Russland und Saudi-Arabien verlängern Ölförder-Kürzung

16.05.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

IWF fordert Deutschland zu mehr Investitionen auf

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Deutschland aufgefordert, Investitionen in die Infrastruktur und Steuerentlastungen bei den Arbeitseinkommen zu forcieren. Dank der derzeit sehr guten Verfassung der deutschen Wirtschaft sollte der dadurch entstandene finanzielle Spielraum für wachstumsfördernde Maßnahmen genutzt werden. In seinem Bericht sieht der IWF dadurch die Möglichkeit, eine langfristig zu niedrige Inflationsrate zu vermeiden.

Höhere Löhne und Gehälter in der größten europäischen Wirtschaftsnation könnten der Europäischen Zentralbank helfen, ihre lockere Geldpolitik zu beenden. Ebenfalls eingefordert wurde vom IWF eine Rentenreform, die Anreize für ein längeres Arbeiten und höhere Alterseinkommen bietet. Der deutsche Bundeshaushalt weist seit dem Jahr 2014 Überschüsse aus, zusätzlich kann Finanzminister Schäuble bis zum Jahr 2021 mit einem Plus an Steuereinnahmen von mehr als 54 Milliarden Euro rechnen.

AMERIKA

Lage am US-Häusermarkt verbessert sich im Mai überraschend

Der von der National Association of Home Builders (NAHB) veröffentlichte Hausmarktindex ist im Vergleich zum Vormonat um 2 Punkte auf 70 Zähler angestiegen. Die Volkswirte hatten lediglich eine Stagnation auf dem Wert des Vormonates von 68 Punkten erwartet. Der NAHB-Hausmarktindex spiegelt die aktuelle Lage und die Geschäftserwartungen von Bauunternehmen wider, die auf Einfamilienhäuser spezialisiert sind. Er zählt[nbsp] zu den wichtigen volkswirtschaftlichen Frühindikatoren für die wirtschaftliche Entwicklung in den Vereinigten Staaten.

ASIEN

Ausgaben für Dienstleistungen in Japan gehen zurück

Der vom Ministry of Economy, Trade and Industry (METI) berechnete Index für den Tertiärsektor ist im letzten Monat um 0,2% zurückgegangen. Der Industrieaktivitätsindex misst die Veränderung der Ausgaben für Dienstleistungen in Japan. Er gilt als wichtiger Indikator für die Inlandsaktivitäten der japanischen Wirtschaft. Da die japanische Wirtschaft aber stark exportorientiert ist, ist der Einfluss des Index auf die japanische Währung sehr gering.

UNTERNEHMENS-NEWS

APPLE INVESTIERT IN CORNING

Wie bereits vor einigen Tagen berichtet, wollen die US-Amerikaner die heimische Wirtschaft unterstützen. Investitionen in der Höhe von etwa einer Milliarde US-Dollar sollen fließen. 200 Millionen gehen nun bereits an den Spezialglashersteller Corning, der vor allem durch sein „Gorilla Glass“ weltbekannt wurde. Dieses kommt in vielen Smartphones und Tablets zum Einsatz und überzeugt durch seine hohe Bruch- und Kratzfestigkeit. Mit Corning arbeitet Apple bereits seit der ersten iPhone Generation zusammen und auch im neuen iPhone-Modell soll das Spezialglas wieder zum Einsatz kommen.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

RUSSLAND UND SAUDI-ARABIEN VERLÄNGERN ÖLFÖRDER-KÜRZUNG

Die zwischen der Opec und Russland bereits Ende 2016 vereinbarte Ölförder-Kürzung, wurde am Montag auf weitere neun Monate verlängert. Der russische Energieminister Alexander Nowak und sein saudi-arabischer Amtskollege Khalid Al-Falih gaben am Montag bei einem Treffen der weltgrößten Ölproduzenten in Peking die Verlängerung der aktuellen Erdölförderquote bis zum März 2018 bekannt. Dadurch wollen die beiden Energieminister den aktuellen Marktpreis stabilisieren und den Aufbau von Lagerbeständen unterbinden.

