Neues NAFTA-Abkommen zwischen Mexiko und den USA weiterhin möglich

13.03.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Deutschlands Exportwirtschaft startet gut ins neue Jahr

Dank erhöhter Nachfrage aus den Schwellenländern haben die deutschen Exportunternehmen einen überraschend guten Start ins neue Jahr hingelegt. Die Ausfuhren konnten im Januar gegenüber dem Vormonat um 2,7% gesteigert werden, im Dezember wurde noch ein Rückgang von 2,8% ausgewiesen. In Summe wurden Waren und Dienstleistungen im Gesamtwert von 98,9 Milliarden Euro exportiert, das entspricht einem Anstieg von 11,8% gegenüber dem Januar 2016. Ebenfalls überraschend stark gestiegen sind die Einfuhren, sie legten um kräftige 3,0% zum Vormonat zu. Damit konnte ein Überschuss in der Handelsbilanz von 18,5 Milliarden Euro erwirtschaftet werden.

AMERIKA

US-Arbeitsmarkt zeigt weiter robustes Wachstum

Wie das US-Arbeitsministerium am Freitag berichtete, hat sich der amerikanische Arbeitsmarkt auch im Februar weiter gut entwickelt. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft konnte um 227.000 Stellen gesteigert werden. Von den Volkswirten wurde lediglich ein Zuwachs um 193.000 Arbeitsplätze erwartet. Die Arbeitslosenquote ging im Februar von 4,8% auf 4,7% zurück. Gleichzeitig erhöhte sich die Erwerbsquote, also der Anteil der Erwerbspersonen an der Gesamtheit der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter, von 62,9 % auf 63,0%. Die US-Stundenlöhne zogen moderat um 0,2% an. Diese positiven Zahlen dürften die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Zinserhöhung der US-Notenbank stark erhöhen.

ASIEN

Ausgaben für Dienstleistungen in Japan bleiben unverändert

Der Industrieaktivitätsindex für den Tertiärsektor in Japan ist gegenüber dem Vormonat unverändert geblieben. Dies gab der Bericht des Ministry of Economy, Trade and Industry (METI) am Montag bekannt. Von den Analysten wurde ein leichter Anstieg um 0,2% erwartet. Der Index misst die Veränderung der Ausgaben für Dienstleistungen in Japan und ist ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Aktivität im Inland. Auf die Währung hat er wenig Einfluss, da die japanische Wirtschaft sehr exportorientiert ist.

UNTERNEHMENS-NEWS

JOE KAESER ZU BESUCH BEI DONALD TRUMP

Zu ihrem ersten Besuch beim US-Präsidenten nimmt die deutsche Kanzlerin nun auch zwei hochkarätige Firmenchefs mit. Joe Kaeser, der Konzernchef von Siemens, und Harald Krüger von BMW werden den Gesprächen beiwohnen. Vorrangig geht es dabei um die Schaffung eines konstruktiven Gesprächsklimas. Trump hatte zuletzt angekündigt, Strafzölle auf Importe zu verhängen, die aus Ländern mit einer negativen Außenhandelsbilanz für die USA kommen. Deutschland würde hier dazu zählen. Die beiden Unternehmen zeichnen sich unter anderem verantwortlich für die Schaffung von einigen Arbeitsplätzen in den Staaten.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

NEUES NAFTA-ABKOMMEN ZWISCHEN MEXIKO UND DEN USA WEITERHIN MÖGLICH

Bei einem Treffen des mexikanischen Außenministers Luis Videgaray mit Vertretern der neuen US-Regierung in Washington wurde über eine Änderung des NAFTA- Handelsabkommen gesprochen. Während sich der amerikanische Präsident Donald Trump noch Anfang dieses Jahres negativ über das bestehende nordamerikanische Handelsabkommen äußerte, dürfte nun Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen gekommen sein.

Der mexikanische Außenminister beurteilte das aktuelle Treffen als positiv und zeigte sich überzeugt, ein mögliches neues NAFTA-Handelsabkommen bis Ende dieses Jahres durchzubringen. Laut Videgaray dürften die neuen Verhandlungen Mitte des Jahres starten und mehrere Monate in Anspruch nehmen. Bereits in den nächsten Wochen soll ein Treffen mit seinem amerikanischen Kollegen Rex Tillerson und dem Außenminister Kanadas erfolgen, um mögliche Neuerungen vorbehaltlos zu diskutieren.

CHINAS ZENTRALBANKCHEF WARNT VOR GROSSEM SCHULDENSTAND IN UNTERNEHMEN

Zhou Xiaochuan, Chef der chinesischen Notenbank, warnt am Freitag in Peking vor einem zu großen Schuldenstand der Unternehmen außerhalb des Finanzsektors. Gemäß der People‘s Bank of China (PBoC) lässt sich die hohe Verschuldung der chinesischen Unternehmen nicht so schnell abbauen.

Unternehmen mit einer extrem hohen Verschuldung sind im Reich der Mitte auch als „Zombie“ Firmen bekannt. Die Banken wollen diese in Zukunft nun nicht mehr weiter stützen. Laut den Zahlen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) beträgt der Schuldenstand der Unternehmen 169% des Bruttoinlandsprodukts des Reichs der Mitte. Es würden immer öfter auch Kredite aufgenommen, um in Folge alten Krediten nachkommen zu können. Zhou Xiaochuan spricht mittelfristig auch von geplanten Restrukturierungen, um die Überkapazitäten in der Industrie abzubauen.

Einen Rückgang der Devisenreserven im aktuellen Jahr sieht die Zentralbank nicht als ungünstig und will darauf nicht „überreagieren“. Im vergangenen Jahr hatte das Reich der Mitte 313 Milliarden Euro aufgewandt, um die Kapitalflucht zu mildern und den Yen zu stützen. Dadurch fielen die Devisenreserven des Landes auf etwa 3 Billionen US-Dollar. Trotz des Rückgangs sind die Reserven immer noch die größten weltweit.

BUNDESTAGSBESCHLUSS: GROSSFIRMEN IN DEUTSCHLAND ERHALTEN NEUE BERICHTSPFLICHTEN

Wie das Handelsblatt berichtet, hat der Deutsche Bundestag in Berlin in der Nacht zum Freitag neue Berichtspflichten für Großfirmen beschlossen. Die großen, börsennotierten Unternehmen haben künftig nicht nur über ihre finanzielle Lage Auskunft zu geben, sondern darüber hinaus über deren Einsatz für Arbeitnehmer und Sozialbelange, Korruptionsbekämpfung, Menschenrechte und Umweltschutz.

Sofern es kein Konzept zu einem der genannten Punkte gibt, hat der jeweilige Konzern dies in einer Erklärung zu begründen. Damit setzt Deutschland die CSR-Richtlinie der Europäischen Union um. Diese Abkürzung steht für „Corporate Social Responsibility“, also die gesellschaftliche Verantwortung der Wirtschaft. Betroffen sind einige hundert Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten, die dadurch verpflichtet werden, Lageberichte zu „nichtfinanziellen“ Themenschwertpunkten abzugeben.

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