Österreichs Budgetdefizit stieg 2020 auf 8,9%

02.04.2021

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Deutschlands Industrie wächst im Rekordtempo

Die deutschen Industriebetriebe halten trotz der dritten Corona-Welle ihr hohes Wachstumstempo bei. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex für den Sektor legte im März auf 66,6 Punkte zu, nach 60,7 Zählern im vorigen Monat. Das gab das IHS-Markit Institut zu seiner Umfrage am Donnerstag bekannt. Das bedeutet den höchsten Wert, den das Institut in der 25-jährigen Geschichte dieser Befragung bisher gemessen hat.

Der Stimmungsindex bleibt somit weit über der der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Damit erweist sich die Industrie als wichtiger Stützpfeiler für die deutsche Konjunktur, da sie vor allem vom starken Exportgeschäft profitiert.

Allerdings dürfte es auch einem stark wachsenden Industriesektor nicht gelingen, ein Schrumpfen des Bruttoinlandsproduktes (BIP) im laufenden ersten Quartal zu verhindern. Die Belastungen durch den Lockdown haben weite Teile der deutschen Wirtschaft, wie etwa den Einzelhandel und die Gastronomie, nahezu stillgelegt. Von den Experten wird deshalb ein Minus beim BIP für das erste Quartal von mindestens 0,7% erwartet.

AMERIKA

US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe steigen wieder an

Die Zahl der Erstanträge auf eine Arbeitslosenunterstützung in den USA ist in der letzten Woche unerwartet wieder angestiegen. Insgesamt wurden vorige Woche 719.000 neue Anträge gestellt, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Das sind um 61.000 mehr Anträge als in der Woche zuvor.

Derzeit nehmen etwa 3,8 Millionen Personen in den USA eine Arbeitslosenhilfe in Anspruch. Somit hat sich die Lage auf dem US-Arbeitsmarkt in den letzten Monaten zwar verbessert, sie bleibt aber wegen der Corona-Krise weiter angespannt. Vor der Krise wurden nur etwa 200.000 Anträge gestellt, der Jobmarkt in den USA wurde hart getroffen.

UNTERNEHMENS-NEWS

MORGAN STANLEY WILL DIVIDENDE ERHÖHEN

Die US-amerikanische Investmentbank will die Dividende für seine Aktionäre erhöhen. Das geht aus einem Brief an die Investoren hervor, der gestern veröffentlicht wurde. In weiterer Folge plant Morgan Stanley auch den Rückkauf von Aktien im Wert von bis zu 10 Milliarden US-Dollar. Vorausgesetzt die FED hebt alle diesbezüglichen Beschränkungen auf. 

Grundsätzlich plant die Notenbank, ab Juli wieder Dividendenausschüttungen und Aktienrückkäufe zu erlauben. Gelten würde diese Regelung aber nur für jene Banken, die den bevorstehenden Stresstest zur Prüfung der Kapitalpuffer erfolgreich überstehen.

Morgan Stanley CEO James Gorman sieht für sein Unternehmen diesbezüglich kein Problem. Er sieht das Unternehmen gut positioniert und in einer Wachstumsphase

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

ÖSTERREICHS BUDGETDEFIZIT STIEG 2020 AUF 8,9%

Statistik-Austria Generaldirektor Tobias Thomas präsentierte am Donnerstag die neuesten Zahlen zur österreichischen Finanzlage des Jahres 2020. Die Coronakrise sorgte im letzten Jahr für den höchsten Fehlbetrag seit dem Zweiten Weltkrieg. Rund 8,9% des Bruttoinlandsproduktes oder knapp 33,2 Milliarden Euro betrug das Defizit im Jahr 2020. Ein Jahr zuvor konnten die Öffentlichen Finanzen noch einen Überschuss von 2,4 Milliarden Euro vermelden.

Österreichs Schuldenstand stieg in absoluten Zahlen um 34,8 Milliarden Euro auf rund 315,2 Milliarden. Allein im letzten Jahr erhöhte sich die Schuldenquote von 70,5% des BIP auf knapp 84%. Im internationalen Vergleich sieht Tobias Thomas den österreichischen Staat im Mittelfeld. Während Deutschland, Holland und Schweden wesentlich besser durch das letzte Jahr kamen, lag das Defizit in den südlichen EU-Ländern noch höher.

Der Hauptgrund für den starken Anstieg der Verschuldung waren die massiven Staatsausgaben zur Eindämmung der Coronakrise. Diese kletterten im abgelaufenen Jahr gegenüber dem Vorjahr um 12,6% oder 24,4 Milliarden Euro auf insgesamt 217,4 Milliarden Euro. Am deutlichsten stiegen die Subventionen (plus 14,1 Milliarden Euro beziehungsweise plus 240,7%).

Während die Ausgaben regelrecht explodierten, sanken die Staatseinnahmen deutlich. Sie gingen um 11,3 Milliarden Euro auf 184,2 Milliarden zurück. Der stärkste Einbruch lag mit minus 9,8 Milliarden Euro bei den Steuern und Sozialbeiträgen, die nur noch 161 Milliarden Euro ausmachten. Alle vier Sektoren des Staates (Bundesebene, Landesebene, Gemeindeebene und Sozialversicherung) verzeichneten ein hohes Defizit.

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