Arbeitslosigkeit im Euroraum erreicht niedrigsten Stand seit 2009

01.08.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Dynamik im deutschen Einzelhandel hält weiter an

Die Einzelhandelsunternehmen in Deutschland freuen sich auch im Juni über kräftige Umsatzsteigerungen. Laut eines Berichtes des statistischen Bundesamtes (Destatis) legten die Umsätze gegenüber dem Vormonat um 1,1% zu. Die Erwartungen der Analysten lagen mit +0,2% deutlich darunter. Für die erste Jahreshälfte weist der Bericht ein Umsatzplus von 3,5% aus.

Als Hauptgründe werden die gute Beschäftigungslage, die gestiegenen Löhne und das niedrige Zinsniveau angeführt. Besonders profitieren von den guten Bedingungen in der Einzelhandelsbranche konnte der Internet- und Versandhandel, hier lagen die Umsatzzuwächse in den ersten sechs Monaten bei 7,6%. Auch der Verkauf von Einrichtungsgegenständen und Haushaltsgeräten legte mit einem Plus von 3,6% überdurchschnittlich stark zu.

AMERIKA

Geschäftsklima in der Region Chicago kühlt etwas ab

In den USA hat sich in der Region Chicago das Geschäftsklima im Juli etwas eingetrübt. Der entsprechende Chicago-Einkaufsmanagerindex ist von 65,7 Punkten aus dem Vormonat auf 58,9 Zähler gefallen. Von den Experten wurde ein Wert von 60,0 Zählern erwartet. Der Index hat im Juni seinen höchsten Stand seit drei Jahren erreicht. Der Stimmungsindikator gilt aber als sehr schwankungsanfällig.

ASIEN

Japanischer Einkaufsmanagerindex für den produzierenden Sektor geht etwas zurück

Die Stimmung des produzierenden Sektors in Japan zeigt sich im Juli etwas verhalten. Der entsprechende Stimmungsindex ging von 52,2 Punkten aus dem Vormonat auf 52,1 Zähler im Juli leicht zurück. Ein etwas schwächerer Anstieg bei den Exporten wurde zum Teil durch eine erhöhte Nachfrage bei High-Tech Herstellern kompensiert.

Gestützt wird das Wachstum des Produktionssektors durch neue Aufträge und eine Zunahme bei den Beschäftigten. Weitere positive Effekte erwartet der Sektor durch neue Produkteinführungen und die Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele in Tokio im Jahr 2020.

UNTERNEHMENS-NEWS

SAMSUNG ZIEHT AN INTEL VORBEI

Die Südkoreaner sind nicht nur mehr weltgrößte Smartphone-Hersteller. Man kann sich nun auch weltgrößter Chip-Produzent nennen, gemessen am Umsatz. Mehr als zwei Jahrzehnte der Vorherrschaft der Amerikaner sind beendet. Samsung profitiert derzeit von der starken Nachfrage nach Speichermedien, in denen vor allem die Technologie der Südkoreaner zum Einsatz kommt. Intel hingegen ist im Geschäft mit Chips für die Rechenleistung stark.

In den kommenden Monaten dürfte sich daran wohl auch nichts ändern. Marktanalysten gehen weiterhin von gut laufenden Geschäften bei Speicherchips aus und man hat es bei Samsung auch geschafft, sich durch stetige Investitionen in Forschung und Entwicklung eine solide Marktposition aufzubauen. In den vergangenen Jahren konnte der Marktanteil kontinuierlich gesteigert werden.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

ARBEITSLOSIGKEIT IM EURORAUM ERREICHT NIEDRIGSTEN STAND SEIT 2009

Mit 9,1% hat die Arbeitslosigkeit in der Eurozone im Juni den tiefsten Stand seit über acht Jahren erreicht. Auf Monatssicht gab es in der EU mit 7,7% zwar keine Veränderung zum Mai, dabei handelt es sich aber trotzdem um den niedrigsten Wert seit Februar 2008.

Österreich konnte sich im Juni mit einer Arbeitslosenquote von 5,2% auf den achten Platz verbessern. Auf Rang eins rangiert Tschechien mit 2,9%, Griechenland bleibt mit 21,7% weiter das Schlusslicht. Aber auch die hellenische Halbinsel konnte sich weiter verbessern, so lag die Arbeitslosigkeit etwa im April noch bei 23,2%.

Im Jahresvergleich gab es in allen EU-Staaten einen Rückgang der Arbeitslosenquote. In absoluten Zahlen lag die Arbeitslosigkeit in der EU im Juni 2016 bei 18,752 Millionen Personen. In der Eurozone waren es 14,718 Millionen. Im Monatsvergleich wurden im Juni in der EU 183.000 weniger Arbeitslose verzeichnet, in der Eurozone waren es 148.000 weniger. Im Vergleich zum Juni 2016 betrug der Rückgang der Arbeitslosen in der EU über 2,3 und im Euroraum über 1,6 Millionen Menschen.

In Punkto Jugendarbeitslosigkeit ist Deutschland der positive Spitzenreiter. Diese liegt bei 6,7%. Österreich kann sich erfreulicherweise auf dem zweiten Platz einfinden und liegt bei 8,4%. Die Niederlande und Tschechien landen mit jeweils 8,9% auf Platz drei. Leider ist die Jugendarbeitslosigkeit mit 35,5% in Italien und mit 39,2% in Spanien immer noch extrem hoch. In Griechenland liegt diese sogar bei 45,5% (Stand April).

SPIELZEUGMACHER SORGT BEI FERRARI FÜR ROTE KÖPFE

Barbie hatte einen roten, Sonny Crockett düste Ende der 80er mit einem weißen durch die Straßen von „Miami Vice“: Der Testarossa (auf Deutsch roter Kopf, abgeleitet von den roten Ventildeckeln des Motors) ist Kult und war es schon vor 20 Jahren. Ferrari-Kunden mussten teils Jahre auf ihren 446 PS starken Zwölfzylinder warten. Allein der Name lässt die benzindurchfluteten Herzen von Auto-Liebhabern höher schlagen.

Der bayerische Spielzeughersteller Kurt Hesse argumentiert jedoch, dass der Markenname von Ferrari schon seit 20 Jahren nicht mehr genützt wird und er ihn deshalb beanspruchen will. Der frühere Eigentümer der Carrera-Rennbahn-Produktion hat die Löschung der Marke Testarossa beantragt – sowohl beim deutschen als auch beim europäischen Markenamt. Geklagt wird vor dem Düsseldorfer Landgericht und die Chancen dürften gar nicht so schlecht stehen. Sollte er damit erfolgreich sein, müsste er keine Lizenzgebühren mehr zahlen.

Ferrari hält dagegen, dass man nach wie vor mit der Wartung, Reparatur und Aufbereitung von alten Testarossas zu tun habe. Was laut einem richterlichen Beschluss aber leider nicht zum Erhalt der Marke führe, nachdem Ferrari die Dienstleistungen unter der Dachmarke anbietet. Das Geschäft mit den Ersatzteilen könnte nun entscheidend sein. Einstweilen scheint der Spielzeugmacher vorne zu liegen. Wer das Rennen um den Markennamen „Testarossa“ gewinnt, soll sich morgen entscheiden.

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