Frankreichs Arbeitsmarktreform soll Ende September kommen

07.08.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Deutsche Industrie erhält deutlich mehr Aufträge als erwartet

Die deutschen Industriebetriebe starten mit gut gefüllten Auftragsbüchern in das zweite Halbjahr. Die Unternehmen konnten das Auftragsvolumen gegenüber dem Vormonat um 1,0% steigern. Damit fiel der Anstieg bei den Bestellungen doppelt so hoch aus, als von den Analysten erwartet. Als Grund dafür nennt das Bundeswirtschaftsministerium die gestiegene Ordertätigkeit aus dem eigenen Land.

Die Inlandsaufträge legten im Juni um kräftige 5,1% zu, während die Bestellungen aus dem Ausland um 2,0% zurückgingen. Ein Auftragsplus von 2,3% gab es bei den Bestellungen für Konsumgüter, auch die Nachfrage nach Vorleistungsgütern stieg mit +3,7% deutlich an. Die Orders für Investitionsgüter wie Maschinen gingen dagegen um 0,8% leicht zurück.

AMERIKA

US-Arbeitsmarkt zeigt sich weiter in sehr guter Verfassung

Der Bericht des US-Arbeitsministeriums vom Freitag hat gezeigt, dass die Beschäftigung in der amerikanischen Wirtschaft im Juli stärker als erwartet gestiegen ist. Private Firmen und staatliche Betriebe stellten insgesamt 209.000 neue Mitarbeiter ein. Die Erwartungen der Ökonomen lagen lediglich bei 183.000 neuen Jobs.

Die separat berechnete Arbeitslosenquote ging leicht auf 4,3% zurück und sinkt damit auf den niedrigsten Stand seit 16 Jahren. Auch die Stundenlöhne stiegen wie erwartet um 0,3% zum Vormonat an. Die neuen Jobzahlen stärken damit die Befürworter einer weiteren Leitzinsanhebung der US-Notenbank noch in diesem Jahr.

ASIEN

Japanischer Leitindex legt deutlich zu

Der Gesamtindustrieindex in Japan konnte gegenüber dem Vormonat kräftig zulegen. Wie aus dem Bericht des Kabinettbüros vom Montag hervorgeht, legte der Index von 104,6 Punkten aus dem Vormonat auf 106,3 Zähler deutlicher als erwartet zu. Die Schätzungen der Analysten lagen nur bei einem Stand von 106,2 Punkten. Der Gesamtindustrieindex misst die generelle Gesundheit der Wirtschaft in Japan, indem er 12 verschiedene Indikatoren kombiniert, wie zum Beispiel Maschinenbestellungen und Aktienpreise.

UNTERNEHMENS-NEWS

MICROSOFT TESTET AUGENSTEUERUNG

Der Softwarekonzern will sein Betriebssystem Windows um eine neue Komponente erweitern. Geplant ist eine Implementierung einer Augensteuerung, die vor allem Nutzern mit einer körperlichen Beeinträchtigung die Bedienung erleichtern soll. Tippen wäre dann mit den Augen möglich. Vorerst befindet man sich damit aber noch in der Testphase. Ein Start wäre frühestens im Frühjahr 2018 möglich.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

FRANKREICHS ARBEITSMARKTREFORM SOLL ENDE SEPTEMBER KOMMEN

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron löst mit der kommenden Arbeitsmarktreform eines seiner Wahlversprechen ein, mit denen er Frankreich wieder wettbewerbsfähiger machen will und die Wirtschaft des Landes reformieren will. Damit büßt Macron aber auch an Beliebtheit ein. Letzte Woche hat das Parlament einem Gesetz zugestimmt, dass Macron mittels Verordnung seine Vorhaben umsetzen kann. Auch der Senat, als zweite Parlamentskammer, hat - mit 225 Stimmer dafür und 109 Stimmen dagegen - seine Zustimmung gegeben. Macron kann die Details der Verordnung damit ohne weitere Zustimmung definieren.

Der französische Präsident soll bereits am 21. August die Punkte der Verordnung den Gewerkschaften und Arbeiterverbänden mitteilen. Die geplante Einführung der Arbeitsmarktreform soll am 26. September starten. Vonseiten der Gewerkschaften gab es diesbezüglich wenig Freude. Ihr Vorwurf: Er sei zu unternehmerfreundlich.

Macron will unter anderem Kündigungen für Unternehmen erleichtern, die bereits in wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind. Bleiben soll die 35 Stunden-Woche, wenn auch die Arbeitszeiten zukünftig flexibler geregelt werden sollen. Zudem will Macron die Struktur der Arbeitsnehmervertretungen harmonisieren, da es aktuell gleich vier verschiedene Formen gibt. Vonseiten Deutschlands und auch in Brüssel hofft man, dass die Reform mit September wirklich umgesetzt wird. Frankreichs Gewerkschaften und linke Parteien kämpfen derzeit jedoch mit allen Mitteln gegen die Arbeitsmarktreform.

Macron will mit den zukünftigen Änderungen die hohe Arbeitslosigkeit in Frankreich bekämpfen. Im Juni betrug diese im Land laut Eurostat 9,6%. In absoluten Zahlen sind das rund 3,5 Millionen Personen. Zuletzt hat sich in Frankreich aber die Stimmung der Unternehmen verbessert und die Wirtschaft konnte im zweiten Quartal um 0,5% zulegen. Mit den Gesprächen zur Arbeitsmarktreform büßte Macron zuletzt an Beliebtheit ein. Letzten Donnerstag veröffentlichte das Institut YouGov, dass Macrons Zustimmung von 43 auf 36% gesunken ist.

Haftungsausschluss

Dieser Breakfast Wrap ist eine freie Zusammenstellung von Informationen über allgemeine volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen und Entwicklungen. Er ist keine Grundlage für Anlageentscheidungen, etwa den Erwerb von spezifischen Produkten. Dieser Breakfast Wrap stellt in keinem Fall eine Empfehlung oder Meinungsäußerung der Capital Bank hinsichtlich bestimmter Anlageformen oder Anlagestrategien oder deren Angemessenheit dar. Individuelle Anlageentscheidungen setzen vielmehr die vorherige anleger- und objektgerechte Beratung sowie umfassende Risikoaufklärung voraus. Dieser Breakfast Wrap stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung dar. Alle Informationen beruhen auf sorgfältig ausgesuchten Quellen; die aus diesen Quellen übernommenen Informationen wurden nicht überprüft. Es wird insbesondere keine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität übernommen. Die Auswahl und Aufnahme der Informationen lässt keine Rückschlüsse auf Meinungen und Prognosen seitens der Capital Bank zu. Haftungs- oder Schadenersatzansprüche, welche aus der Nutzung oder Nichtnutzung bzw. aus der Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen resultieren, sind ausgeschlossen.

« zurück