Deutsche Regierung will Unternehmen vor ausländischen Übernahmen schützen

13.07.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Industrie in der Eurozone fährt die Produktion deutlich hoch

Die Industriebetriebe in der Eurozone haben ihren Produktionsausstoß im Mai kräftig gesteigert. Wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch mitteilte, haben die Betrieb im Mai um 4,0% mehr hergestellt als im selben Monat des Vorjahres. Damit konnten die Schätzungen der Ökonomen von 3,6% übertroffen werden. Auch im Vergleich zum Vormonat zeigte sich eine deutliche Produktionssteigerung. Zum Vormonat April lag die Steigerung bei 1,3%. Besonders nachgefragt wurden vor allem Investitionsgüter wie Maschinen und Anlagen. Auch die Produktion von Gebrauchsgütern, dazu zählen Autos und Haushaltsgeräte, legte überdurchschnittlich zu.

AMERIKA

US-Notenbank sieht genug Stärke der US-Wirtschaft für weitere Zinsschritte

US-Notenbankchefin Janet Yellen erwartet, dass die robuste Konjunkturentwicklung ein weiteres behutsames Anheben der Leitzinsen zulassen würde. In ihrem bereits am Freitag erschienenen Halbjahresbericht hat die Notenbank ein positives Bild der US-Wirtschaft gezeichnet. Trotz des eher verhaltenen Jahresstarts erwarten die Währungshüter weiteres Wachstum. Auch die Arbeitslosenquote soll sich bei 4,3% einpendeln. Der Leitzins wurde zuletzt im Juni auf 1,0 bis 1,25% angehoben. Nun wurde eine weitere Erhöhung in diesem Jahr in Aussicht gestellt. Auf einen genauen Zeitpunkt wollte sich Yellen aber noch nicht festlegen.

ASIEN

China steigert Exporte deutlich über den Erwartungen

Chinas Exporte haben sich im Juni auf Jahressicht deutlich gesteigert. Der am Donnerstag von der Zollbehörde berichtete Zuwachs von 11,3% lag deutlich über den Schätzungen der Analysten. Diese hatten nur ein Plus von 8,7% erwartet. Auch die Importe legten mit einem Plus von 17,2% deutlich zu. Hier lagen die Erwartungen bei einem Zuwachs von 13,1%. Damit erwirtschaftete die Volksrepublik China im letzten Monat einen Handelsüberschuss von 42,77 Milliarden US-Dollar.

UNTERNEHMENS-NEWS

MICROSOFT STARTET INTERNETOFFENSIVE

Der Softwarekonzern gab bekannt, dass man Millionen von US-Amerikanern in ländlichen Gebieten einen Internetzugang verschaff will. Derzeit sind etwa 23 Millionen Menschen in den Staaten unterversorgt. Diese zur Gänze mit einem Internetzugang auszustatten, würde an die 12 Milliarden US-Dollar kosten.

Microsoft hofft, dass sich auch noch weitere Unternehmen an diesem Unterfangen beteiligen. Ansonsten sollen vorerst nur weitere zwei Millionen Amerikaner versorgt werden. Umgesetzt werden soll dies mit Hilfe von ungenutzten Fernsehübertragungsanlagen. Microsoft erhofft sich dadurch weiteres Wachstum für seine Produkte wie beispielsweise den Office-Diensten und auch dem Skype-Service.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

DEUTSCHE REGIERUNG WILL UNTERNEHMEN VOR AUSLÄNDISCHEN ÜBERNAHMEN SCHÜTZEN

Die „Süddeutsche Zeitung“ schreibt in ihrer Mittwochsausgabe, dass die Bundesregierung überlegt, Übernahmen deutscher Unternehmen durch ausländische Konkurrenten mittels Veto zu verhindern. Dieses mögliche Vetorecht soll noch in dieser Woche das Bundeskabinett passieren und nur in bestimmten Fällen zur Anwendung kommen.

Der Hauptgrund für die ungewöhnliche Verordnung der Berliner Regierung ist die Sorge, dass wichtiges Know-how deutscher Firmen im Ausland verloren geht. Als Anlass für dieses Veto diente die Übernahme des bayrischen Roboterherstellers Kuka durch eine chinesische Firma im letzten Jahr. Die neue Verordnung soll aber nur dann ausgesprochen werden, wenn es sich um eine „Gefährdung der öffentlichen Ordnung“ handle.

Dies wäre auch nur dann der Fall, wenn ausländische Firmen kritische Infrastruktur erwerben würden. Dabei handelt es sich vor allem um Softwareentwickler, die Programme für den Betrieb von Kraftwerken, der Wasserversorgung, Krankenhäusern, Telekommunikationsnetzen und so weiter bereitstellen. Der deutsche Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig sieht in der Verordnung lediglich eine Schutzfunktion, um die Interessen offener Volkswirtschaften glaubhaft zu schützen.

ITALIENS BANKENVERBAND FORDERT STRAFEN FÜR MANAGER VON KRISENBANKEN

Antonio Patuelli, der Präsident der italienischen Bankenvereinigung ABI, hat am Mittwoch richtungsweisende Strafen für Verantwortliche jenes Missmanagements gefordert, das zur Krise der beiden Regionalbanken Veneto Banca und Banca popolare di Vicenza geführt hat. Man warte das Ende der Untersuchungen ab, ergänzte Patuelli nach Medienangaben vom Mittwoch.

Die Intervention der italienischen Regierung zur Bankenrettung sei wesentlich gewesen, um Gefahren bezüglich der Stabilität des italienischen Bankensystems abzuwenden, hob Patuelli bei der Jahresversammlung des ABI-Verbands in Rom hervor. Das Ausmaß der notleidenden Kredite, welche die italienischen Geldhäuser belasten, sei stark zurückgegangen. Zugleich seien bereits Maßnahmen für einen weiteren Abbau der faulen Kredite gesetzt worden, meinte der ABI-Präsident.

Als Folge der Reformen und Zusammenschlüsse werde sich die Zahl der Geldinstitute Anfang 2018 auf 115 verringern. 2016 standen in Italien noch 600 Geldhäuser offen. So schlossen sich zuletzt vorrangig viele lokale Genossenschaftsbanken und Sparkassen im Zuge einer von der Regierung vorangetriebenen Reform zu größere Bankeinheiten zusammen. Nur im Vorjahr sei die Anzahl der Filialen um den Rekordwert von 1.231 verkleinert worden und die Zahl der Zweigstellen reduziere sich weiter, so Patuelli.

Er rief zur weiteren Umsetzung der europäischen Bankenunion auf, damit diese mehr ausländisches Kapital in Richtung EU anziehen könne. Die Rolle der Europäischen Zentralbank (EZB) als Währungsbehörde solle erweitert werden, damit diese das Wirtschaftswachstum aktiver unterstützen könne. Zugleich führe an der Vereinfachung des Bankensystems kein Weg vorbei.

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