US-Notenbankchef glaubt an die Erholung der US-Wirtschaft ohne stärkeren Preisschub

12.04.2021

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Deutschlands Exporte legen den zehnten Monat in Folge zu

Trotz der noch immer anhaltenden Corona-Krise konnten die deutschen Unternehmen ihre Exporte mit den wichtigsten Handelspartnern auch im Februar steigern. Die Ausfuhren legten um 0,9% zum Vormonat zu, wie aus dem Bericht des Statistischen Bundesamtes (Destatis) vom Freitag hervorgeht. Ebenfalls zugelegt haben die Importe nach Deutschland, und zwar um 3,6%.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet für das heurige Jahr ein Wachstum der Weltwirtschaft von etwa 6,0%, davon könnte die exportorientierte deutsche Industrie besonders profitieren. Als wichtigste Abnehmer für deutsche Erzeugnisse werden dabei die USA und China genannt. Insgesamt wurden im Februar Waren im Wert von 107,8 Milliarden Euro ins Ausland geliefert, wobei die Exporte nach Großbritannien nach Inkrafttreten des Brexit-Handelsabkommens, um deutliche 12,2% zurückgegangen sind.

AMERIKA

US-Erzeugerpreise steigen im März deutlich

Die Preise auf Herstellerebene in den USA sind im März deutlich mehr als erwartet gestiegen. Wie aus dem Bericht des US-Handelsministeriums vom Freitag hervorgeht, legten sie im Vergleich zum Vormonat um 1,0% zu. Die Schätzungen der Experten lag nur bei einem Preiszuwachs um 0,5%. Ohne Einberechnung der stark volatilen Preise für Lebensmittel und Energie lagen die Herstellerpreise um 0,7% höher als im Vormonat.

ASIEN

Chinesische Autoverkäufe schnellen im März hoch

Der Autoabsatz in China hat im März den zwölften Monat in Folge kräftig zugelegt. Insgesamt wurden 2,53 Millionen Fahrzeuge verkauft, wie aus dem Bericht des Herstellerverbandes CAAM (China Association of Automobile Manufacturers) hervorgeht.

Das waren um 75% mehr als im Jahr zuvor. Besondere Nachfrage herrschte dabei nach elektrifizierten Fahrzeugen, hier konnte ein Verkaufsplus von 239% erzielt werden. Damit ist fast jedes zehnte Auto in der Volksrepublik bereits ein Elektroauto, ein Plug-In-Hybrid oder ein Wasserstofffahrzeug. Die Autobauer in China haben deshalb begonnen, ihre Produktionskapazitäten auszuweiten.

UNTERNEHMENS-NEWS

MICROSOFT STEHT VOR MILLIARDENÜBERNAHME

Der US-Softwareriese will mit einem Zukauf sein Angebot für Sprachverarbeitungslösungen ausbauen. Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge befindet sich Microsoft in fortgeschrittenen Gesprächen über eine Akquisition des Spezialisten für künstliche Intelligenz und Sprachverarbeitung „Nuance Communications“. 16 Milliarden US-Dollar will man dafür auf den Tisch legen.

Die beiden Unternehmen arbeiten bereits seit 2019 zusammen. Zum Beispiel an einer Technologie, die es Ärzten ermöglicht, Unterhaltungen mit Patienten aufzunehmen und direkt in die elektronische Patientenakte einzufügen. Der Kauf des Unternehmens wäre den Berichten zufolge der zweitgrößte Deal in der Geschichte von Microsoft.

MILLIARDENSTRAFE FÜR ALIBABA

Die chinesischen Wettbewerbshüter haben eine Strafe in Höhe von 18 Milliarden Yuan, umgerechnet rund 2,3 Milliarden Euro, gegen den Onlineriesen verhängt. Alibaba soll gegen das Kartellrecht verstoßen und seine marktbeherrschende Position ausgenutzt haben. Wegen dieses Verstoßes wurde die Geldstrafe mit 4% des Umsatzes von 2019 festgelegt.

Der Konzern teilte mit, die Strafe anzunehmen und die Zusammenarbeit mit den Behörden verstärken zu wollen. Die Strafe dürfte sich für Alibaba aber leicht verkraften lassen. Allein in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres habe der Konzern einen Gewinn von umgerechnet zehn Milliarden Euro gemacht.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

US-NOTENBANKCHEF GLAUBT AN DIE ERHOLUNG DER US-WIRTSCHAFT OHNE STÄRKEREN PREISSCHUB

In einer öffentlichen Podiumsdiskussion bei dem Frühjahrstreffen des Internationalen Währungsfonds (IWF) sprach US-Notenbankchef Jerome Powell über den Zustand der amerikanischen Wirtschaft und mögliche kurzfristige Preiserhöhungen. Jerome Powell glaubt an höhere Preise, die von der Wirtschaft an die Bevölkerung weitergegeben werden. Dieser Vorgang wird bei den Kunden aber nur kurzzeitig spürbar sein.

Man sollte zudem bedenken, dass die Teuerungsrate seit über 25 Jahren niedrig ist. Außerdem gebe es einen Unterschied zwischen einem einmaligen Anstieg der Preise und einer anhaltenden Preiserhöhung. Falls die Inflation entgegen den Voraussagen der Notenbank dennoch deutlich zulegen und anhaltend über 2% liegen sollte, werde die Federal Reserve (Fed) entsprechend darauf reagieren. Der US-Notenbankchef machte weiters klar, dass die heimische Wirtschaft noch nicht über den Berg sei und weiterhin die Unterstützung der Fed benötige.

Im Rahmen der IWF-Tagung, sprach auch US-Finanzministerin Janet Yellen über die Auswirkungen der Pandemie und die immer stärkeren Ungleichgewichte der Volkswirtschaften. Die Covid-19-Krise hat den Trend einer zunehmenden Einkommensungleichheit verschärft, was die Sorgen hinsichtlich unterschiedlicher Entwicklungen innerhalb und zwischen den Ländern zunehmen lässt. Sie pochte in diesem Zusammenhang auf stärkere internationale Kooperationen.

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