Neues EZB Inflationsziel schon ab Juli möglich

12.02.2020

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Wirtschaft in Großbritannien stagniert zum Jahresende

Die Unsicherheit über den Brexit hat sich dämpfend auf die britische Wirtschaft ausgewirkt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stagnierte zwischen Oktober und Dezember auf dem Wert des Vorquartals, wie aus den Zahlen des nationalen Statistikamtes ONS hervorgeht. Zum Vorjahresquartal konnte ein Plus von 1,1% erwirtschaftet werden. Der private Konsum, der die britische Wirtschaft zuletzt befeuert hatte, blieb im letzten Quartal unter den Erwartungen. Nachdem Großbritannien Ende Jänner die EU verlassen hat, gilt es nun die zukünftigen Beziehungen zu klären, wie etwa den Handel. Die monatelangen Verhandlungen um den Brexit hatten zuletzt für Verunsicherung bei britischen Unternehmen und den Verbrauchern gesorgt.

AMERIKA

US-Notenbank behält Coronavirus als Risikofaktor für Konjunktur im Blick

US-Notenbankpräsident Jerome Powell hat in seiner Rede vor dem Kongress vor wirtschaftlichen Risiken durch den Ausbruch des Coronavirus in China gewarnt. Das Virus könnte in China zu einer starken Belastung für die Wirtschaft führen und in weiterer Folge auch auf die Weltwirtschaft übergreifen. Trotzdem will die Notenbank an ihrem derzeitigen geldpolitischen Kurs festhalten, solange die Auswirkungen des Coronavirus auf die Weltwirtschaft keine grundlegende Neubewertung des Konjunkturausblickes notwendig machen, betonte Powell. Die Risiken aufgrund des Zollkonflikts mit China seien zurückgegangen, auch das globale Wirtschaftswachstum habe sich stabilisiert. Zudem präsentiert sich der Arbeitsmarkt in robuster Form, betonte Powell in seiner Rede.

ASIEN

Chinas Präsident Xi Jinping sieht Erfolge im Kampf gegen Coronavirus

Nach Angaben von staatlichen Medien hat der chinesische Präsident Xi Jinping am Dienstag erste Erfolge im Kampf gegen die Ausbreitung des neuartigen Virus bekanntgegeben. Demnach sollen die Maßnahmen zur Vorbeugung und Eindämmung bereits positive Ergebnisse zeigen. Zugleich bekräftigte er, dass die Regierung an ihren geplanten wirtschaftlichen und sozialen Zielen festhalten werde. Die Sorgen vor den Auswirkungen der Epidemie hatte Chinas Wirtschaft in letzter Zeit belastet. Unternehmen haben Stellenstreichungen bekanntgegeben. Allerdings habe sich die Situation in einigen Regionen bereits verbessert, die Zahl der neuen Fälle sei zurückgegangen.

UNTERNEHMENS-NEWS

SAMSUNG PRÄSENTIERT GALAXY Z FLIP

Der weltgrößte Smartphone-Hersteller startet mit dem Galaxy Z Flip einen neuen Anlauf für ein faltbares Handy. Im zusammengeklappten Zustand belaufen sich die Maße auf 87,4 x 73,6 Millimeter. An der dicksten Stelle ist es 17,3 Millimeter stark und passt somit einfach in eine Hosentasche. An der Außenseite zeigt ein kleiner Bildschirm Uhrzeit, Akkustand und Benachrichtigungen an. Klappt man es auf, vergrößert sich die Längsseite auf 167,3 Millimeter. Das Display hat dann eine Größe von 6,7 Zoll.

Das Galaxy Z Flip ist nun der zweite Versuch von Samsung ein faltbares Smartphone auf den Markt zu bringen. Bereits letzten Jahr präsentierte man das Galaxy Fold. Der Marktstart verzögerte sich jedoch, weil im Testbetrieb Probleme mit dem Display aufgetreten sind.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

NEUES EZB INFLATIONSZIEL SCHON AB JULI MÖGLICH

Erstmals seit 2003 steht bei der Europäischen Zentralbank (EZB) die strategische Überprüfung des Inflationsziels auf dem Programm. Bereits bei ihrem Amtsantritt vor etwa drei Monaten verkündete Präsidentin Christine Lagarde, dass man sich diesem Thema widmen werde. Wie nun durch Vertreter des Euroraumes, die nicht namentlich genannt werden wollen, bekannt wurde, hat die EZB einen ehrgeizigen Zeitplan festgelegt. Obwohl einigen Arbeitsgruppen noch die offizielle Genehmigung des EZB-Rates fehle, wurde bereits mit der Arbeit begonnen. Eine offizielle Stellungname dazu liegt aktuell nicht vor.

Ausschlaggebend für den ambitionierten Start dürfte eine wachsende Besorgnis einiger geldpolitischer Entscheidungsträger im Hinblick auf die Glaubwürdigkeit der Zentralbank sein. Bei Maßnahmen wie Negativzinsen und Anleihekäufen wurde die Uneinigkeit im geldpolitischen Rat zunehmend größer. Zudem waren die Maßnahmen nicht ausreichend, um das kommunizierte Inflationsziel von knapp 2% zu erreichen.

Die erarbeiteten Empfehlungen über eine strategische Anpassung des Inflationsziels durch die betrauten Arbeitsgruppen könnten somit bereits in der Juni-Sitzung zur Diskussion stehen. Eine Entscheidung wäre damit frühestens im Juli 2020 möglich. Die Informationen des anonymen Entscheidungsträgers untermauern die Aussagen des slowakischen Notenbankchefs Peter Kazimir, der bereits im Jänner eine mögliche Entscheidung im Juni erwähnte. Spätestens bis Dezember sollen, Lagarde zufolge, die Ergebnisse der vollständigen Überprüfung bekanntgegeben werden.

Die Überprüfung wird auch als Gelegenheit betrachtet, jene Spaltungen unter den geldpolitischen Entscheidungsträgern zu überwinden, die sich unter Mario Draghi gebildet haben. Die Messung der Inflationsrate soll sich, nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters, nicht ändern. Es wird aber erwartet, dass die Statistikbehörde Eurostat dazu angehalten sein wird, Probleme bei der Erfassung von Wohnkosten auf andere Weise zu beheben.

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