Einigung auf globale Steuerreform würde höhere Einnahmen für Staaten bedeuten

14.02.2020

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Energiekosten treiben deutsche Inflation an

Aufgrund gestiegener Energiekosten sind die deutschen Verbraucherpreise im Jänner kräftig gestiegen. Wie aus den Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) vom Donnerstag hervorgeht, lag die Teuerungsrate um 1,7% über dem Wert des Vorjahresmonats. Getrieben wurde die Inflationsrate vor allem von den Preissteigerungen bei Energieprodukten. Besonders Kraftstoffe und Strom verteuerten sich im Jahresvergleich deutlich. Ebenfalls angezogen haben die Preise für Lebensmittel und Dienstleistungen. Die Europäische Zentralbank peilt für die Eurozone eine Inflationsrate von etwa 2,0% an. Die meisten Experten erwarten aber, dass sie auch im heurigen Jahr unter dieser Marke verharren wird. Vom Ifo-Institut wird für das laufende Jahr mit einer Inflationsrate von 1,5% gerechnet.

AMERIKA

Erstanträge auf US-Arbeitslosenunterstützung steigen weniger als erwartet

Die Erstanträge auf eine Leistung aus der US-Arbeitslosenversicherung sind in der vergangenen Woche leicht angestiegen. Wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte, stieg die Zahl um 2.000 auf 205.000 neue Anträge. Von den Analysten wurden 210.000 Anträge erwartet. Der etwas aussagekräftigere Vierwochendurchschnitt verharrte bei 212.000 Anträgen. Insgesamt erhielten in der Woche zum 1.Februar 1,698 Millionen Menschen eine Arbeitslosenunterstützung in den USA. Die Erstanträge gelten als wichtiger Indikator für die kurzfristige Entwicklung auf dem US-Arbeitsmarkt.

ASIEN

Autoabsätze in China geraten wegen Virusausbruch ins Stocken

Der Ausbruch des Coronavirus hat sich negativ auf die Autoverkäufe in China ausgewirkt. Wie der chinesische Herstellerverband CAAM am Donnerstag mitteilte, dürften im Jänner fast ein Fünftel weniger Fahrzeuge verkauft worden sein. Der Verkauf von Hybrid- und Elektrofahrzeugen ging sogar um die Hälfte zurück. Die drastischen Maßnahmen, die die Ausbreitung des Virus einschränken sollen, haben die Verkäufe in einigen Regionen fast vollständig zum Erliegen gebracht. Von den Einschränkungen sind zudem auch zahlreiche Autobauer und ihre Zulieferer betroffen, viele haben ihre Werksferien nach dem Neujahrsfest verlängert. Dadurch wurden Lieferketten unterbrochen und die Versorgung mit Produktionsteilen ist ins Stocken geraten.

UNTERNEHMENS-NEWS

NESTLE MIT STÄRKSTEM WACHSTUM SEIT 2015

Der Schweizer Nahrungsmittelriese Nestle ist im vergangenen Geschäftsjahr 2019 so schnell gewachsen wie seit 2015 nicht mehr. Das berichtete der Konzern am gestrigen Donnerstag. Das um Sondereffekte bereinigte organische Umsatzwachstum lag bei 3,5 Prozent. Speziell das Geschäft mit Tierfutter und Kaffee kurbelten das Wachstum an. Zudem verdiente der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern auch mehr. Auch im laufenden Jahr soll sich das Wachstum laut Konzernmeldung weiter beschleunigen. Der Gesamtumsatz stieg um 1,2 Prozent auf 92,6 Milliarden Franken (87 Milliarden Euro). Das operative Ergebnis stieg um 4,8 Prozent auf 92,6 Milliarden Franken. Die Aktionäre sollen eine Dividende von 2,70 Franken nach 2,45 Franken im Vorjahr erhalten. Das ist die 25. Dividendenerhöhung in Folge.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

EINIGUNG AUF GLOBALE STEUERREFORM WÜRDE HÖHERE EINNAHMEN FÜR STAATEN BEDEUTEN

Laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) würde die Einigung auf eine globale Steuerreform zu deutlich höheren Einnahmen führen. So seien nach Aussage des OECD-Steuerexperten David Bradbury weltweit pro Jahr 100 Milliarden US-Dollar zusätzliche Einnahmen aus der Körperschaftssteuer möglich. Konzerne würden bereits deutlich seltener Gewinne in Steueroasen verschieben können. Die Arbeiten dazu sind jedoch noch vorläufig und es gebe noch keine Einigung.

Zahlreiche multinationale Unternehmen zahlen aufgrund Gewinnverlagerungen vergleichsweise wenig Steuern. Es werden zum Beispiel Profite in Luxemburg oder Irland gebucht, obwohl die Umsätze in Frankreich oder Indien erzielt wurden. Genau dies soll zukünftig durch eine globale Mindeststeuer sowie neue Regeln, die besagen welches Land Internetunternehmen wie stark besteuern darf, nicht mehr lukrativ sein.

137 Länder wollen sich bis Jahresende auf eine weltweite Steuerreform einigen. Es sollen damit Steuerregeln an das digitale Zeitalter angepasst werden. Das erste Treffen dazu fand Ende Januar unter dem Dach der OECD statt. Das nächste Treffen ist für Juli in Berlin geplant. Bis dahin sollen die Details stehen. Das zweite Halbjahr soll dann für die Umsetzung zur Verfügung stehen. Die Zeit drängt, da bereits einige Länder eine Digitalsteuer einführen wollen. Zudem droht US-Präsident Donald Trump bereits jetzt mit Gegenmaßnahmen, weil vor allem die großen US-Konzerne wie Facebook, Google und Amazon betroffen sind.

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