Chinas Konjunkturbelebung treibt Stahlpreis an

27.01.2021

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Deutscher Maschinenbau profitiert von Konjunkturbelebung

Die Konjunkturbelebung im vierten Quartal des letzten Jahres hat bei den deutschen Maschinenbauunternehmen für neuen Schwung gesorgt. Das gab der Experte des Branchenverbandes VDMA, Ralph Wiechers, am Dienstag mit Verweis auf eine Blitzumfrage unter den 575 Mitgliedsunternehmen bekannt.

Die Auftragslage habe sich zuletzt wieder verbessert. Etwa drei von vier Unternehmen rechneten mit einem Umsatzwachstum im Jahr 2021. Trotzdem bleibt die Lage derzeit labil und angespannt. Im ersten Quartal sei mit Rückschlägen zu rechnen, kommentierte Wiechers die Umfragezahlen. Für das Gesamtjahr rechnet die Branche allerdings mit einem Produktionszuwachs von etwa 4,0%. Getragen wird dieser optimistische Ausblick vor allem von der steigenden Nachfrage in China. 

AMERIKA

IWF hebt Wachstumsprognose für Weltwirtschaft leicht an

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft für das Jahr 2021 leicht angehoben. Der IWF sieht für das laufende Jahr einen Anstieg des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 5,5% (bisher 5,2%), für das folgende Jahr ein Plus von 4,2%.

Besonders deutlich angehoben wurde die Prognose für die USA. Hier wird nun ein Anstieg des BIP von 5,1% (bisher 3,1%) erwartet. Ausschlaggebend hierfür waren die unerwartet starke Wirtschaftsentwicklung in der zweiten Hälfte 2020 und die Hilfsprogramme der Regierung.

Die Prognose für den Euroraum wurde dagegen von 5,2% auf 4,2% leicht abgesenkt. Hier hat sich die wirtschaftliche Abschwächung zum Jahresende 2020 dämpfend auf die Prognose ausgewirkt. Insgesamt appelliert der IWF an die Regierungen und Notenbanken, ihre Unterstützungen zur wirtschaftlichen Erholung weiter fortzuführen.

UNTERNEHMENS-NEWS

SCHWIERIGES JAHR FÜR LVMH

Die COVID-19-Pandemie hinterlässt ihre Spuren im Zahlenwerk des Luxusgüterriesen. 2020 musste man einen deutlichen Gewinn- und Umsatzeinbruch hinnehmen. Der Nettogewinn fiel um 34% auf knapp 4,7 Milliarden Euro. Die Umsätze sanken um 16% auf 44,65 Milliarden Euro. Mit Ausnahme des Bereichs Mode und Lederwaren verbuchten alle Sparten prozentual zweistellige Rückgänge. Belastend wirkte vor allem, dass der für LVMH so wichtige Tourismus nahezu lahmgelegt war. Die Geschäfte sowie auch die Produktion waren weltweit fast zur Gänze über mehrere Monate geschlossen.

Im Schlussquartal belebte sich aber vor allem die Nachfrage in der Hauptsparte Mode und Lederwaren wieder. Eine wichtige Stütze des Geschäfts ist auch weiterhin China, das die Pandemie weitgehend hinter sich gebracht hat. Somit konnten die Rückgänge abgefedert werden.

CLOUD VERHILFT MICROSOFT ZU GEWINNSPRUNG

Der US-amerikanische Softwareriese blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsquartal zurück. Dank eines florierenden Cloud-Geschäfts und einer gestiegenen Nachfrage nach Softwareanwendungen stieg der Nettogewinn um 33% auf 15,5 Milliarden US-Dollar. Die Erlöse legten mit einem Plus von 17% auf 43,1 Milliarden US-Dollar zu.

Für Microsoft zahlt sich die verstärkte Ausrichtung auf das Cloud-Geschäft aus. Die Plattform Azure und auch die dazugehörigen Softwarepakete Office 365 und Dynamic 365 sind die größten Wachstumstreiber bei den Amerikanern.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

CHINAS KONJUNKTURBELEBUNG TREIBT STAHLPREIS AN

Die Corona-Pandemie führt global derzeit zu negativen Wirtschaftsprognosen. Dagegen befindet sich Chinas Wirtschaft schon wieder auf der Überholspur. Dies wiederum löst Ungleichgewichte aus, welche als Nebeneffekt zu einem "explosionsartigen" Anstieg der Stahlpreise geführt hat, wie Norbert Thumfart von der ARGE Stahl- und Metalldistribution hinweist. So hätten sich einige Produkte im letzten Halbjahr um über 60% verteuert, einzelne gar um 90%.

Preistreiber seien die boomende Konjunktur in China in Verbindung mit einem Ausfuhrverbot für Schrott. Daher sei China, traditionell ein Stahlexporteur, derzeit ein Stahlimporteur. Gleichzeitig kommt international eine starke Stahlnachfrage der Autohersteller und der Bauwirtschaft hinzu. Zudem ist auch das Angebot derzeit wesentlich geringer, nachdem in der Krise zahlreiche Hochöfen heruntergefahren wurden. All diese Faktoren haben zu einer Verknappung des Stahlangebots geführt.

Branchenexperten gehen somit davon aus, dass der Preisanstieg nur von vorübergehender Dauer ist - mit dem Hochfahren der Hochöfen dürfte er sich rasch wieder einpendeln. Die grundsätzliche Herausforderung einer weltweiten Überkapazität bei der Stahlproduktion bleibe am Tisch. Die Preisentwicklung wird bis auf Weiteres als sehr schwankungsabhängig eingestuft. Die Entwicklung hänge zuletzt stark von China als der treibenden Kraft auf den Rohstoffmärkten ab, so der Branchenvertreter. Derzeit bestehen noch viele veraltete Produktionsstätten, welche die chinesische Regierung aus Umweltschutzgründen stilllegen will. Die Gemeinden benötigen diese Werke allerdings als Arbeitgeber. Wie die innerchinesische Diskussion letztlich endet, wird die Weltstahlproduktion und damit die Preise beeinflussen.

Thumfart warnt inzwischen davor, dass es derzeit in Österreich neben den außergewöhnlichen Preisanstiegen in einzelnen Produktbereichen zu Versorgungsengpässen kommen könne. In weiterer Folge kämen stark steigende Liefer- und Produktionszeiten hinzu, die eine kurzfristige Versorgung beschränken beziehungsweise unmöglich machen können.

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