Risikokapital für deutsche Startup-Unternehmen steigt auf neuen Höchststand

10.07.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Deutsche Industrieproduktion setzt Aufwärtstrend fort

Wie das Bundeswirtschaftsministerium am Freitag berichtete, haben die deutschen Unternehmen ihre Produktion den fünften Monat in Folge hochgefahren. Industrie, Baubranche und Energieversorger zusammen erhöhten ihren Produktionsausstoß gegenüber dem Vormonat um 1,2%. Von den Ökonomen wurde lediglich ein leichter Zuwachs von 0,3% erwartet.

Damit hat sich die erhöhte Dynamik bei den Auftragseingängen seit Beginn des heurigen Jahres nun auch in den Produktionszahlen niedergeschlagen, meinte dazu das Ministerium. Da der Produktionszuwachs die meisten Industriebereiche erfasst hat, gewinnt der Aufschwung nun an Nachhaltigkeit.

AMERIKA

US-Arbeitsmarkt meldet weiter starke Zahlen

Die Stärke des US-Arbeitsmarktes hält auch im Juni weiter an. Wie das US-Arbeitsministerium am Freitag berichtete, wurden von Staat und privaten Unternehmen insgesamt 222.000 neue Stellen geschaffen. Der von den Analysten erwartete Stellenzuwachs lag lediglich bei 174.000 Stellen. Auch die Werte der beiden Vormonate wurden stark nach oben revidiert.

Da mehr Menschen auf den Arbeitsmarkt drängen, erhöhte sich die Arbeitslosenquote im Juni leicht von 4,3 auf 4,4%. Einzig die US-Stundenlöhne blieben mit einem Plus von 0,2% hinter den Erwartungen zurück, die Ökonomen erwarteten hier eine Steigerung um 0,3%. Somit geht von den Löhnen weiterhin kein Druck auf die Inflationsrate aus.

ASIEN

Chinesische Inflation stagniert auf niedrigem Niveau

Auch im Juni bleibt die Teuerung in China etwas hinter den Erwartungen zurück. Wie das nationale Statistikamt am Montag berichtete, sind die Verbraucherpreise im Juni im Vergleich zum Vorjahr um 1,5% gestiegen. Damit stagniert die Inflation auf dem Niveau des Vormonates Mai. Von den Experten wurde ein leicht höherer Wert von 1,6% erwartet. Der weiterhin nur sehr moderate Anstieg der Verbraucherpreise veranlasst die chinesische Notenbank, die Binnenwirtschaft mit ihrer lockeren Geldpolitik weiter zu unterstützen.

UNTERNEHMENS-NEWS

SAMSUNG ERWARTET REKORDERGEBNIS

Wie der koreanische Technologiekonzern Ende letzter Woche bekannt gab, rechnet Samsung für das abgelaufene 2. Quartal mit einem operativen Gewinn in Rekordhöhe. Grund dafür ist die starke Nachfrage nach den Speicherchips des Konzerns. Damit ist Samsung auf dem besten Weg, Intel als größten Chiphersteller der Welt zu überholen.

Das Chipgeschäft erweist sich für den Konzern aktuell als Goldgrube. Demnach soll der Gewinn aus den Kerngeschäften im Jahresvergleich um 72% auf etwa 14 Billionen Won (zirka 10,6 Milliarden Euro) gestiegen sein. Das teilte Samsung am Freitag in seinem Ergebnisausblick mit. Beim Umsatz erwartet Samsung einen Anstieg um 18% auf rund 60 Billionen Won (zirka 45 Milliarden Euro). Die genauen Geschäftszahlen werden jedoch erst Ende Juli vorgelegt.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

RISIKOKAPITAL FÜR DEUTSCHE STARTUP-UNTERNEHMEN STEIGT AUF NEUEN HÖCHSTSTAND

Laut einer am Freitag veröffentlichten Studie der Unternehmensberatung EY, erreichte das Risikokapital für deutsche Startup-Firmen im ersten Halbjahr 2017 einen neuen Höchststand von 2,16 Milliarden Euro und übertrifft somit den bisherigen Rekordwert von 2015 um zweihundert Millionen Euro. Aus der Studie geht weiter hervor, dass das Investitionsvolumen von den Risikogeldgebern in 264 Finanzierungsrunden an die Jungunternehmer ausbezahlt wurde.

Die meisten Gelder flossen mit 1,5 Milliarden in die deutsche Hauptstadt Berlin. Danach kamen Bayern mit 215 Millionen und Hamburg mit 181 Millionen Euro. Bei der Herkunft des Risikokapitals sieht der Autor der Studie, Peter Lennartz, eine gleichmäßige Aufteilung von ausländischen als auch deutschen Venture-Capital-Gesellschaften sowie von bundesweiten Fördergesellschaften.

Die Hauptzahl der Finanzierungsrunden belief sich auf ein bis zu fünf Millionen Euro. Peter Lennartz ist aufgrund der großen Anzahl an neuen Startup-Unternehmen überzeugt, dass sich eine beträchtliche Anzahl der unterstützten Jungunternehmer zu erfolgreichen Mittelstandsunternehmen entwickeln kann.

FRANKREICH WILL AB 2040 NICHT NUR DIESEL, SONDERN AUCH BENZINER VERBIETEN

Die neue französische Regierung will zum Schutz der Umwelt ab dem Jahr 2040 Diesel- und Benzinautos verbieten. Der Verkauf dieser Fahrzeuge solle bis dahin untersagt werden, teilte Umweltminister Nicolas Hulot am Donnerstag bei der Präsentation eines Klimaschutzplans mit.

Rund 95% der im ersten Halbjahr neu zugelassenen französischen Pkw waren Diesel- und Benzinautos. Dagegen machen Elektrofahrzeuge nur 1,2% aus, Autos mit Hybridantrieb stellen 3,5% des Gesamtmarkts dar. Nachdem Präsident Donald Trump für die USA vor kurzem einen Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen angekündigt hatte, will Hulot mit einer Reihe von begleitenden Maßnahmen den Kampf gegen den Klimawandel ankurbeln.

Nach Einschätzung von Fachleuten wird die Nachfrage nach Verbrennungsmotoren mit Diesel und Benzin unter dem Druck schärferer Klimavorschriften im kommenden Jahrzehnt zurückgehen. Wegen der höheren Kosten und geringeren Reichweite stellen Elektroautos aber nach wie vor nur einen Bruchteil der Autoverkäufe dar. Daimler und Volkswagen streben an, bis 2025 rund ein Viertel ihres Pkw-Absatzes mit Elektroautos zu bestreiten.

Als erster traditioneller Autobauer hatte der schwedische Hersteller Volvo, eine Tochter der chinesischen Geely, am Mittwoch seinen Abschied von Benzin- und Dieselmotoren bekanntgegeben. Ab 2019 soll jeder neue Volvo entweder mit Elektro- oder Hybridantrieb zugelassen werden.

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