Ob weitere Opec-Länder bei der freiwilligen Beschränkung mitmachen, wird sich aber erst bei der nächsten offiziellen Sitzung am 25. Mai in Wien entscheiden. Während sich nach den jüngsten Ölförderzahlen die USA nicht an der Verlängerung beteiligen, gab es bereits positive Signale aus dem Oman und Kasachstan.

Oystein Berentsen, Geschäftsführer des Ölhändlers Strong Petroleum, sieht die aktuelle Ankündigung beider Länder als Indiz zur stärkeren Zusammenarbeit. Gemeinsam kontrollieren Saudi-Arabien und Russland rund ein Fünftel des weltweiten Ölkonsums. Außerdem sind beide Länder entschlossen, den Preis der Nordseesorte Brent beziehungsweise der Sorte WTI über einen längeren Zeitraum über der Marke von 50 US-Dollar zu halten.

VOLKSREPUBLIK CHINA WILL NEUE SEIDENSTRASSE INITIIEREN

Am Wochenende sind in Peking Vertreter von mehr als hundert Ländern zum Gipfeltreffen der „Neuen Seidenstraße“ zusammengekommen. Sogar Nordkorea war bei dem Treffen vertreten. Die von Staatschef Xi Jinping ausgerufene „Neue Seidenstraße“ soll Staaten, die sich entlang der alten Handelsrouten der Volksrepublik befinden, enger an diese binden.

Das Volumen des neuen Investitionsprogramms Chinas ist mit 900 Milliarden Euro festgelegt - um die Dimensionen etwas deutlicher zu machen. Mit diesem Volumen ist das Investitionsprogramm das größte seit dem Marshallplan nach dem zweiten Weltkrieg, bei dem die Vereinigten Staaten Westeuropa wieder auf die Beine halfen.

Investiert werden soll innerhalb des Projekts vor allem in Infrastrukturprojekte sprich Straßen, Eisenbahnen, Flughäfen und Häfen. Für diese hat Staatschef Xi Jinping bereits mehr als 100 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Auch aus geopolitischer Sicht ist das Projekt für China von extremer Bedeutung. Gemäß dem Entwurf der Abschlussvereinbarung des Seidenstraßengipfels haben sich die Staats- und Regierungschefs am Wochenende dazu verpflichtet, an einem „stabilen und nachhaltigen“ Finanzsystem zu arbeiten.

Die EU-Staaten, die weder Staats-, noch Regierungschefs zu dem Gipfeltreffen geschickt hatten, sind über ein Handelspapier beteiligt. Das Projekt genießt jedoch nicht nur Zustimmung. So gibt es etwa in Sri Lanka beziehungsweise Kenia bereits Demonstrationen, da die dortige Bevölkerung am Rande von Seidenstraßen-Projekten Sorge um ihre Eigentums- und Bürgerrechte hat. Indien gibt sich deshalb besorgt, da ein Teil an großen Projekten in Pakistan, Bangladesh, Nepal und Sri Lanka umgesetzt werden soll.

Haftungsausschluss

Dieser Breakfast Wrap ist eine freie Zusammenstellung von Informationen über allgemeine volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen und Entwicklungen. Er ist keine Grundlage für Anlageentscheidungen, etwa den Erwerb von spezifischen Produkten. Dieser Breakfast Wrap stellt in keinem Fall eine Empfehlung oder Meinungsäußerung der Capital Bank hinsichtlich bestimmter Anlageformen oder Anlagestrategien oder deren Angemessenheit dar. Individuelle Anlageentscheidungen setzen vielmehr die vorherige anleger- und objektgerechte Beratung sowie umfassende Risikoaufklärung voraus. Dieser Breakfast Wrap stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung dar. Alle Informationen beruhen auf sorgfältig ausgesuchten Quellen; die aus diesen Quellen übernommenen Informationen wurden nicht überprüft. Es wird insbesondere keine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität übernommen. Die Auswahl und Aufnahme der Informationen lässt keine Rückschlüsse auf Meinungen und Prognosen seitens der Capital Bank zu. Haftungs- oder Schadenersatzansprüche, welche aus der Nutzung oder Nichtnutzung bzw. aus der Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen resultieren, sind ausgeschlossen.

« zurück