Wirtschaftswachstum im Euroraum hält wie erwartet weiter an - Italien diskutiert Aus für kleine Kupferlinge

17.05.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Wirtschaftswachstum im Euroraum hält wie erwartet weiter an

Die Wirtschaft der Eurozone hat im ersten Quartal ihren kräftigen Wachstumskurs weiter fortgesetzt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im Vergleich zum Vorquartal um 0,5% angestiegen, und damit mehr als doppelt so viel wie in den USA.

Von der guten Wirtschaftslage in der Eurozone profitiert am meisten die deutsche Wirtschaft. Der ZEW-Indikator für die Konjunkturerwartungen in Deutschland stieg im Mai um 1,1 Punkte auf 20,6 Zähler, den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Aber auch für das gesamte Euro-Gebiet zeichnen sich immer bessere Wirtschaftsaussichten ab.

Den besten Start ins neue Jahr erwischte Finnland, hier konnte die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal um 1,6% zulegen. Von den großen Volkswirtschaften der Eurozone konnte Spanien mit einem Plus von 0,8% das größte Wachstum erwirtschaften. Die Wachstumsprognosen für das Jahr 2017 wurden letzte Woche von der EU-Kommission von 1,6% auf 1,7% angehoben. Damit dürfte sich auch der Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB) erhöhen, ihren geldpolitischen Kurs zu überdenken.

AMERIKA

Neubauprojekte in den USA gehen im April zurück

Wie das US-Handelsministerium am Dienstag berichtete, sind die Wohnbaubeginne um 2,6% gegenüber dem Vormonat zurückgegangen, das bedeutet den niedrigsten Stand seit dem November2016. Auch bei den Baugenehmigungen, die den Neubauten zeitlich vorauslaufen, gab es im April eine rückläufige Entwicklung. Es wurden um 2,5% weniger neue Baugenehmigungen erteilt als im Monat zuvor. Von den Ökonomen wurde ein Anstieg um 0,2% erwartet.

ASIEN

Japans Industrieproduktion fällt weniger als erwartet

Die Produktionsmengen der japanischen Unternehmen sind im März weniger stark zurückgegangen als erwartet. Der Produktionsausstoß verringerte sich gegenüber dem Vormonat um 1,9%. Die Schätzungen der Experten lagen bei einem höheren Rückgang um 2,1%. Die Industrieproduktion misst die Veränderung der gesamten Produktionsmengen der japanischen Fabriken, Minen und Nebenkosten und bietet einen guten Ausblick auf die Stärke des produzierenden Sektors.

UNTERNEHMENS-NEWS

INDIEN-GESCHÄFT BELASTET VODAFONE

Der britische Mobilfunkkonzern musste aufgrund von hohen Abschreibungen auf die Indien-Tochter einen hohen Verlust hinnehmen: 6,1 Milliarden Euro standen im abgelaufenen Geschäftsjahr bei Vodafone zu Buche. Auch der Umsatz ging um 4,4% auf 47,6 Milliarden Euro zurück.

Gut lief es hingegen im Deutschland-Geschäft: hier konnte vor allem die Kabelsparte überzeugen. Diese legte um 8% zu und auch im Mobilfunk zeigten sich gute Entwicklungen. Somit wurde von Vodafone auch die Guidance für das laufende Geschäftsjahr beibehalten und man erwartet weiterhin Gewinnwachstum.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

DEUTSCH-ÖSTERREICHISCHE STROMPREISZONE ENDET 2018

Der gemeinsame deutsch-österreichische Strommarkt wird mit 1. Oktober 2018 begrenzt. Darauf einigten sich am Montag die Vertreter der österreichischen E-Control und der deutschen Energieregulationsbehörde.

Aufgrund der Überkapazität der Windkraftanlagen an der Nord- und Ostsee und der fehlenden Leitungsverbindungen innerhalb Deutschlands, wird derzeit der Strom noch über Polen und Tschechien nach Österreich geliefert. Nachdem die osteuropäischen Leitungen über eine längere Dauer keinen Überkapazitäten standhalten können, wurde ein neuer Stromengpass von Warschau und Prag gefordert.

Diese Forderung wurde von Deutschland gerne aufgegriffen, da sich der historisch gewachsene deutsch-österreichische Strommarkt bereits seit mehreren Jahren als ein Verlustgeschäft für Berlin darstellt. Während billige Windenergiekapazitäten nach Österreich fließen, erhält Deutschland den teuren Strom der Verbund-Pumpspeicherkraftwerke. Die neue Obergrenze zwischen beiden Ländern soll bei 4.900 Megawatt eingezogen werden. Das entspricht derzeit etwa der Hälfte des österreichischen Verbrauchs zu Spitzenzeiten. Größere Kapazitäten können oder dürfen dann nicht mehr grenzüberschreitend gehandelt werden.

Martin Graf, Vorstand der E-Control, zeigte sich über den ausgehandelten Kompromiss erfreut. Die jährlichen Zusatzkosten dürften nun doch unter 100 Millionen Euro zu liegen kommen.

ITALIEN DISKUTIERT AUS FÜR KLEINE KUPFERLINGE

Geht es nach Italiens Demokratischer Partei (PD), könnten ab 2018 die Ein- und Zwei-Cent-Münzen aus den Taschen der Italiener verschwinden. Die politische Gruppierung um Ex-Premier Matteo Renzi hat im Parlament in Rom einen Vorschlag eingereicht, der ab 1. Jänner 2018 die Abschaffung kleiner 1- und 2-Cent-Münzen vorsieht.

Der Umgang mit den kleinen Münzen sei für Handel und Banken unwirtschaftlich, argumentierte die PD. Die Preise für Waren und Dienstleistungen sollen laut diesem Vorschlag auf den nächsten Fünf-Cent-Betrag gerundet werden. Der Vorschlag sorgt für Gesprächsstoff. Volkswirte befürchten, dass durch die Aufrundung der Preisauftrieb befeuert werden könnte.

Die Zahl der Befürworter, die Ein- und Zwei-Cent-Münzen am liebsten abschaffen würden, wächst im Euroraum. So haben zuvor schon Belgien, Irland, Finnland und die Niederlande Rundungsregeln eingeführt. In diesem Fall kann an der Ladenkasse auf fünf Cent auf-oder abgerundet werden, eine Verpflichtung dazu besteht jedoch nicht.

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