EU möchte eigene Anleihen als Alternative zu US-Treasuries

15.04.2021

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Industriebetriebe in der Eurozone fahren Produktion zurück

Die Industriebetriebe im Euroraum haben im Februar ihren Produktionsausstoß gedrosselt. Wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch berichtete, haben die Betriebe um 1,0% weniger hergestellt als im Vormonat. Im Jänner gab es noch ein Produktionsplus von 0,8%.

Besonders stark reduziert wurde die Fertigung in Frankreich (-4,8%) Malta (-3,8%) und in Griechenland (-2,5%). Insgesamt hat die Industrie in der Eurozone aber wieder deutlich an Fahrt aufgenommen, die Unternehmen profitieren von der steigenden Nachfrage aus dem In- und Ausland.

AMERIKA

US-Rohöllagerbestände haben sich deutlich verringert

Die Bestände an Rohöl in den USA sind in der Woche zum 9. April überraschend kräftig gesunken. Nach Angaben der staatlichen Energy Information Administration (EIA) lagerte um 5,89 Millionen Barrel weniger Rohöl in den Tanks als in der Woche zuvor. Die Analysten hatten nur mit einem Rückgang um 2,9 Millionen Barrel gerechnet.

Die Benzinbestände haben dagegen nach EIA-Angaben um 0,309 Millionen Barrel leicht zugenommen. Die Ölproduktion in den USA lag mit 11,0 Millionen Barrel pro Tag um 0,1 Millionen höher als in der Woche zuvor.

UNTERNEHMENS-NEWS

SAP ERHÖHT JAHRESPROGNOSE

Dem deutschen Softwarekonzern SAP ist im ersten Quartal angesichts einer äußerst stark gestiegenen operativen Marge ein überraschend guter Start ins neue Jahr gelungen. Für das Gesamtjahr wurden deshalb jetzt die unteren Enden der Prognosespannen zu Cloud- beziehungsweise Software-/Cloudumsatz erhöht, sowie auch der Unternehmensausblick für das Betriebsergebnis bestätigt. Ausgangspunkt ist laut Konzern die Erwartung einer allmählich anziehenden Nachfrage im zweiten Halbjahr mit Abklingen der Corona-Pandemie.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

EU MÖCHTE EIGENE ANLEIHEN ALS ALTERNATIVE ZU US-TREASURIES

Die Europäische Union hat den Fahrplan für das bisher größte Schuldenprojekt der 27 Mitgliedsländer fertiggestellt. Die neuen Europäischen Bonds sollen als Gegenpol zu den US-Treasuries aufgebaut werden.

In diesem Entwurf geht es um insgesamt 806 Milliarden Euro, die laut Bloomberg News im Herbst als neue europäische Schuldenpapiere lanciert werden sollen. Diese Mittel sind bestimmt für die neuen Coronahilfen und werden unter dem Namen „NextGenerationEU“ firmieren. Die Laufzeit beträgt fünf Jahre und die ersten Anleihen werden bereits im Juni begeben.

Ab Herbst sollen Schuldverschreibungen und so genannte Kurzläufer über eine neue Plattform begeben werden, rund 30% davon als grüne Anleihen, für die aber noch eigene Emissionsbedingungen aufgestellt werden müssen. Der Entwurf enthält weiters eine genaue Planung, dass jährlich zwischen 150 - 200 Milliarden Euro bis Ende 2026 emittiert werden. Bis Juni 2021 wird die Kommission bereit sein, mit der Mobilisierung dieser Mittel zu beginnen.

Das Papier unterstreicht den ehrgeizigen Plan der EU, die damit erstmals selbst als Akteur auf den Bondmärkten auftritt. Damit könnte sie auf längere Sicht eine Alternative zu den US-Treasuries werden. Die geplanten Anleihen haben Laufzeiten von drei bis 30 Jahren und werden quartalsweise begeben. Laut dem Plan sollen zudem auch Kurzläufer ausgegeben werden, was als Möglichkeit zur schnellen Geldbeschaffung gesehen wird, vor allem in der Anfangsphase des Projekts

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