktion in China wird teilweise wieder hochgefahren

Nach dem Ausbruch des Coronavirus wird diese Woche die Autoproduktion in China wieder aufgenommen. General Motors (GM) will die mit ihren chinesischen Partnern betriebenen Fabriken ab Samstag wieder hochfahren. Hyundai Motor und seine Schwestermarke Kia wollen bereits am Dienstag wieder zu produzieren beginnen. Der koreanische Hersteller hatte als erster ausländischer Fahrzeughersteller vergangene Woche die Produktion außerhalb Chinas gestoppt, weil die Lieferkette durch den Virusausbruch unterbrochen war. Volkwagen hat den Produktionsbeginn um eine Woche verschoben, Toyota will seine Werksferien an den chinesischen Standorten bis Sonntag verlängern und dann die Produktion wieder aufnehmen.

UNTERNEHMENS-NEWS

AUCH AMAZON BLEIBT MWC FERN

In zwei Woche findet die weltgrößte Mobilfunkmesse, der Mobile World Congress, statt. Aufgrund der Gefahren durch das Coronavirus hat nun auch der Online- und Techriese seine Teilnahme abgesagt. Ursprünglich war ein Auftritt zum Cloud-Dienst AWS geplant. Zuvor haben bereits LG Electronics, Ericsson und Nvidia entschieden, der Veranstaltung fern zu bleiben. Der chinesische Technologiekonzern ZTE sowie der weltgrößte Smartphone-Hersteller Samsung wollen zwar teilnehmen, den Messeauftritt aber stark reduzieren.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

DEUTSCHLAND MÖCHTE HANDEL MIT SÜDAFRIKA UND ANGOLA VERSTÄRKEN

Die Afrikareise von Bundeskanzlerin Angela Merkel soll als Neubeginn der Zusammenarbeit mit Südafrika und Angola gesehen werden.

Während sich die Verwaltung unter dem früheren südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma verschlechterte und das Investitionsschutzabkommen aufgekündigt wurde, soll der neue Präsident Cyril Ramaphosa die Rahmenbedingungen wieder verbessern. Dies ist auch umso wichtiger, da Südafrika noch immer ein jährliches Handelsvolumen von 17 Milliarden Euro mit Deutschland aufweist und somit der wichtigste Handelspartner des Kontinents ist. Rund 600 deutsche Firmen sind im Land tätig. Im Gegensatz zu den anderen afrikanischen Ländern, hat Südafrika im Bildungssektor und der Technologie europäische Standards. Der Vorsitzende des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft, Stefan Liebing sieht dies auch als Hauptgrund für Investitionen deutscher Firmen. Vor allem Siemens überlegt, ob ein südafrikanischer Standort als Industrie-4.0-Projekt im Automobilsektor Sinn mache.

Im Gegensatz dazu ist Angola mit rund 180 Millionen Handelsvolumen ein relativ kleiner Partner, doch dies könnte sich in den nächsten Jahren durchaus ändern. Das Land gehört zu den größten Ölproduzenten und verstärkte in den letzten Jahren den Reformwillen. Aufgrund des Merkel-Besuchs wurden bereits Verträge im Wert von rund 900 Millionen Euro zwischen beiden Ländern unterzeichnet.

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