Schweizer Notenbank hält weiterhin an Negativzins fest

12.05.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Ifo-Experten beurteilen Weltwirtschaftsklima deutlich positiver

Nach Erhebungen des Münchner Ifo-Institutes hat sich das Weltwirtschaftsklima für das zweite Quartal 2017 merklich verbessert. Der Ifo-Indikator kletterte um 2,6 Punkte auf einen Stand von 13,0 Zählern. Das bedeutet den stärksten Anstieg seit dem Januar 2013.

Die befragten Experten beurteilen die aktuelle Wirtschaftslage deutlich positiver, auch die Konjunkturerwartungen haben sich verbessert. Als wichtigste Konjunkturtreiber erwiesen sich die fortgeschrittenen Volkswirtschaften, allen voran die Europäische Union. Dazu berichteten auch die Schwellen-und Entwicklungsländer von deutlich besseren Wirtschaftsaussichten.

AMERIKA

Preise auf Erzeugerebene in den USA steigen kräftig an

Im April haben die Preise für die Erzeuger in den USA deutlich zugelegt. Wie das US-Arbeitsministerium mitteilte, kletterten die Erzeugerpreise gegenüber dem Vormonat um 0,5% nach oben. Der von den Analysten erwartete Preisanstieg lag nur bei 0,2%. Auch die Kernrate (ohne die volatilen Preise für Energie und Lebensmittel) ging im Vergleich zum Vormonat um 0,4% nach oben.

Auf Jahressicht betrug die Preissteigerung im April 2,5%. Diese Zahlen deuten auf eine baldige Inflationssteigerung hin, da die veränderten Erzeugerpreise in der Regel früher oder später auf den Handel und damit auf die Konsumenten durchschlagen.

ASIEN

Einzelhandel in Singapur machte im März gute Geschäfte

Die Einzelhändler in Singapur konnten ihre Umsätze im März auf Jahressicht wider Erwarten kräftig erhöhen. Wie das Statistikamt am Freitag berichtete, konnten die Verkäufe im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,1% gesteigert werden. Von den Analysten wurde hingegen ein Rückgang der Umsätze um 4,5% erwartet.

Die Einzelhandelsumsätze werden durch Stichproben in Kaufhäusern verschiedenster Art und Größen in Singapur ermittelt. Sie bilden einen wichtigen Indikator für die Konsumentenausgaben.

UNTERNEHMENS-NEWS

APPLE LÄDT ZUR ENTWICKLERKONFERENZ

Die US-Amerikaner werden am 5. Juni im Rahmen der alljährlich stattfindenden Entwicklerkonferenz Produktneuheiten präsentieren. Neben neuen Versionen der hauseigenen Betriebssysteme soll auch ein auf der Assistenz-Software Siri basierender Lautsprecher vorgestellt werden. Damit tritt man in direkte Konkurrenz zu Amazons Echo.

Vorerst ist jedoch noch wenig darüber bekannt: Entwickelt wurde das Gerät vom Kopfhörerproduzenten Beats, welcher von Apple im Jahr 2014 übernommen wurde und er soll ebenfalls wie das neue Amazon-Echo über einen Bildschirm verfügen.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

SCHWEIZER NOTENBANK HÄLT WEITERHIN AN NEGATIVZINS FEST

Bei einer Veranstaltung des Schweizer Privatbankenverbands in Zürich sprach der Notenbankchef Thomas Jordan über die aktuelle Geld- und Zinspolitik der Schweiz. Thomas Jordan sieht den aktuellen Negativzins von minus 0,75% neben den Devisenmarkttransaktionen als einen wesentlichen Bestandteil, um gegen den deutlich überbewerteten Franken zu intervenieren.

Zwar würden viele Indikatoren auf eine Normalisierung der europäischen Geldpolitik hindeuten, aber erst bei einer Inflation um die 2% und einer weiteren Stärkung des Wachstums könnte Entwarnung gegeben werden. Sollte dieser Moment eintreten, würde sich der Druck auf den Franken automatisch reduzieren und die Nationalbank hätte laut ihrem Präsidenten einen erheblich größeren Spielraum.

Trotzdem sieht Jordan auch bei einer Normalisierung der Geldpolitik ein tiefes Zinsumfeld über einen längeren Zeitraum gegeben. Vor allem Versicherungen und Pensionskassen hätten mit dieser Situation zu kämpfen. Eine Zinserhöhung schloss der SNB-Präsident vorerst aus, da dies für die Banken und die Wirtschaft keine positiven Folgen hätte und der Franken aufgewertet würde.

EU-HANDELSMINISTER VERABSCHIEDEN STRENGERE ANTI-DUMPING-REGELN

Die EU plant, sich gegen Dumping energischer zur Wehr zu setzen. Die Handelsminister der Mitgliedstaaten verständigten sich in Brüssel über strengere Vorschriften gegen unlautere Preise, die sich auch gegen China richten, wie das deutsche Bundeswirtschaftsministerium bekanntgab. „Dies ist eine gute Nachricht für die deutschen und europäischen Industriestandorte“, befand Staatssekretär Matthias Machnig.

Die neue Methodik gehe nach seinen Worten konform mit dem Regelwerk der Welthandelsorganisation WTO. Dadurch werde China nicht mehr länger als Nicht-Marktwirtschaft im Anti-Dumpingrecht eingestuft. Machnig sei deshalb davon überzeugt, künftige Schutzzölle werden höher ausfallen und europäischen Betriebe könnten wirksamer geschützt werden.

Allerdings muss sich das EU-Parlament noch mit den Änderungen befassen. Den Großteil ihrer Handelsstreitigkeiten führt die EU mit dem Reich der Mitte. Bekannte Anwendungsbeispiele sind die Stahlbranche und die Herstellung von Solarzellen. Mit dem Unternehmen Solarworld musste am Mittwoch wegen der chinesischen Billig-Konkurrenz ein deutscher Ökostrom-Pionier aufgeben und Insolvenz anmelden. Immerhin hatte die EU gegen chinesische Solarunternehmen Schutzzölle verhängt, Solarworld stufte sie hingegen als wirkungsschwach und leicht abwendbar ein.

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