EU-Parlament stimmt Handelsabkommen mit Vietnam zu

13.02.2020

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Industrie in der Eurozone fährt Produktion im Dezember deutlich zurück

Die Industriebetriebe in der Eurozone haben ihren Produktionsausstoß im Dezember überraschend deutlich zurückgefahren. Wie aus den Zahlen des Statistikamtes Eurostat vom Mittwoch hervorgeht, haben die Betriebe im Dezember um 2,1% weniger hergestellt als im Monat zuvor. Die Volkswirte rechneten nur mit einem Produktionsrückgang um 1,6%. Besonders deutlich zurückgegangen ist die Produktion von Investitionsgütern. Hier gab es ein kräftiges Minus von 4,0%. Wie sehr sich die Belastungen des letzten Jahres durch die globale Konjunkturabkühlung, internationale Handelskonflikte und den Brexit auf die Industrie ausgewirkt haben, zeigt ein Blick auf die Gesamtjahresproduktion. Die Unternehmen im Währungsraum haben letztes Jahr im Schnitt um 1,7% weniger hergestellt als im Jahr 2018.

AMERIKA

US-Rohöllagerbestände legen kräftig zu

Die Lagerbestände an Rohöl in den USA sind in der letzten Woche deutlich stärker als erwartet angestiegen. Nach Zahlen der staatlichen Energy Information Administration (EIA) erhöhten sich die Bestände in der Woche zum 7. Februar um 7,459 Millionen Barrel gegenüber der Vorwoche. Von den Analysten wurde lediglich mit einem Anstieg um 2,9 Millionen Barrel gerechnet. Die Bestände an Benzin haben dagegen um 0,095 Millionen Barrel leicht abgenommen. Hier hatten die Experten einen Anstieg um 0,8 Millionen Barrel erwartet. Die Ölproduktion in den USA lag mit 13.000 Barrel pro Tag um 0,100 Millionen höher als in der Woche zuvor.

ASIEN

Taiwan senkt wegen Coronavirus seine Wirtschaftsprognose für 2020

Taiwan hat wegen möglicher Folgen des Coronavirus seine Prognosen für das Wirtschaftswachstum des Landes gesenkt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sollte demnach nur mehr um 2,4% zulegen, statt wie bisher prognostiziert um 2,7%. Taiwans exportorientierte Wirtschaft gilt als wichtiger Bestandteil der globalen Lieferkette in der Elektronik- und Chipindustrie. Im letzten Quartal 2019 zog das Wachstum um kräftige 3,3% zum Vorjahresquartal an. Als Grund wird die steigende Nachfrage nach Elektronikprodukten genannt.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

EU-PARLAMENT STIMMT HANDELSABKOMMEN MIT VIETNAM ZU

Das Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Vietnam hat auf Seiten der EU die letzte Hürde genommen. Am Mittwoch hat es dafür grünes Licht im Europaparlament in Straßburg gegeben. Die große Mehrheit der Parlamentarier stimmte für das Abkommen mit dem asiatischen Staat. Somit könnte es im Frühjahr in Kraft treten. In Vietnam wurde noch nicht über das Abkommen abgestimmt. Mit Inkrafttreten sollen nach Informationen des Parlamentsausschusses für internationalen Handel bislang eingehobene Zölle auf 65% aller EU-Ausfuhren nach Vietnam umgehend wegfallen. Die Liberalisierung für den verbleibenden Rest ist bis auf wenige Ausnahmen nach zehn Jahren vorgesehen. Im Gegenzug entfallen nach dem Inkrafttreten EU-Importzölle auf 71% aller vietnamesischen Waren. Nach sieben Jahren wären es 99%.

Von einigen Abgeordneten wird das Abkommen wegen der Situation der Menschenrechte in Vietnam kritisch bewertet. Allen voran die linken und rechten Fraktionen des EU-Parlaments äußerten bei einer Debatte am Dienstag ihre Kritik. Dagegen anerkannten Christdemokraten, Konservative und Sozialdemokraten die Fortschritte, die Vietnam schon erzielt habe. Wie ein EU-Beamter in Brüssel ergänzte sei für den Fall, dass sich die Menschenrechtslage in Vietnam verschlechtern sollte, im Freihandelsabkommen eine Aussetzungsklausel enthalten.

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