EU-Kommissar tritt Datenschutz-Bedenken bei Covid-Zertifikat entgegen

14.04.2021

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

ZEW-Konjunkturindex für Deutschland sinkt überraschend

Angesichts der dritten Corona-Welle blicken Börsenexperten und institutionelle Anleger etwas skeptischer auf die deutsche Konjunktur. Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) berechnete Stimmungsindikator für die wirtschaftliche Entwicklung in den nächsten sechs Monaten ist im April überraschend um 5,9 Punkte auf 70,7 Zähler zurückgegangen.

Die aktuelle Lage der Konjunktur wurde allerdings etwas besser bewertet. „Die Finanzmarktexpertinnen und -experten sind etwas weniger euphorisch als im vorangegangenen Monat“, kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach das Ergebnis, die Aussichten auf einen verschärften Lockdown lassen besonders die Erwartungen für den privaten Konsum zurückgehen.

Allerdings werden die Aussichten für den Export besser eingeschätzt als zuletzt. Für das deutsche Bruttoinlandsprodukt erwartet die Bundesregierung für das Gesamtjahr ein Wachstum von etwa 3,0%. 

AMERIKA

US-Inflation steigt im März dank höherer Energiepreise

Die Verbraucherpreise in den USA haben im Vergleich zum Vormonat um 0,6% zugelegt, wie das US-Arbeitsministerium am Dienstag berichtete. Als Hauptgrund für den Anstieg der Inflation wurden vor allem die höheren Energiepreise genannt.

In der Kernrate, in der die volatilen Preise von Lebensmitteln und Energie nicht berücksichtigt werden, gab es einen Anstieg im Monatsvergleich um 0,3%. Auf Jahressicht stieg die Inflationsrate nun von 1,7% aus dem Vormonat auf 2,6% im März und hat damit erstmals das Inflationsziel der US-Notenbank Fed überschritten.

UNTERNEHMENS-NEWS

LVMH MIT STARKEM UMSATZPLUS

Der französische Luxusgüterkonzern LVMH hat sich im ersten Quartal überraschend stark von der COVID-19-Krise erholt. Eine starke Nachfrage nach Mode, Lederwaren, Uhren und Schmuck lies den Umsatz im Jahresvergleich um fast ein Drittel auf knapp 14 Milliarden Euro ansteigen.

Im Vorjahr haben sich aber bereits negative Effekte der Pandemie bemerkbar gemacht. Im Vergleich zum ersten Quartal 2019 stiegen die Erlöse den weiteren Angaben zufolge um 8%.

US-BEHÖRDEN FÜR VORÜBERGEHENDEN IMPFSTOPP MIT JOHNSON & JOHNSON

Die US-Gesundheitsbehörden raten zum Aussetzen von COVID-19 Impfungen mit dem Vakzin des US-amerikanischen Pharmariesens. Man begründet dies mi dem Auftreten einer seltenen Thromboseart in sechs Fällen. Bisher wurde der Impfstoff in den USA mehr als 6,8 Millionen Mal verabreicht. In der Europäischen Union ist der Impfstoff ebenfalls zugelassen. Hier gibt es dazu aber noch keine derartige Empfehlung.

Der Impfstoff von Johnson & Johnson ist der erste, der seine volle Wirkung bereits nach einer Dosis entfaltet und muss somit nicht zweimal verabreicht werden. Nach Angaben des Unternehmens hat das Vakzin eine durchschnittliche Wirksamkeit von 66%. Schwere Erkrankungen vermeidet es zu 85%.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

EU-KOMMISSAR TRITT DATENSCHUTZ-BEDENKEN BEI COVID-ZERTIFIKAT ENTGEGEN

Didier Reynders, EU-Justizkommissar, tritt den Datenschutz-Bedenken beim vorgesehenen Covid-Zertifikat für einfacheres Reisen in Europa entgegen. Der Grundsatz der Daten-Minimierung werde bei der Ausgestaltung umgesetzt, bekräftigte der Belgier am Dienstag vor dem Europaparlament. Zumindest sei das Ausmaß an persönlichen Informationen kleiner als in der gelben internationalen Impfbescheinigung der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Damit Reisen innerhalb der EU in der Corona-Krise wieder einfacher wird, tritt die EU-Kommission für die Einführung eines „grünen Zertifikats“ ein. Dieses soll Impfungen, Ergebnisse zugelassener Tests sowie Informationen zu überstandenen Infektionen abbilden und EU-weit anerkannt werden. Letztlich soll es den Mitgliedstaaten freigestellt bleiben, welche Vorteile – wie etwa freie Einreise ohne Quarantäne - sie einräumen. Das Zertifikat soll sowohl digital als auch in Papierform verfügbar sein.

Das Europaparlament und die EU-Staaten führen derzeit darüber Verhandlungen. Mit Anfang Juni solle eine Pilotphase starten, so der Justizkommissar. Für Ende Juni sei dann der Start des gesamten Systems vorgesehen. Reynders unterstrich, dass man sich an internationalen Standards orientieren müsse. Man sei bereits mit anderen Organisationen wie der WHO im Austausch.

Das Zertifikat solle nicht mehr eingesetzt werden, sobald die WHO die Pandemie für beendet erklärt habe, stellte Reynders klar. Für das Auftreten neuer Pandemien solle das Instrument jedoch im „Werkzeugkasten“ beibehalten werden. Europas oberste Datenschützer hatten jüngst in diesem Zusammenhang die Forderung erhoben, den hohen Datenschutz-Standards zu entsprechen.

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