Türkei zeigt Zeichen der Konjunkturbelebung

02.08.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Stimmung in der britischen Industrie erholt sich wieder etwas

Nach Rückgängen in den letzten beiden Monaten hat sich die Stimmung in der britischen Industrie wieder etwas verbessert. Der vom IHS Markit-Institut berechnete Einkaufsmanagerindex ist gegenüber dem Vormonat um 0,9 Punkte auf 55,1 Zähler angestiegen. Die Erwartungen der Analysten lagen dagegen bei einem Rückgang auf 54,4 Punkte. Der Wert des Vormonates wurde nachträglich noch auf 54,2 Zähler korrigiert.

AMERIKA

Einkommen der privaten Haushalte in den USA stagnieren im Juni

Wie das US-Handelsministerium am Dienstag berichtete, sind die privaten Einkommen der Amerikaner im Juni unverändert geblieben. Zudem wurde der Anstieg von 0,4% aus dem Vormonat auf 0,3% nachträglich berichtigt. Dagegen konnten die Konsumausgaben der Privathaushalte wie erwartet um 0,1% gesteigert werden.

Auch die Inflation bleibt weiter moderat, im Jahresvergleich legte sie im Juni um 1,4% zu. Die Kernrate, ohne schwankungsanfällige Preiskomponenten wie Energie und Lebensmittel, verharrte bei 1,5%. Von der US-Notenbank wird eine Inflationsrate von etwa 2,0% angestrebt.

ASIEN

Vertrauen der privaten Haushalte in Japan legt wieder zu

Der Bericht des Kabinettbüros vom Mittwoch hat gezeigt, dass das Vertrauen der privaten Haushalte in Japan mehr als erwartet angestiegen ist. Der Verbrauchervertrauen-Index legte von 43,3 Punkten aus dem Vormonat auf saisonal angepasste 43,8 Zähler im Juli zu. Die Erwartungen der Analysten lagen bei einem Anstieg auf 43,6 Punkte. Ein hohes Maß an Verbrauchervertrauen gilt als stimulierend für die wirtschaftliche Expansion.

UNTERNEHMENS-NEWS

GE: ABSCHIED VON JEFFREY IMMELT

Am Montag war der letzte Arbeitstag Immelts beim US-amerikanischen Industriekonzern. Nach 16 Jahren gibt dieser nun sein Amt als CEO an John Flannery weiter. Dieser leitete zuletzt die zukunftsträchtige Gesundheitssparte des Konzerns.

Immelt verabschiedet sich mit einem durchwachsenen Quartal. In den letzten Monaten gingen die Erlöse zurück und auch der Gewinn brach ein. Aufgrund von Sondereffekten schrumpfte dieser fast um die Hälfte im Vergleich zum Vorjahresquartal. Hier belasteten vor allem Kosten für den Konzernumbau. Aber auch das Öl- und Gasgeschäft konnte nicht überzeugen.

Deutlich besser schnitt aber der Bereich erneuerbare Energien ab. Immelt zeigte sich zum Abschluss seiner Laufbahn bei GE aber dennoch zufrieden. Positiv stimmen ihn die Fortschritte im Konzernumbau. GE will sich zukünftig verstärkt auf das Industriegeschäft konzentrieren.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

TÜRKEI ZEIGT ZEICHEN DER KONJUNKTURBELEBUNG

Im Juli sind die Exporte in der Türkei deutlich angezogen. Laut Aussage des Exportverbands sind die Ausfuhren vergangenen Monat um fast ein Drittel zum Vorjahresmonat angestiegen und liegen damit bei 11,5 Milliarden US-Dollar. Hierbei muss man jedoch berücksichtigen, dass das Exportgeschäft im Juli 2016 aufgrund des Putschversuches im Land unter Druck stand. Auch die Zahl der Touristen ist gemäß dem Tourismusministeriums im Juni um 43% angestiegen. Das entspricht knapp 3,5 Millionen Urlaubern.

Zuletzt haben sich die Beziehungen wie die Deutschlands zur Türkei nach der Inhaftierung des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel sowie dem Menschenrechtler Peter Steudtner im Zuge des Wahlkampfs zur Verfassungsreform des Präsident Erdogans extrem verschlechtert. Auch Touristen hatten die Türkei nach dem gescheiterten Putschversuch Großteils gemieden. Nachdem die Zahlen der Urlauber fast zwei Jahre zurückgegangen waren, konnte im April zum ersten Mal wieder ein Urlauberplus verzeichnet werden.

Die Inflation in der Türkei ist vor allem durch stark steigende Lebensmittelpreise bedingt angezogen. So rechnet die türkische Notenbank für 2017 mit einer Inflation in Höhe von 8,7%. Diese hat bereits angekündigt, dass sie der hohen Teuerungsrate mit entsprechenden Maßnahmen entgegensteuern wird.

FACEBOOKS KÜNSTLICHE INTELLIGENZ ENTWICKELT EIGENE SPRACHE

Gestern wurde bekannt, dass zwei Chatbots im Labor von Facebook eine eigene Sprache entwickelt haben, die die menschlichen Erfinder nicht verstehen. Die Wissenschaftler wollten den Künstlichen Intelligenzen (KI) namens Bob und Alice beibringen, zu verhandeln. Bisher sind Dialogsysteme nämlich nur fähig, kurze Unterhaltungen zu führen. Für Gespräche ist es allerdings wichtig, Verhandlungen führen zu können. Kommunikation ist eben keine Einbahnstraße.

Doch irgendwann wussten die Wissenschaftler nicht mehr, worüber sich die Chatbots unterhalten. Deshalb mussten sie abgeschaltet und auf die ursprüngliche Sprache (Englisch) zurückgesetzt werden. Die Debatte, ob Künstliche Intelligenzen einmal die Weltherrschaft an sich reißen und uns alle versklaven wurde durch den Zwischenfall jedenfalls angeheizt. Die Meldung ging durch alle Medien, manchmal wurde sie bereits mit der Überschrift dramatisiert.

Elon Musk gilt als einer der größten Kritiker von Künstlichen Intelligenzen. Bei einer Sitzung der Nationalen Gouverneursversammlung meinte er, Künstliche Intelligenzen seien „ein fundamentales Risiko für die Existenz der menschlichen Zivilisation, so, wie es Autounfälle, Flugzeugabstürze, Drogen oder schlechtes Essen nie sein werden“. KI-Befürworter wie Mark Zuckerberg schütteln bei derartigen Aussagen jedoch den Kopf und halten es für Panikmache.

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