Amerika und China reduzieren Handelsbeschränkungen

15.05.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Deutschlands Wirtschaft läuft auf vollen Touren

Die deutsche Wirtschaft konnte dank Konsumenten, Exporteuren und investitionsfreudigen Unternehmen ein kräftiges Wachstum im ersten Quartal 2017 erwirtschaften. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg von Januar bis März um 0,6% gegenüber dem letzten Quartal 2016 an. Damit konnte die größte europäische Volkswirtschaft andere Nationen wie die USA und Frankreich auf die Plätze verweisen.

Durch die Rekordbeschäftigung kommt der Konsum immer mehr in Schwung, dazu befeuern niedrige Zinsen die Bauwirtschaft. Die Exportunternehmer profitieren von der anziehenden Weltkonjunktur.

Laut Experten bietet der Mix aus niedrigen Zinsen, einem günstigen Ölpreis und exportfreundlichen Wechselkursen eine gute Grundlage für einen anhaltenden Wirtschaftsaufschwung. Zudem konnten weder der unsichere Kurs des neuen US-Präsidenten Donald Trump, noch der bevorstehende EU-Austritt Großbritanniens dem Wirtschaftsaufschwung etwas anhaben.

AMERIKA

Kauflaune der US-Konsumenten verbessert sich im Mai stärker als erwartet

Die Stimmung der amerikanischen Verbraucher hat sich im Mai weiter aufgehellt. Der von der Universität in Michigan berechnete Index für die Verbraucherstimmung hat sich im Mai auf 97,7 Punkte verbessert. Der Wert des Vormonates betrug 97,0 Zähler, die Erwartungen der Experten lagen bei 97,1 Zählern.

Bei der Einschätzung der aktuellen Lage stagnierte der entsprechende Index auf dem Wert des Vormonates bei 112,7 Zählern. Dagegen konnte der Subindex für die Erwartungen von 87,0 auf 88,1 Punkte ansteigen. Die Umsätze der US-Verbraucher machen etwa 70% des gesamten Bruttoinlandproduktes der USA aus, sie spielen deshalb eine wichtige Schlüsselrolle für die amerikanische Wirtschaft.

ASIEN

China fährt die Industrieproduktion etwas zurück

Der Produktionsausstoß der chinesischen Industrieunternehmen ist im April im Vergleich zum Vorjahr etwas geringer ausgefallen als erwartet. Wie die Regierung am Montag mitteilte, ist die Industrieproduktion im Jahresvergleich um 6,5% angestiegen. Damit wurden weniger Waren produziert als von den Analysten erwartet, deren Prognosen lagen bei einem Plus von 7,1%. Für den März wurde mit einer Produktionssteigerung von 7,6% die höchste Rate seit mehr als zwei Jahren ausgewiesen.

UNTERNEHMENS-NEWS

BASF FREUT SICH ÜBER KRÄFTIGES WACHSTUM

Kurt Bock, Chef des deutschen Chemiekonzerns, sieht auch zu Beginn des zweiten Quartals deutliches Wachstum. Im Rahmen der Hauptversammlung in Mannheim berichtete er von einem deutlichen Anstieg von Umsatz und Ergebnis in den ersten vier Monaten des Geschäftsjahres. Vor allem in Asien dürfte es für BASF gerade richtig gut laufen und auch das Öl-und Gasgeschäft dürfte sich weiter erholt haben.

GE ZIEHT GROSSAUFTRAG AN LAND

Der US-amerikanische Industrieriese übernimmt die Wartung von Gas- und Dampfturbinen in einigen mexikanischen Staaten. Die Vereinbarung, die auf mehrere Jahre abgeschlossen wurde, dürfte General Electric etwa 120 Millionen US-Dollar bringen. In weiterer Folge sollen auch vier neue Gasturbinen in das Land geliefert werden. Genauere Angaben zu dieser Transaktion wurde jedoch von Seiten des Unternehmens keine gemacht.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

AMERIKA UND CHINA REDUZIEREN HANDELSBESCHRÄNKUNGEN

Die zwischen Präsident Donald Trump und Chinas Staatspräsident Xi Jinping vor einem Monat vereinbarten Verhandlungen über mögliche Handelserleichterungen führten nun zu einem ersten zählbaren Erfolg. Der amerikanische Handelsminister Wilbur Ross präsentierte in Washington nun die neue Vereinbarung. Vor allem bei Lebensmitteln und im Finanzdienstleistungssektor soll es spürbare Erleichterungen für beide Länder geben.

Während die amerikanische Nahrungsmittelaufsicht nach einer eingehenden Prüfung den Import von chinesischem Geflügel wieder zustimmte, akzeptierte Peking im Gegenzug den Import amerikanischen Rindfleisches. Der Gesamtwert der aktuellen Rindereinfuhren Chinas beläuft sich derzeit auf 2,5 Milliarden Dollar, was vor allem durch Importe aus Australien und Lateinamerika abgedeckt wird.

Neben dem Agrarbereich soll es ab Juli den amerikanischen Finanzdienstleister möglich sein, elektronische Bezahldienste in China anzubieten. Außerdem soll es den drei amerikanischen Ratingagenturen gestattet werden, eine Zweigstelle in Peking zu eröffnen. Im Umkehrschluss sollen chinesische Banken Erleichterungen für den amerikanischen Markteintritt erhalten.

BAFIN ERHÄLT NEUE INSTRUMENTE GEGEN IMMOBILIENBLASE

Die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) bekommt neue Instrumente zur Verhinderung gefährlicher Immobilienblasen. Wie das Handelsblatt am Freitag meldete, gab der Bundesrat in Berlin grünes Licht für ein Gesetz, das der Behörde unter anderem einräumt, Mindeststandards für die Vergabe von Neukrediten festzulegen. Dabei kann sie eine Obergrenze für die Darlehenshöhe bezogen auf den Immobilienwert einziehen. Dadurch soll verhindert werden, dass Banken zu viele faule Immobilienkredite in ihre Bücher nehmen, was in der Finanzkrise vor zehn Jahren zu Schieflagen geführt hatte.

Die BaFin kann zudem künftig Vorgaben für den Zeitraum festlegen, in dem ein Immobiliendarlehen getilgt werden muss. Der soziale Wohnungsbau sowie Um- und Ausbauten sind von den neuen Regulierungen allerdings nicht betroffen. Darüber hinaus gibt es Sonderregelungen für Umschuldungen und Anschlussfinanzierungen von Krediten. Mit historisch niedrigen Zinsen ist in den vergangenen Jahren auch die Nachfrage nach Immobilienkrediten angestiegen. 70% der Schulden der Privathaushalte entfallen auf Immobilienkredite.

Die Deutsche Bundesbank hatte zu Beginn dieses Monats wegen der anhaltenden Niedrigzinsen und der Renditejagd von Finanzinstituten vor dem Entstehen einer Immobilienblase in Deutschland gewarnt. Derzeit gäbe es zwar keine Blase, die die Finanzstabilität gefährdet, aber die Ampel steht eindeutig auf gelb.

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