Britisches Unterhaus macht Weg für Neuwahlen frei

20.04.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Inflation in der Eurozone fällt wieder unter Zielwert der EZB

Die Teuerungsrate in der Eurozone ist im März wieder zurückgegangen, sie fiel auf Jahressicht von 2,0% auf 1,5% und damit wieder unter den von der Europäischen Zentralbank (EZB) angestrebten Zielwert. Damit wurden die Erwartungen der Volkswirte bestätigt. Auch bei der Kernrate (ohne volatile Preise von Energie und Lebensmitteln) gab es einen Rückgang von 0,9% auf 0,7%.

Die zu Jahresbeginn höheren Inflationsraten entfachten eine Diskussion über einen baldigen Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik der EZB. Ihr Chef Mario Draghi sah aber nicht genug Anzeichen für eine nachhaltig steigende Inflation, seine Skepsis wurde nun durch die Zahlen aus dem März bestätigt.

AMERIKA

USA reduzieren ihre Vorräte an Rohöl

Die Rohöllagerbestände in den USA haben sich erneut verringert. Nach Angaben der staatlichen Energy Information Administration (EIA) sind die Lagerbestände um 1,034 Millionen Barrel gegenüber der Vorwoche gesunken. Von den Experten wurde lediglich eine Reduktion um 0,8 Millionen Barrel erwartet. Bereits in der Vorwoche gab es einen Rückgang der Bestände an Rohöl im Ausmaß von 2,2 Millionen Barrel. Im Gegenzug wurden die Benzinbestände aufgestockt, sie nahmen um 1,542 Millionen Barrel zu.

ASIEN

Japans Exporte legen das vierte Mal in Folge zu

Die Ausfuhren der japanischen Industrie haben im März das beste Ergebnis seit über zwei Jahren erreicht. Die Exporte übertrafen das Vorjahresniveau um 12,0%, das bedeutete den vierten Zuwachs in Folge. Das Ergebnis lag auch deutlich über den Erwartungen der Experten, deren Prognosen lagen nur bei einem Plus von 6,7%.

Getragen wurde der Anstieg vor allem von vermehrten Ausfuhren von Stahlprodukten und Autoteilen. Ebenfalls kräftig zugelegt haben auch die Importe, die Einfuhren nach Japan stiegen um 15,8% auf Jahressicht an. Hier wurde von den Analysten nur ein Plus von 10,4% erwartet.

UNTERNEHMENS-NEWS

NOVARTIS SETZT AUF BIOTECH

Der Schweizer Pharmariese schloss mit dem kanadischen Biotech-Unternehmen Parvus Therapeutics eine Lizenz- und Kollaborationsvereinbarung für das Produkt Navacim. Dieses wird zur Behandlung von Diabetes Typ I eingesetzt. Novartis hat durch die Vereinbarung das Recht erworben, das Mittel weiter zu entwickeln und zu vertreiben. Die Schweizer verstärken dadurch ihr Engagement im zukunftsträchtigen Biotech-Segment weiter. Wieviel das dem Konzern wert war, ist nicht bekannt.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

BRITISCHES UNTERHAUS MACHT WEG FÜR NEUWAHLEN FREI

Gestern haben die Abgeordneten des britischen Unterhauses mehrheitlich dem Antrag der Premierministerin zugestimmt, im Juni vorgezogene Neuwahlen abzuhalten. Insgesamt haben 522 der 650 Abgeordneten mit „Ja“ für Neuwahlen gestimmt, nur 13 waren dagegen.

Eigentlich hätte erst 2020 neu gewählt werden sollen. May will durch die vorgezogenen Wahlen mehr Rückendeckung für die ins Haus stehenden Brexit-Verhandlungen gewinnen. Geht man nach den aktuellen Umfragen, so liegt die derzeitige im Amt befindliche Konservative Partei weit vorne. Die Labour Partei hat gemäß diesen Werten ein historisches Umfragetief erreicht.

Jean-Claude Juncker, der EU-Kommissionspräsident sieht den Start der Brexit-Verhandlungen durch die vorgezogenen Neuwahlen nun erst nach dem 8. Juni. Eigentlich war der Start der Gespräche für den 22. Mai vorgesehen, wenn die Vorbereitungen der EU stehen.

DEUTSCHE REGIERUNG STELLT SICH KRITIK ZUM EXPORTÜBERSCHUSS

Die deutsche Bundesregierung ist zunehmend internationaler Kritik aufgrund des hohen Exportüberschusses ausgesetzt und möchte daher ein eigenes Konzept zum Abbau des Leistungsbilanzsaldos vorstellen. Dieses Papier soll bereits Ende dieser Woche bei dem Frühjahrstreffen des Internationalen Währungsfonds durch Finanzminister Wolfgang Schäuble präsentiert werden.

Das Hauptaugenmerk des achtseitigen Konzepts liegt dabei auf eine möglichst schnelle geldpolitische Straffung im Einklang mit der Konjunkturerholung der einzelnen europäischen Volkswirtschaften. Dadurch soll es für Deutschland möglich werden, aufgrund des Wechselkurseffektes des Euros zum Abbau des Leistungsbilanzsaldos beizutragen.

Im Arbeitspapier des Finanz- und Wirtschaftsministeriums wird aber dezidiert darauf hingewiesen, dass die Bundesregierung keine Zinserhöhung von der Europäischen Zentralbank fordere. Lediglich eine stärkere europäische Währung würde reichen, um den Handelsüberschuss zu verkleinern.

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