Türkei stimmt knapp für Erdogan

18.04.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Deutschland steigert Beschäftigtenzahl in der verarbeitenden Industrie

In den Betrieben des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland waren Ende Februar[nbsp] etwa 5,4 Millionen Personen beschäftigt. Das waren rund 53.000 Beschäftigte mehr (+1,0%) als im selben Monat des Vorjahres. Die stärkste Steigerung mit einem Plus von 2,9% gab es bei den Beschäftigtenzahlen in den Betrieben der Nahrungs- und Futtermittelhersteller. Ebenfalls überdurchschnittlich stieg die Angestelltenzahl bei den Herstellern von elektrischen Ausrüstungen mit +2,3%. Einen Rückgang bei den Beschäftigten verbuchte die Metallindustrie, hier gab es ein leichtes Minus von 0,8%.

AMERIKA

Empire-State-Index in den USA fällt deutlicher als erwartet

Die Stimmung in den Industriebetrieben im Großraum New York hat sich im April eingetrübt. In ihrem Bericht vom Montag hat die regionale Notenbank von New York bekanntgegeben, dass der Frühindikator, der die Geschäftstätigkeit der Industrie im Staat New York misst, im April von 16,40 Punkten aus dem Vormonat auf 5,20 Zähler zurückgegangen ist. Erwartet wurde von den Experten nur ein Rückgang auf 15,00 Punkte. Der Index wird durch Befragungen von Unternehmensvertretern ermittelt und gibt Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung in den USA. Im Vergleich zu anderen Indikatoren gilt der Empire-State-Index aber als sehr schwankungsanfällig.

ASIEN

China meldet überraschend gute Wirtschaftszahlen für das erste Quartal

Das chinesische Statistikamt hat am Montag einen prächtigen Start von Chinas Wirtschaft in das neue Jahr gemeldet. Im ersten Quartal konnte die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ihr Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 6,9% gegenüber dem Vorjahreszeitraum steigern. Getragen werde dieses gute Ergebnis von einer robusten Produktion und einem starken inländischen Konsum, sowie einer kräftigen Erholung bei den Exporten. Die Industrieproduktion konnte statt der prognostizierten 6,9% um 7,6% zulegen. Auch die Umsätze im Einzelhandel übertrafen die Erwartungen. Sie stiegen im Jahresvergleich um 10,9% an.

UNTERNEHMENS-NEWS

APPLE ERWÄGT GEBOT FÜR TOSHIBA CHIP-SPARTE

Der US-amerikanische Techriese plant Berichten zufolge den Einstieg in das Bieterrennen um Toshibas Halbleitersparte. Zusammen mit Foxconn erwägt Apple das Investment von mehreren Milliarden US-Dollar. Konkret soll es dabei um 20 Milliarden gehen, was einem Anteil von mehr als 20% entsprechen würde.

Die Japaner haben derzeit mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Vor allem die marode US-Tochter Westinghouse belastet, die Atomkraftwerke baut. Mit dem Verkauf erhofft man sich eine Verbesserung der finanziellen Situation. Auch der US-Chiphersteller Broadcom, die Südkoreaner SK Hynix und Western Digital sind ebenfalls an dem Geschäftsbereich von Toshiba interessiert. Apple und Foxcon haben sich jedoch noch nicht zu den Berichten geäußert.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

TÜRKEI STIMMT KNAPP FÜR ERDOGAN

Mit einer knappen Mehrheit ist es Staatspräsident Erdogan beim Verfassungsreferendum gelungen, die Wähler für die Einführung des Präsidialsystems zu gewinnen. Unter diesem wird Recep Tayyip Erdogan noch mehr Macht haben als bisher.

Die Opposition will das Ergebnis nun anfechten. Diese hält vor allem den seit dem Sommer verhängten Ausnahmezustand im Zuge des Putschversuchs während des Wahlkampfs als für sie nachteilig. Mit einem tieferen Blick auf die Metropolen zeigt sich, dass in Istanbul wie auch Ankara eine knappe Mehrheit nicht für, sondern gegen Erdogan gestimmt hat. Mit einer Mehrheit für Erdogan haben laut Medienberichten vor allem auch im Ausland lebende Türken gestimmt.

Bei einem Sieg hat Erdogan versprochen, dass er für mehr Stabilität im Land Sorgen werde. Welche Implikationen der knappe Sieg am Wochenende in der Türkei in Bezug auf die Todesstrafe oder aber die Frage eines EU-Beitritts der Türkei hat, wird sich noch zeigen. Der Ausnahmezustand im Land, der dieses Wochenende ausgelaufen wäre, wurde von Erdogan abermals um drei weitere Monate verlängert. Voraussetzung dafür ist, dass das Parlament zustimmt.

DEUTSCHLAND BAUT ERSTEN OFFSHORE-WINDPARK OHNE STAATLICHE SUBVENTIONEN

Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG gab am Freitag bekannt, als erster Versorger einen Offshore-Windpark mit einer Leistung von bis zu 900 Megawatt ohne staatliche Zuschüsse bauen zu wollen. Der Windpark, der nahezu die Leistung eines Atomkraftwerks besitzt, soll lediglich mit dem normalen Einspeisetarif konkurrenzfähig sein. Außerdem will die EnBW drei weitere Offshore-Projekte mit 600 Megawatt Leistung und einer staatlichen Förderung von maximal sechs Cent pro Kilowattstunde bauen. Aber auch diese staatliche Subvention ist lediglich die Hälfte der aktuellen 12 Cent Energie-Umlage.

Der Chef der deutschen Bundesnetzagentur, Jochen Homann, zeigte sich erfreut über die aktuellen niedrigen Einspeisetarife der Windparks. Homann sieht dadurch die Offshore-Windenergie absolut wettbewerbsfähig mit den traditionellen Stromerzeugungsmethoden.

Laut Branchenkreisen ist der Verzicht auf Subventionen erst durch die günstigere Bauweise der Windparks möglich geworden. Dadurch bekommt aber auch der deutsche Staat eine unerhoffte Möglichkeit, die eigenen Ökostrom-Ausbauziele weiter zu forcieren.

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