Frankreichs Regierung möchte 4,5 Milliarden Euro einsparen

12.07.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Italien fährt seine Industrieproduktion hoch

Die italienischen Industriebetriebe haben im Mai ihren Produktionsausstoß deutlich erhöht. Nach einem Bericht des Statistikamtes Istat am Dienstag in Rom hat die Produktion im Vergleich zum Vormonat um 0,7% zugelegt. Noch im Vormonat wurde ein Rückgang um 0,5% berichtet. Auch auf Jahressicht fiel die Produktionssteigerung mit einem Plus von 2,8% deutlicher aus als erwartet. Somit ist die Industrieproduktion in allen vier großen Volkswirtschaften kräftig angesprungen, zudem signalisiert eine Reihe von Frühindikatoren eine robuste Industriekonjunktur.

AMERIKA

Optimismus in den Kleingewerbebetrieben in den USA geht etwas zurück

Der Index des Optimismus von Kleinunternehmen der „National Federation of Independent Business (NFIB)“ ist im letzten Quartal etwas zurückgegangen. Der Indikator, der das Wohlbefinden des Kleingewerbes in den USA misst, ist um 0,9 Punkte auf 103,6 Zähler gefallen. Von den Analysten wurde eine Stagnation auf dem Wert des letzten Quartals bei 104,4 Punkten erwartet. Seinen Höchststand erreichte der Stimmungsindex im Januar mit 105,9 Zählern. Als Grund für den Rückgang werden die von der US-Regierung immer noch ungelösten Probleme der Gesundheitsversorgung und der Steuerreform angegeben.

ASIEN

Japanischer Tertiär-Index fällt weniger als erwartet

Der Bericht des Ministry of Economy, Trade and Industry (METI) vom Mittwoch hat gezeigt, dass der Industrieaktivitätsindex für den Tertiärsektor im letzten Monat um 0,1% zurückgegangen ist. Von den Analysten wurde ein höheres Minus von 0,5% erwartet. Der Tertiary Industry Index misst die Veränderung der Ausgaben für Dienstleistungen in Japan. Er ist ein leitender Indikator für die wirtschaftliche Aktivität im Inland. Auf die Währung des Landes hat er wenig Auswirkung, da Japans Wirtschaft sehr exportorientiert ist.

UNTERNEHMENS-NEWS

NOVARTIS DENKT ÜBER ZUKÄUFE NACH

Der Schweizer Pharmariese überlegt in Zukunft kleinere Unternehmensakquisitionen durchzuführen. Geht es nach Präsident Jörg Reinhardt wären Transaktionen im niedrigen zweistelligen Milliardenbereich vorstellbar. Ziel wäre es, die Geschäftsbereiche von Novartis weiter abzurunden. Einer Großübernahme steht man aber in Basel sehr skeptisch gegenüberüber. In letzter Zeit wurden zwar potenzielle Ziele evaluiert, aber man ist in Basel zu dem Schluss gekommen, dass die Vorteile die Kosten nicht rechtfertigen. Das Bewertungsniveau sei derzeit sehr hoch, so Reinhardt.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

FRANKREICHS REGIERUNG MÖCHTE 4,5 MILLIARDEN EURO EINSPAREN

In einem Radiointerview mit dem Sender RTL sprach der französische Haushaltsminister Gerald Darmanin über die aktuelle Haushaltspolitik der Regierung und den Willen, die EU-Defizitgrenze von 3% des Bruttoinlandsproduktes einzuhalten. Während Frankreich im letzten Jahr noch ein Defizit von knapp 3,4% aufwies, möchte die französische Regierung heuer Einsparungen über 4,5 Milliarden Euro vornehmen.

Die Einsparungen im öffentlichen Dienst sollen insbesondere die Verbesserung der Ausschreibungen und das Management des staatlichen Fuhrparks treffen. Trotz der Einsparungen, versicherte Darmanin, werden öffentliche Dienstleistungen nicht eingeschränkt. Den größten Anteil an der Defizitreduktion sollen das Verteidigungsministerium mit 850 Millionen und das Innenministerium mit 526 Millionen Euro tragen. Eine mögliche Steuererhöhung schloss der Haushaltsminister im Vorhinein bereits aus und bekräftigte die Aussage des Premierministers Edouard Philippe, Steuersenkungen im nächsten Jahr durchführen zu wollen.

CHINAS AUTOMARKT BÜGELT DANK RABATTEN DELLE WIEDER AUS

Der Automarkt in China konnte sich von seinen jüngsten Absatzeinbrüchen wieder etwas erholen. Nach zwei Monaten mit sinkenden Verkaufszahlen stieg der Absatz im Vormonat auf Jahressicht um 4,5% auf 2,17 Millionen Fahrzeuge, wie der Branchenverband CAAM am Dienstag bekanntgab.

Branchenexperten erklärten dies vor allem damit, dass Händler Kunden mit gewaltigen Preisnachlässen lockten. Im ersten Halbjahr legte der Absatz damit um 3,8% zu, stottert jedoch hinter den Zuwächsen des vorigen Rekordjahres hinterher, als man ein sattes Plus von 13,7% verbuchen konnte. Dies kam vorwiegend durch staatliche Kaufanreize zustande, die seit Jahresbeginn schrittweise verringert werden. Im April und Mai war der Absatz erstmals seit 2015 zwei Monate in Folge geschrumpft und somit peilt der CAAM für 2017 ein Wachstum von 5% an.

Eigentlicher Auslöser des chinesischen Autobooms 2016 war die Halbierung der Mehrwertsteuer beim Kauf kleinerer Wagen mit 1,6-Liter-Motoren, was dazu führte, dass viele Chinesen damals einen Autokauf vorzogen. Anfang dieses Jahres wurde die Steuer auf 7,5% angehoben, 2018 soll sie wieder bei der üblichen Marke von 10% liegen. Während der Absatz konventioneller Fahrzeuge darunter schwächelt, zieht die Nachfrage nach Elektro- oder Hybrid-Fahrzeugen kräftig an, wenn auch auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Im Juni erhöhte sich der Absatz um 33% auf 59.000 Fahrzeuge und über die ersten sechs Monate damit um 14,4% auf 195.000.

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