Frankreich möchte bis 2025 Atomstromproduktion senken

11.07.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Deutsche Exporte klettern auf neues Rekordhoch

Die deutschen Exporteure haben im Mai wieder ausgezeichnete Geschäfte gemacht. Wie das Statistische Bundesamt am Montag berichtete, sind die Exporte im Mai um 1,4% gegenüber dem Vormonat gestiegen und erreichten somit einen neuen Rekordwert von 107,9 Milliarden Euro. Auch die Importe legten mit einem Zuwachs von 1,2% kräftig zu. Besonders erfolgreich liefen die deutschen Exportgeschäfte mit Ländern außerhalb der EU, den so genannten Drittstaaten, zu denen etwa China, Russland, Brasilien und auch die USA zählen. In diese Länder konnte im Mai um 17,3% mehr exportiert werden als vor einem Jahr. Aber auch die Ausfuhren in die EU-Länder legten mit 13,4% spürbar zu.

AMERIKA

OECD-Frühindikatoren sehen für die USA leichte Abschwächung der Konjunkturdynamik

Der von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) veröffentlichte Frühindikator deutet weiter auf ein stabiles Wachstum der Weltwirtschaft hin. Für den Mai verharrte der Frühindikator für den gesamten OECD-Raum bei 100,0 Punkten.

Während für Deutschland und Frankreich ein höheres Wachstum erwartet wird, gibt es für die USA und Großbritannien bereits erste Hinweise auf eine leichte Abschwächung der Konjunkturdynamik. Für die USA und auch für Großbritannien meldet die OECD einen Rückgang von 99,7 auf 99,6 Zähler. Für die gesamte Eurozone erwartet der Frühindikator der OECD eine gleichbleibende Wachstumsdynamik.

ASIEN

Japans Industriebetriebe ordern wieder mehr Maschinen und Werkzeuge

Die Auftragseingänge bei den Werkzeugmaschinen für große japanische Industrieunternehmen haben im Mai stark zugelegt. Es wurden um 31,1% mehr Aufträge von den Fabrikanten erteilt als im Vorjahr. Die Bestellungen werden vom Kabinettsbüro veröffentlicht und zeigen den Gesamtwert der Maschinenbestellungen großer japanischer Hersteller. Sie messen die Geschäftsbedingungen in der gesamten japanischen Industrie und bilden einen guten Ausblick auf die Aktivitäten der japanischen Fabrikanten.

UNTERNEHMENS-NEWS

APPLE BAUT EIN NEUES RECHENZENTRUM

Der Techriese aus dem Silicon-Valley errichtet in Dänemark ein weiteres Rechenzentrum. Geplant ist, dass diese den Betrieb bis Mitte 2019 aufnehmen soll. Die gute Infrastruktur, ein verlässliches Stromnetz wie auch gut ausgebildetes Personal sprechen für den Standort. Auch die klimatischen Verhältnisse sind prädestiniert für eine effiziente Nutzung. Derzeit befindet sich bereits ein Rechenzentrum im dänischen Viborg in Bau, welches auch noch heuer den Betrieb aufnehmen soll.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

FRANKREICH MÖCHTE BIS 2025 ATOMSTROMPRODUKTION SENKEN

In einem Interview mit dem Radiosender RTL sprach Frankreichs Umweltminister Nicolas Hulot über die mögliche Abschaltung von bis zu einem Drittel der Atomreaktoren des Landes. Nicolas Hulot möchte den Anteil der Stromproduktion aus Atomenergie bis 2025 um die Hälfte senken. Das würde wiederrum bedeuten, dass rund 17 der 58 Reaktoren Frankreichs stillgelegt werden müssten.

Während die französische Regierung den ehrgeizigen Plan weiter verfolgt, die heimische Stromproduktion breiter aufzustellen, sehen Experten es als äußerst schwierig an, den Atomstromanteil um 50% in den nächsten acht Jahren zu senken. Der Ausbau von Solar- und Windkraftanlagen ginge nur sehr schleppend voran und auch die Stromproduktion auf Basis fossiler Rohstoffe könnte aufgrund der immer knapper werdenden Rohstofflager den Verbrauch nicht auffangen. Die atompolitische Sprecherin der Grünen im deutschen Bundestag, Sylvia Kotting-Uhl sprach von sehr positiven Nachrichten aus Frankreich, die in den kommenden Jahren aber erst bestätigt werden müssten.

DELOITTE-UMFRAGE: BRITISCHE FIRMEN KÜRZEN INVESTITIONSPLÄNE

In Großbritannien verdichten sich die Anzeichen für eine wirtschaftliche Eintrübung. Nach einer am Montag veröffentlichten Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte haben große Unternehmen ihre Investitionspläne vermindert. Demzufolge ist der Konjunkturoptimismus der Firmen im zweiten Quartal merklich zurückgegangen.

Begründet werde dies mit dem unklaren Ergebnis der Parlamentswahl im Juni. Inzwischen gehen 72% der befragten Finanzchefs davon aus, dass sich das wirtschaftliche Umfeld durch den geplanten Austritt aus der EU eintrüben wird. Die Frage ist seit einem Jahr Bestandteil der Erhebung und dieser Wert lag noch nie höher.

Die britische Wirtschaft fordert von den politisch Verantwortlichen einen sanften Brexit. Denn ein schlagartiger Abschied aus der Gemeinschaft würde ihrer Ansicht nach die Investitionen beeinträchtigen.

Einer Umfrage des Kreditkartenanbieters Visa zufolge fielen die britischen Verbraucherausgaben im zweiten Quartal um 0,3% schlechter aus als vor Jahresfrist. Somit war es das schwächste Vierteljahr seit fast vier Jahren. Die anziehende Inflation und schwache Einkommenszuwächse wirken sich aktuell dämpfend auf die britische Konjunktur aus.

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