Deutschlands Handelsgeschäfte mit Russland nehmen wieder zu

31.07.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Spaniens Wirtschaft nimmt wieder Fahrt auf

Die spanische Wirtschaft entwickelt sich wieder gut, wie aus den jüngsten Daten des Statistikamtes in Madrid hervorgeht. Im 2. Quartal 2017 konnte sich das Bruttoinlandsprodukt Spaniens um 0,9% steigern und erfüllte die Erwartungen der Ökonomen deutlich. Spanien gehört damit zu den dynamischsten Volkswirtschaften der Eurozone, gestützt auf florierende Exporte und privaten Konsum. Die sich verbessernde Konjunktur wirkt sich auch positiv auf den Arbeitsmarkt aus und reduziert die Arbeitslosenquote  auf ein jedoch immer noch hohes Niveau von 17,2%.

AMERIKA

US-Konjunktur wächst im 2. Quartal 2017 wieder

Am Freitag veröffentlichte das amerikanische Handelsministerium erfreuliche Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) des zweiten Quartals 2017. Das BIP wuchs annualisiert um 2,6% im Vergleich zum schwächeren Vorquartal und entsprach in etwa den Analystenerwartungen.

ASIEN

Japanische Industrieproduktion erholt sich wieder

Der Produktionsausstoß in den japanischen Industrieunternehmen hat sich nach dem Rückgang im Mai wieder gefestigt. Wie das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie  (METI) am Montag in Tokio mitteilte, stieg die Produktion im Vergleich zum Vormonat um 1,6% an. Im Mai hatte es noch einen Rückgang um 3,6% gegeben. Die Daten zur Industrieproduktion in Japan gelten als sehr volatil.

UNTERNEHMENS-NEWS

BASF MIT DEUTLICHEM GEWINNPLUS

Der deutsche Chemieriese blickt auf erfolgreiche Monate zurück. Der um Sondereffekte bereinigte Betriebsgewinn (EBIT) konnte im abgelaufenen Geschäftsquartal um ein Drittel auf 2,3 Milliarden Euro gesteigert werden. Auch bei den Erlösen konnte BASF ein deutliches Plus verzeichnen. Vor allem im Öl- und Gasgeschäft lief es nach Plan.

Vorstandschef Kurt Bock zeigte sich zufrieden mit den Entwicklungen und geht nun auch für das Gesamtjahr von einer deutlichen Gewinnverbesserung aus. Man rechnet aber auch damit, dass sich das positive Momentum im zweiten Halbjahr etwas abschwächen wird. Der derzeit wieder niedrige Ölpreis könnte belasten.

NESTLÉ WÄCHST LANGSAMER

Die Schweizer wuchsen in der ersten Jahreshälfte langsamer als erwartet. Der um Sondereffekte bereinigte Umsatz steigerte sich lediglich um 2,3%. Im Gesamtjahr dürfte das Wachstum somit wohl eher am unteren Ende der Guidance liegen. Erwartet werden zwischen zwei und vier Prozent.

Vorallem das warme Wetter in den letzten Monaten machte dem Konzern zu schaffen und ließ die Kunden weniger zu Produkten von Nestlé greifen. In der Vergangenheit konnte das noch mit höheren Umsätzen im Eiscreme-Geschäft wettgemacht werden. Diese wurde aber zuletzt ausgelagert.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

DEUTSCHLANDS HANDELSGESCHÄFTE MIT RUSSLAND NEHMEN WIEDER ZU

Der Ost-Ausschuss der deutschen Wirtschaft rechnet in seinem neuesten Bericht mit einer starken Zunahme des deutsch-russischen Handels. Während der Geschäftsführer des Ost-Ausschusses, Michael Harms Anfang des Jahres noch von einer Zunahme der deutschen Handelsgeschäfte von rund 10% ausging, konnte er nun ein Plus von über 30% für das erste Quartal 2017 verkünden. Laut Harms ist der positive Trend auf das Wiedererstarken der russischen Wirtschaft zurückzuführen.

