Mehrere deutsche Forschungsinstitute raten EZB zur Zinswende

14.04.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Inflationsdruck in Deutschland lässt im März wieder nach

Die Teuerungsrate in Deutschland hat im März wieder deutlich nachgelassen. Als Grund dafür werden günstigere Preise bei Rohöl und Lebensmitteln angeführt. Der Bericht des statistischen Bundesamtes (Destatis) meldet für den März eine jährliche Inflationsrate von 1,6%. Dieser Wert deckt sich auch mit den Erwartungen der Volkswirte.

Im Februar lag die Teuerung noch bei 2,2%. Auf Monatssicht verteuerten sich die Preise für tägliche Bedarfsgüter um 0,2% gegenüber dem Vormonat. Da in der gesamten Eurozone der Inflationsdruck nachgelassen hat, haben auch die Spekulationen über ein baldiges Ende der lockeren Geldpolitik der EZB wieder abgenommen.

AMERIKA

Stimmung der US-Verbraucher bleibt weiter ungetrübt

Die amerikanischen Konsumenten haben ihre positive Stimmung auch im April beibehalten. Der von der Universität Michigan berechnete Konsumklimaindex ist auf 98,0 Punkte angestiegen. Die Ökonomen hatten dagegen einen Rückgang auf 96,5 Zähler erwartet. Die Einschätzung der aktuellen Lage erreichte mit 115,2 Punkten den höchsten Stand seit dem Jahr 2000. Auch der Index für die Erwartungen konnte von 86,5 auf 86,9 Zähler zulegen. Der Index basiert auf einer Umfrage unter rund 500 Haushalten und bildet einen wichtigen Indikator für das Kaufverhalten der US-Verbraucher.

ASIEN

Japans Industrie produziert wieder mehr

Wie das Ministry of Economy, Trade and Industry (METI) am Freitag mitteilte, konnte die Produktion der japanischen Industrie im Februar mehr als erwartet gesteigert werden. Die Produktionsmengen legten von 2,0% im Vormonat auf saisonal angepasste 3,2% zu. Von den Analysten wurde lediglich ein Anstieg im Ausmaß von 2,0% erwartet. Die Produktionsmengen bilden einen guten Indikator für die Stärke des produzierenden Sektors.

UNTERNEHMENS-NEWS

JP MORGAN VERZEICHNET GUTE GEWINNE IM ERSTEN QUARTAL

JP Morgen startete ins Jahr 2017 mit höheren Gewinnen als von den Analysten erwartet. Der Nettogewinn verzeichnete einen Anstieg um zirka 17% auf etwa 6,45 Milliarden Dollar. Somit konnte der positive Trend des letzten Jahres mit ins neue genommen werden. Die Nettoerträge der Investmentbank sind um rund 6% gestiegen. Die positiven Entwicklungen sind auf die starken Aktivitäten an den Kapitalmärkten zurückzuführen. Vor allem das Geschäft mit Anleihen lief besser als von vielen erwartet wurde.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

MEHRERE DEUTSCHE FORSCHUNGSINSTITUTE RATEN EZB ZUR ZINSWENDE

Die renommiertesten deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute veröffentlichten unter der Hauptleitung des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung am Mittwoch ein gemeinsames Wirtschaftsgutachten. In diesem Gutachten fordern die Ökonomen die Europäische Zentralbank (EZB) auf, den Kapitalmarkt auf steigende Zinsen vorzubereiten. Damit könnte die EZB die langfristigen Zinsen erhöhen und das Margenproblem des angespannten Finanzsektors etwas verbessern.

Außerdem erwarten sich die Wirtschaftsforscher, dass das groß angelegte Wertpapierkaufprogramm der EZB bei guter Konjunkturlage bereits mit Jahresbeginn 2018 beendet wird. Das Kaufprogramm ist derzeit auf 2,28 Billionen Euro ausgelegt und kann je nach Wirtschaftsprognose bis Ende 2018 fortgeführt werden.

Die Forschungsinstitute gehen außerdem erst mit Ende des Prognosezeitraums 2018 von einer ersten Erhöhung des Leitzinses aus. Die deutsche Bundesregierung schlug in die gleiche Kerbe und forderte die Europäische Zentralbank auf, die Finanzpolitik auf eine notwendige Normalisierung der europäischen Geldpolitik und des Zinsumfeldes einzustellen.

SAUDI-ARABIEN BEGIBT SUKUK-ANLEIHEN

Um den Staatshaushalt aufgrund der zurückgegangenen Öl-Einnahmen aufzubessern, begibt Saudi-Arabien so genannte Sukuks. Dabei handelt es sich um strukturierte Anleihen, die schariakonform sind, folglich werden keine Zinsen gezahlt. Laut Insidern wurden durch diese ersten islamischen Anleihen rund neun Milliarden US Dollar lukriert. Die Laufzeiten der Bonds betragen fünf und zehn Jahre.

Die Nachfrage nach den Sukuks war enorm und übertraf 33 Milliarden US-Dollar. In Folge beschloss die saudische Regierung mehr als die geplanten acht Milliarden Dollar zu begeben. Die 5-jährigen Anleihen haben eine Rendite von 2,93%, die 10-jährigen Papiere eine Rendite von 3,65%. Laut islamischem Recht dürfen zwar keine Zinsen gezahlt werden, jedoch ist es erlaubt, Gewinne aufzuteilen. Daraus ergibt sich dann die Rendite der Anleihen.

Aufgrund der zurückgegangenen Öl-Einnahmen ist das Haushaltsdefizit von Saudi Arabien bis 2015 auf 98 Milliarden Dollar angestiegen. Reduzierte Subventionen, verminderte Staatsausgaben und die begebenen Anleihen sollen das Budget wieder aufbessern. 2016 hat das Königreich bereits das Haushaltsdefizit auf 79 Milliarden Dollar reduziert. Bis zum Jahr 2020 hat sich das Land zum Ziel gesetzt, das Defizit zu bereinigen.

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