Britische Regierung ruft überraschend Neuwahlen aus - Verzögerung beim iPhone 8

19.04.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

IWF sieht besseres Wachstum für 2017

Im Rahmen seines Weltwirtschaftsausblickes hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Wachstumsprognosen für die Weltwirtschaft leicht angehoben. Der IWF rechnet nun mit einem Anstieg des Bruttoinlandproduktes (BIP) um 3,5%. Bei der letzten Veröffentlichung lag das erwartete Wachstum noch bei 3,4%. Für Deutschland rechnet der IWF 2017 und 2018 mit Wachstumsraten von 1,6 %( zuvor: 1,5%) und 1,5%.

Auch für die Wirtschaft des gesamten Euroraumes wurden die Prognosen um 0,1% auf 1,7% Wachstum angehoben. Der IWF begründet die verbesserten Prognosen mit einer breit angelegten Stärkung des globalen Wachstums.

AMERIKA

US-Wohnimmobilienmarkt zeigt gemischtes Bild im März

Wie aus dem Bericht des Handelsministeriums vom Dienstag hervorgeht, ist die Anzahl der neu begonnenen Haus- und Wohnungsbauten im März stärker als erwartet gefallen. Das Ministerium meldete einen Rückgang gegenüber dem Vormonat um 6,8% auf 1,215 Millionen Einheiten. Im Gegenzug wurden mehr neue Baugenehmigungen erteilt als erwartet. Die Anzahl der Baugenehmigungen erhöhte sich überraschend um 3,6% auf 1,260 Millionen neue Genehmigungen. Von den Experten wurde lediglich ein Anstieg der Baubewilligungen um 2,8% erwartet.

ASIEN

Australier kaufen wieder mehr neue Autos

Die Neuwagenverkäufe in Australien haben im letzten Monat wieder zugelegt. Wie das australische Statistikamt am Mittwoch meldete, konnten im März um 1,9% mehr Neuwagen verkauft werden als im Monat zuvor. Im Februar hatte es noch einen Rückgang von 2,7% gegeben. Als besonders beliebt bei den Käufern zeigten sich vor allem Sports utility vehicles (SUV). Die Neuwagenverkäufe gelten als wichtiger Indikator für die Konsumentenausgaben und das Verbrauchervertrauen.

UNTERNEHMENS-NEWS

APPLE: VERZÖGERUNG BEIM IPHONE 8

Letzten Berichten zufolge könnte das neue Modell nicht wie geplant im September präsentiert werden. Probleme mit der Fingerabdruckerkennung sollen dafür verantwortlich sein. Bei der neuen iPhone-Generation soll diese ja im Display integriert sein, und nicht wie gehabt im Home-Button. Den Berichten zufolge sind bei den Herstellern der Komponenten für die Fingerabdruckerkennung noch keine größeren Aufträge eingegangen.

Sollte es zu einer Verschiebung kommen, wäre man bei Apple jedoch in guter Gesellschaft. Auch Samsung, der weltgrößte Smartphone-Hersteller, musste den Start des Flaggschiffs Galaxy S8 nach hinten verschieben.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

BRITISCHE REGIERUNG RUFT ÜBERRASCHEND NEUWAHLEN AUS

Die britische Premierministerin Theresa May hat am Dienstag vor ihrem Amtssitz in London überraschend Neuwahlen für den 8. Juni verkündet. Die Verhandlungen über den Austritt aus der EU machten im Parlament Einigkeit nötig, bekräftigte May. Diese sei jedoch aktuell nicht gegeben, die Opposition schwäche die Verhandlungsposition der Regierung. Nur durch eine vorgezogene Neuwahl könne für die kommenden Jahre Beständigkeit gewährleistet werden. Für Mittwoch sei die Einbringung der entsprechenden Vorlage im Parlament vorgesehen, sodass noch am selben Tag darüber abgestimmt werden könne.

Von der EU-Kommission wurde bislang keine Stellungnahme abgegeben. Die Legislaturperiode dauert eigentlich noch bis 2020. Für die Vorverlegung benötigt May eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament. Die oppositionelle Labour Party begrüßte die Ankündigung Mays. Umfragen zufolge dürften die Konservativen die Abstimmung allerdings deutlich für sich entscheiden. Einer Erhebung von YouGov aus der vergangenen Woche zufolge kämen sie auf 44%, während Labour 23% und die Liberaldemokraten 12% bekommen würden. Infolge des Mehrheitswahlrechts dürfte es noch klarere Verhältnisse im Parlament als bisher geben.

Nach dem angenommenen Referendum über den EU-Austritt im Juni 2016 beantragte die Regierung diesen Ende März in Brüssel. Die Verhandlungen darüber sollen in Kürze mit dem Ziel beginnen, dass das Land nach dem Willen der Regierung 2019 die EU verlassen kann. May strebt als Ersatz für den EU-Binnenmarkt und die Zollunion ein Freihandelsabkommen an.

In einer ersten Reaktion hat die schottische Regierung die aktuellen Pläne der Regierung in London kritisiert. Die Konservativen von Premierministerin Theresa May wollten so „einen harten Brexit und tiefere Einschnitte durchsetzen“, erklärte Regierungschefin Nicola Sturgeon am Dienstag über Twitter. Dies stärke das Argument, dass die Schotten erneut über eine Unabhängigkeit abstimmen sollten. Im Vorjahr hatten sich die Schotten beim Brexit-Referendum mehrheitlich gegen einen Austritt aus der EU ausgesprochen. In der Folge trat Sturgeon für ein neues Unabhängigkeitsreferendum ein, welches May allerdings vor dem Abschluss der Brexit-Gespräche für unangebracht hält.

DEUTSCHLAND WILL INNOVATIONEN FÖRDERN

Künftig will Deutschland die Innovationskraft stärker ankurbeln. Wie das umgesetzt werden soll? Das Bundeswirtschaftsministerium plant ein Milliardenprogramm für Steuererleichterungen für forschende Unternehmen. Wie Wirtschafts-Staatssekretär Matthias Machnig der „Süddeutschen Zeitung“ mitteilte, liegt das Fördervolumen des neuen Reformplans bei etwa einer Milliarde Euro. Das erklärte Ziel ist es, der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft Aufwind zu verleihen.

Maching betont insbesondere die essentiellen Investitionen in die Forschung und Entwicklung kleinerer und mittlerer Unternehmen, um so auch in Zukunft weiter am Ball zu bleiben. Rund 750 Milliarden Euro sollen für den Mittelstand vorgesehen werden. Innerhalb des Modells sollen Unternehmen, die unter 1.000 Mitarbeiter beschäftigen, 10% der Personalkosten in Forschung und Entwicklung von den monatlichen Lohnsteuerkosten abgezogen werden. Weitere 200 Millionen Euro sollen in drei nationale Forschungsprogramme für den Mittelstand fließen, 300 Millionen sollen in einen neuen Gründerfonds gespeist werden.

Zudem will man auch ein strategisches Innovationszentrum für Deutschland prüfen. Dieses soll in Anlehnung an die Forschungsbehörde Defense Advanced Research Projects Agency des US-Verteidigungsministeriums gestaltet werden. Die US-Forschungsbehörde war unter anderem an der Entwicklung des Internets und des Mobilfunkstandards GPS beteiligt. Laut Bericht der Süddeutschen Zeitung könnte in Deutschland eine Einrichtung entstehen, die nach amerikanischem Vorbild Empfehlungen für die Entwicklung von Schlüsseltechnologien erarbeitet. Das gehe auch aus dem Bericht des Wirtschaftsministeriums hervor.

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