Die Zentralbank im Moskau konnte durch den günstigen Rubelkurs die heimische Konjunktur trotz der europäischen Sanktionen wieder ankurbeln. Außerdem wurden zahlreiche Importe durch Inlandsfertigungen ersetzt und die russische Gegenmaßnahme im Agrarbereich hätte die Landwirtschaft Russlands weiter gestärkt.

Michael Harms sieht die aktuelle Politik der Europäischen Union an einem Wendepunkt angekommen. Das Beharren auf die vollständige Erfüllung des Minsker Abkommens sollte durch substanzielle Fortschritte beim Waffenstillstand in der Ostukraine abgelöst werden. Dadurch könnte mit einem schrittweisen Ausstieg aus den Sanktionen begonnen werden.

„DREI“ KAUFT TELE2: FUSION IN ÖSTERREICHISCHER TELEKOM-BRANCHE

Der Hongkong-Milliardär Li Ka-shing weitet seine Geschäftstätigkeit in Österreich aus. Der Mobilfunkbetreiber „Drei“, der Teil seines Konglomerats CK Hutchison Holdings ist, übernimmt für bis zu 95 Millionen Euro den Festnetzanbieter Tele2. Damit will man den Marktführer Telekom Austria vorrangig im Geschäft mit Firmenkunden zusetzen.

Gemeinsam mit Tele2, die bisher dem gleichnamigen schwedischen Telekom-Konzern gehörte, kommt „Drei“ nach der Übernahme auf eine Milliarde Euro Umsatz, vier Millionen Festnetz-, Handy- und Internet-Anschlüsse und 1500 Mitarbeiter. Telekom Austria hält derzeit bei rund 3,5 Millionen Anschlüssen. Ende 2012 hatte „Drei“ bereits den Mobilfunk-Konkurrenten Orange übernommen. „Durch die Übernahme von Tele2 Österreich schließen wir unsere letzten Angebotslücken und rücken damit nicht nur bei Privat-, sondern auch bei Geschäftskunden noch näher an die Nummer eins am Markt heran“, bestätigte Drei-Chef Jan Trionow. Der Marktanteil bei Geschäftskunden in Österreich steige damit auf 22 von 12%; mittelfristig soll er mehr als ein Viertel betragen.

Aktuell sei jedes dritte Großunternehmen in Österreich Kunde von Tele2. Die Schweden waren 1999 in den Markt eingestiegen und erzielten zuletzt in Österreich mit 241 Mitarbeitern einen Umsatz von 115 Millionen Euro. Vom Kaufpreis sollen 10 Millionen Euro erst fließen, sobald Fortschritte bei der Integration in Drei erzielt wurden.

Haftungsausschluss

Dieser Breakfast Wrap ist eine freie Zusammenstellung von Informationen über allgemeine volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen und Entwicklungen. Er ist keine Grundlage für Anlageentscheidungen, etwa den Erwerb von spezifischen Produkten. Dieser Breakfast Wrap stellt in keinem Fall eine Empfehlung oder Meinungsäußerung der Capital Bank hinsichtlich bestimmter Anlageformen oder Anlagestrategien oder deren Angemessenheit dar. Individuelle Anlageentscheidungen setzen vielmehr die vorherige anleger- und objektgerechte Beratung sowie umfassende Risikoaufklärung voraus. Dieser Breakfast Wrap stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung dar. Alle Informationen beruhen auf sorgfältig ausgesuchten Quellen; die aus diesen Quellen übernommenen Informationen wurden nicht überprüft. Es wird insbesondere keine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität übernommen. Die Auswahl und Aufnahme der Informationen lässt keine Rückschlüsse auf Meinungen und Prognosen seitens der Capital Bank zu. Haftungs- oder Schadenersatzansprüche, welche aus der Nutzung oder Nichtnutzung bzw. aus der Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen resultieren, sind ausgeschlossen.

« zurück