EZB-Chefvolkswirt erwartet nur kurzzeitigen Inflationsschub

09.04.2021

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Deutschlands Industrie schafft Auftragsplus dank starker Inlandsnachfrage

Die deutschen Industriebetriebe haben im Februar den zweiten Monat in Folge ein Plus an neuen Aufträgen geschafft. Aufgrund der steigenden Nachfrage aus dem Inland wuchsen die Bestellungen im Vergleich zum Vormonat um 1,2%. Das teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag mit. Bereits im Jänner hat es ein Plus an neuen Aufträgen von 0,8% gegeben.

Die Bestellungen aus dem Inland konnten um 4,0% zulegen, während dagegen das Auslandsgeschäft um 0,5% leicht zurückging. Gefragt waren vor allem Investitionsgüter wie Maschinen und Fahrzeuge, hier stieg die Nachfrage um insgesamt 2,1% an. Zudem könnte die exportabhängige deutsche Industrie in den kommenden Monaten auch weiter von der globalen wirtschaftlichen Erholung profitieren. Als wichtigste Abnehmer für deutsche Güter werden die USA und China genannt.

AMERIKA

US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe steigen wieder leicht an

Die Erholung auf dem US-Arbeitsmarkt hat sich wieder etwas verlangsamt, die Zahl der Entlassungen ist offensichtlich wieder etwas angestiegen. Insgesamt ist die Zahl der Personen, die einen Erstantrag auf Arbeitslosenunterstützung gestellt haben, auf 744.000 angestiegen. Die Analysten hatten dagegen mit einem Rückgang auf 680.000 gerechnet.

Zudem wurde der Wert der Vorwoche leicht nach oben korrigiert. Die nach wie vor sehr hohe Arbeitslosigkeit wurde auch in der letzten Fed-Sitzung vom Mittwoch als Hauptgrund genannt, warum die aggressive geldpolitische Unterstützung noch immer nicht zurückgefahren wurde. Es wurden zwar im März 917.000 neue Jobs geschaffen, insgesamt beläuft sich aber die Zahl jener Menschen, die während der Covid-19-Pandemie ihren Job verloren haben, immer noch auf rund 10 Millionen.

ASIEN

Erzeugerpreise in China steigen weiter

Die Erzeugerpreise in China sind auch im März wieder angestiegen. Die Preise, die Hersteller für ihre Produkte verlangen, haben im März im Jahresvergleich um 4,4% zugelegt, wie aus dem Bericht des Statistikamtes vom Freitag hervorgeht. Das bedeutet den stärksten Anstieg seit fast drei Jahren und wird als ein positives Signal für die Stärke der chinesischen Wirtschaft gewertet. Da China als weltgrößter Exporteur gilt, könnte der Anstieg der Herstellerpreise auch die Preisentwicklung in anderen Regionen weiter ankurbeln.

UNTERNEHMENS-NEWS

APPLE KÄMPFT MIT VERZÖGERUNGEN BEI DER PRODUKTION

Die Lieferengpässe in der Chip-Produktion scheinen sich nun auch auf den US-amerikanischen Techriesen auszuwirken: Medienberichten zufolge verzögert sich die Produktion von einigen MacBooks und iPads. Während es Lieferschwierigkeiten bei Halbleitern sind, die der Macbook-Fertigung Probleme bereiten, setzen Engpässe bei Bildschirmen und Display-Bestandteilen der iPad-Produktion zu. Infolge dessen hat Apple einen Teil seiner Komponentenbestellungen für die beiden Geräte von der ersten Hälfte dieses Jahres auf die zweite Hälfte verschoben. Das Flaggschiff des Konzerns, das iPhone dürfte davon aber nicht betroffen sein

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

EZB-CHEFVOLKSWIRT ERWARTET NUR KURZZEITIGEN INFLATIONSSCHUB

Die Europäische Zentralbank (EZB) geht in den nächsten Monaten von steigenden Preisen aus, jedoch nur für einen kurzen Zeitraum. In einem Gastbeitrag für das „Handelsblatt“ vom Donnerstag erörtert Chefvolkswirt Philip Lane, vorübergehende Preisanstiege ließen sich „auf eine Vielzahl temporärer Faktoren zurückführen, die allesamt keinen Einfluss auf die mittelfristige Inflationsdynamik haben dürften“. Lane geht weiter davon aus, dass die Teuerung in den kommenden Jahren in der Eurozone klar unter dem von der Notenbank mittelfristig angestrebten Ziel von knapp 2% liegt.

Als Beispiele für Sonderfaktoren in der Pandemie verwies Lane auf Schwankungen des Ölpreises, Änderungen beim Preisindex und auf vorübergehende Mehrwertsteueranpassungen einiger Regierungen. Außerdem seien nach Lockerungen der Corona-Maßnahmen Nachholeffekte bei den Verbraucherausgaben zu erwarten. Hier nannte Lane vor allem Restaurantbesuche und Urlaubsreisen. „Ungeachtet dieser kurzfristigen Ausschläge bleibt der projizierte mittelfristige Preisauftrieb gedämpft,“ befand Lane.

Außerdem verwies der EZB-Chefvolkswirt auf die Beschäftigungsaussichten am Arbeitsmarkt, die er als „weiterhin sehr unsicher“ beschrieb, weshalb die Lohnentwicklung 2021 verhalten sein dürfte. Die Lohnentwicklung wird als wichtiger Inflationstreiber eingestuft. Bei ihren Hochrechnungen geht die EZB davon aus, dass sich die Inflation im Euroraum 2022 auf 1,2% einpendeln und 2023 nur 1,4% erreichen wird. Für das laufende Jahr erwarten die Währungshüter einen Wert von 1,5%. Für Lane ist „die Gewährleistung günstiger Finanzierungsbedingungen von grundlegender Bedeutung, damit es wieder zu Inflation kommt.“

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