VW-Tochter MAN trennt sich von Standort Steyr

31.03.2021

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Verbraucherpreise in Deutschland steigen auf höchsten Stand seit Februar 2020

Die Inflationsrate in Deutschland hat dank gestiegener Energiekosten den höchsten Stand seit mehr als einem Jahr erreicht. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag bekanntgab, mussten für Waren und Dienstleistungen im Schnitt um 1,7% mehr bezahlt werden als vor einem Jahr. Besonders kräftig legten die Kosten für Energie zu, sie stiegen im Jahresvergleich um 4,8%. Ebenfalls mehr bezahlt werden musste für Nahrungsmittel, sie verteuerten sich um 1,6% im Vergleich zum März 2020.

Zudem hat sich auch das Ende der temporären Mehrwertsteuersenkung als preistreibend gezeigt. Die deutsche Regierung hat in der zweiten Jahreshälfte 2020 die Mehrwertsteuersätze von 19% auf 16% und von 7% auf 5% gesenkt, um die Wirtschaft anzukurbeln. Viele Experten erwarten nun, dass die Inflation ab der Mitte des Jahres die 2%-Marke überspringen könnte. 

AMERIKA

US-Verbraucherstimmung hellt sich im März deutlich auf

Der Index für das Verbrauchervertrauen in den USA ist im März auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahr gestiegen. Der Stimmungsindex liegt nun bei 109,7 Punkten und übertrifft damit deutlich die Erwartungen der Experten von 96,9 Zählern.

Das Verbrauchervertrauen ist auf den höchsten Stand seit dem Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 gestiegen. Sowohl die Einschätzung der aktuellen Bedingungen als auch die künftigen Aussichten werden von den amerikanischen Konsumenten nun deutlich positiver bewertet als zuletzt. Damit dürfte sich auch das Wirtschaftswachstum in den USA weiter verstärken.

ASIEN

Chinas Wirtschaft setzt solide Erholung fort

Chinas produzierendes Gewerbe hat seinen Wachstumskurs im März fortgesetzt. Gestützt wurde die wirtschaftliche Erholung durch den Produktionsanstieg nach den Feiertagen zum Neujahrsfest und eine starke Nachfrage aus dem Ausland. Nach Zahlen des nationalen Statistikbüros stieg der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe im März auf 51,9 Punkte nach 50,6 Zählern im Februar. Auch der Stimmungsindikator für das Dienstleistungsgewerbe konnte auf 56,3 Zähler zulegen. Damit liegen beide Indexwerte weiter über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.

Normalerweise ruht die Arbeit in den Fabriken während des Neujahrsfestes. Da die Arbeiter jedoch aufgrund eines Corona-Ausbruchs davon abgehalten wurden, während der Feiertage in ihre Heimatstädte zu reisen, nahmen die Fabriken ihren Betrieb früher als erwartet wieder auf. Inzwischen sind die Corona-Infektionen aber wieder zurückgegangen und der Geschäftsalltag ist wieder zur Normalität zurückgekehrt.

UNTERNEHMENS-NEWS

APPLE ARBEITET AN OUTDOOR-VERSION DER WATCH

Der Techriese arbeitet wohl an weiteren Modellen seiner Apple Watch. Diese will man nun für Sport- und Outdoor-Fans adaptieren. Medienberichten zufolge arbeitet Apple an einer robusten Version für Menschen die gerne Wandern, Klettern, Mountainbike fahren oder ähnliche Aktivitäten machen, bei der eine normale Apple Watch möglicherweise zu Bruch geht. Menschen in Berufen, in denen es etwas ruppiger zugeht, könnten ebenfalls Gefallen an dieser-Apple-Watch finden. Womöglich könnte sie bereits 2022 auf den Markt kommen.

HEDGEFONDS-AUSFALL BELASTET UBS WOHL NUR IN GERINGEM MASSE

Der Kollaps des privaten Hedgefonds Archegos Capital Management trifft die Schweizer Großbank nur in geringem Ausmaß. Medienberichten dürfte die UBS einen Verlust von höchstens einem niedrigen dreistelligen Millionenbetrag verbuchen. Dieser Schaden hat aber keine Auswirkungen auf das Ergebnis und so kam es auch zu keiner Gewinnwarnung von Seiten der Bank. Offiziell wurde dies von der UBS nicht bestätigt

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

VW-TOCHTER MAN TRENNT SICH VON STANDORT STEYR

Der zum VW-Konzern gehörende angeschlagene LKW-Hersteller MAN hat nun die Umsetzung des im Jänner angekündigten Sanierungsplans beschlossen. Die Entscheidung wurde zusammen mit Betriebsrat und Gewerkschaft getroffen. Demnach sollen in Deutschland 3.500 und somit weit weniger Arbeitsplätze als ursprünglich geplant wegfallen. Die Jobs sollen sozialverträglich abgebaut werden. Über die Maßnahmen möchte man 550 Millionen Euro an Sach- und Personalkosten einsparen. Betriebsbedingte Kündigungen sind nach einem bis Ende 2026 geltenden Zukunftstarifvertrag nur mit Zustimmung der Gewerkschaft möglich.

Das Unternehmen will auch das Produktionsnetzwerk neu aufstellen, um die Branchentrends zu Digitalisierung und Automatisierung sowie die Umstellung auf klimaschonende Antriebe bewältigen zu können. Dafür soll auch der Standort Steyr in Oberösterreich verkauft werden. Die WSA Beteiligungs GmbH des früheren Magna-Chefs Siegfried Wolf könnte den Standort samt der Beschäftigten übernehmen. „Steyr steht als MAN-Standort nach wie vor zur Disposition“, erklärte MAN. Vorstand und Arbeitnehmervertreter seien in konstruktiven Gesprächen mit der WSA über eine Übernahme als Alternative zur Schließung.

WSA-Chef Wolf hatte am Freitag die Belegschaft auf einer Betriebsversammlung über seinen Plan informiert. Dieser sehe nach aktuellem Stand eine Verkleinerung der Stammbelegschaft von 1.845 auf 1.250 Personen und Gehaltskürzungen vor, wie die APA berichtete. Am 7. April soll die Belegschaft abstimmen. Wie es bei einem negativen Votum weitergeht, ist offen. MAN beschloss unterdessen, Teile der Entwicklung und Ersatzteillogistik von Steyr auf deutsche Standorte zu verlagern.

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