Allianz gegen China nimmt Gestalt an

19.04.2021

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Inflation im Euroraum steigt im Jahresvergleich um 1,3%

Die Inflation in der Eurozone hat sich im März wie erwartet entwickelt. Nach Zahlen des europäischen Statistikamtes Eurostat vom Freitag stiegen die Verbraucherpreise gegenüber dem Vormonat um 0,9%, im Jahresvergleich lagen sie um 1,3% höher. Die Kerninflation (ohne volatile Preise für Energie und Nahrungsmittel) erhöhte sich zum Vormonat um 1,0%.

Besonders stark fiel der Preisanstieg mit einer Jahresrate von +4,3% bei den Energiepreisen aus, Nahrungsmittel kosteten auf Jahressicht im März um 1,6% mehr. Für Dienstleistungen musste um 1,3% mehr bezahlt werden als vor einem Jahr.  

AMERIKA

US-Konsumklima steigt auf höchsten Stand seit einem Jahr

Die Kauflaune der amerikanischen Verbraucher hat sich im April wieder deutlich verbessert und ist auf den höchsten Stand seit einem Jahr gestiegen. Der von der Universität Michigan erhobene Stimmungsindex stieg gegenüber dem Vormonat um 1,6 Punkte auf 86,5 Zähler.

Die aktuelle Lage wurde deutlich besser beurteilt als zuletzt, während die künftigen Erwartungen unverändert blieben. Die Konjunkturpakete der Regierung und die fortschreitenden Impfungen haben zur Stützung des privaten Konsums beigetragen.

UNTERNEHMENS-NEWS

BÖRSENBOOM BESCHERT MORGAN STANLEY GUTE GESCHÄFTE

Ein florierender Handel mit Wertpapieren sowie starke Zuwächse in der Vermögensverwaltung haben der US-Investmentbank ein glänzendes Quartalsergebnis beschert. In den drei Monaten von Jänner bis März stieg das Nettoergebnis im Jahresvergleich um satte 150% auf 4 Milliarden US-Dollar, die Erlöse legten um 61% auf 15,7 Milliarden US-Dollar zu. Damit übertraf man auch die Erwartungen der Analysten.

Vorstandschef James Gorman zeigte sich zufrieden und optimistisch. Morgan Stanley sei gut positioniert für weiteres Wachstum in den kommenden Jahren. Doch trotz der guten Zahlen rutschte die Aktie im Handel ins Negative. Die Quartalszahlen hatten auch einen Makel. So gingen durch den Zahlungsausfall eines einzigen Kunden und Handelsverluste infolgedessen über 900 Millionen US-Dollar verloren. Morgan Stanley nannte zwar keinen Namen, es dürfte sich aber um den Hedgefonds Archegos gehandelt haben, dessen Zusammenbruch im März die Branche belastete.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

ALLIANZ GEGEN CHINA NIMMT GESTALT AN

Unter der Führung der USA nimmt die „Anti-China-Allianz“ allmählich Gestalt an. US-Präsident Joe Biden erzielt beim Versuch, Amerikas Partner auf einen gemeinsamen Kurs zu bringen, erste Erfolge.

China gilt als einzige Macht, die Amerika technologisch, ökonomisch und militärisch übertreffen könnte. Aber Präsident Biden hat erkannt, was sein Vorgänger Donald Trump nicht erkannte: Mit einem weltumspannenden Bündnissystem verfügen die USA über etwas, das China nicht mit einem Fünfjahresplan aus dem Boden stampfen kann. Dieses Bündnissystem will Biden nun wieder nutzen. Dabei drängt er das noch zögernde Europa, auf seinen aggressiven Kurs gegenüber Peking einzuschwenken. Zudem erhöht er vor allem auch den Druck auf die großen asiatischen Nationen Indien, Südkorea und Japan, sich im Konflikt der beiden Supermächte klar auf die amerikanische Seite zu stellen.

Am Freitag begann mit dem Staatsbesuch des japanischen Premiers Yoshihide Suga in Washington die chinakritische Gipfeldiplomatie. Ende April reist Suga auch nach Indien. Anfang Mai findet der EU-Indien-Gipfel statt. Bei allen Treffen steht auch immer die Frage im Raum, wie viel Emanzipation von China sich die großen Handelsnationen überhaupt leisten können. Wie lange kann die dominante Strategie in Europa und Japan, mit China Geschäfte zu machen, noch funktionieren, ohne die Beziehungen zu den USA zu gefährden?

Damit hat das große Spiel um Macht und Einflusszonen in der wachstumsstarken Pazifikregion endgültig begonnen. Europa und besonders Deutschland stehen etwas orientierungslos am Rande. Die Auseinandersetzung wird prägender Faktor für die Weltwirtschaft in den kommenden Jahren sein. Während Japan und Europa aufgrund ihrer Wirtschaftsinteressen noch vorsichtig agieren, wagt Indien bereits entschlossen die ökonomische Entkopplung von China.

Haftungsausschluss

Dieser Breakfast Wrap ist eine freie Zusammenstellung von Informationen über allgemeine volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen und Entwicklungen. Er ist keine Grundlage für Anlageentscheidungen, etwa den Erwerb von spezifischen Produkten. Dieser Breakfast Wrap stellt in keinem Fall eine Empfehlung oder Meinungsäußerung der Capital Bank hinsichtlich bestimmter Anlageformen oder Anlagestrategien oder deren Angemessenheit dar. Individuelle Anlageentscheidungen setzen vielmehr die vorherige anleger- und objektgerechte Beratung sowie umfassende Risikoaufklärung voraus. Dieser Breakfast Wrap stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung dar. Alle Informationen beruhen auf sorgfältig ausgesuchten Quellen; die aus diesen Quellen übernommenen Informationen wurden nicht überprüft. Es wird insbesondere keine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität übernommen. Die Auswahl und Aufnahme der Informationen lässt keine Rückschlüsse auf Meinungen und Prognosen seitens der Capital Bank zu. Haftungs- oder Schadenersatzansprüche, welche aus der Nutzung oder Nichtnutzung bzw. aus der Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen resultieren, sind ausgeschlossen.

« zurück

Close