Chinas Notenbank warnt vor Problemen durch Immobilienboom

04.09.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Industrie in der Eurozone steigert Wachstumstempo

Die Industriebetriebe in der Eurozone steigern im August ihr Produktionswachstum weiter. Der vom Markit-Institut berechnete Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe ist um 0,8 Punkte auf 57,4 Zähler angestiegen. Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson erwartet deshalb auch, dass der Industriesektor einen kräftigen Beitrag zum Anstieg des Bruttoinlandproduktes im dritten Quartal leisten wird.

Getragen werde die gute Stimmung vor allem durch eine starke Binnennachfrage und einem florierenden Exportgeschäft. Auf Länderbasis konnten Italien und Frankreich weiter zulegen. Besonders erfreulich zeigte sich der Industriesektor in Griechenland, hier konnte das stärkste Wachstum seit neun Jahren erzielt werden.

AMERIKA

US-Industrie zeigt sich in guter Verfassung

Das verarbeitende Gewerbe in den USA hat im August deutlich an Schwung zugelegt. Der vom Institute for Supply Management (ISM) berechnete Stimmungsindex für den Industriesektor ist auf 58,8 Zähler deutlich angestiegen. Von den Analysten wurde nur ein Wert von 56,6 Punkten erwartet.

Der vielbeachtete Frühindikator für die wirtschaftliche Aktivität in den USA bleibt damit weiter über 50 Punkte Wachstumsschwelle. Bei den Subindizes konnte der Index für die Beschäftigung deutlich zulegen, auch der Produktionsindex stieg leicht an. Die Neugeschäfte sowie die Preise verzeichneten dagegen eine Stagnation.

ASIEN

BRICS-Gipfel startet in China

Die Staats- und Regierungschefs der BRICS-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika haben heute im chinesischen Xiamen ihre gemeinsamen Gespräche begonnen. Der erneute Atomtest in Nordkorea überschattet zwar die Beratungen, diese werden aber kein Thema sein und nur am Rande zur Sprache kommen. Vielmehr soll über eine engere Zusammenarbeit zwischen den einzelnen BRICS-Staaten verhandelt werden zur Ankurbelung der Volkwirtschaften und des Freihandels.

Die Gruppe der BRICS-Staaten erwirtschaftet etwa ein Viertel der globalen Wirtschaftsleistung, deshalb will man in der Weltordnung mehr Einfluss gewinnen. Hierzu gibt es jedoch noch viele unterschiedliche Interessen und Rivalitäten innerhalb der Gruppe zu beseitigen.

UNTERNEHMENS-NEWS

SELBSTFAHRENDE AUTOS VON SAMSUNG NUN AUCH IN DEN USA

Die Südkoreaner haben die offizielle Erlaubnis erhalten, selbstfahrende Autos auf den Straßen von Kalifornien zu testen. Das US-Department of Motor Vehicles (DMV) gab letzte Woche das OK. Man erwartet, dass wie in Südkorea, Hyundai-Fahrzeuge mit der Technologie von Samsung ausgestattet und auf den Straßen unterwegs sein werden. Dort hatte man bereits zuvor mit Tests begonnen. Ein eigenes selbstfahrendes Auto dürfte aber nicht aus dem Hause Samsung kommen. Der Fokus wird eher auf der Entwicklung von Softwarepaketen liegen.

Samsung startete 2015 einen eigenen Forschungsbereich, der sich mit der Entwicklung von Selbstfahr-Technologien beschäftigt und in weiterer Folge wurde dieser durch Unternehmenszukäufe immer weiter ausgebaut. Im November 2016 wurde das US-Unternehmen Harman, das auf die Entwicklung von Spezialsoftware spezialisiert ist, übernommen. Heuer kamen auch noch Teile von Tetravue dazu, einem Spezialisten zur Hinderniserkennung.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

CHINAS NOTENBANK WARNT VOR PROBLEMEN DURCH IMMOBILIENBOOM

Chinas Währungshüter schlagen Alarm wegen drohender Risiken durch den heiß gelaufenen Immobilienmarkt. Der Forschungsdirektor der Zentralbank, Xu Zhong, äußerte sich in einem am Freitag veröffentlichten Fachartikel zu „gravierenden Problemen“ in diesem Sektor. So dürfe der Notenbank nicht die Verantwortung auferlegt werden, diese Gefahr mit Änderungen der Geldpolitik zu bannen.

Der von starken Preisanstiegen in Großstadtregionen und selbst in Provinzstädten geprägte Markt stehe einer gesunden Entwicklung der Wirtschaft im Wege und sei zudem eine Quelle für Risiken im Finanzsektor, warnte Xu. Viele Städte in dem Riesenreich mit seiner Milliardenbevölkerung versuchen den Preisauftrieb im Immobiliensektor einzudämmen. Die Auswirkungen zeigen sich vor allem in den Metropolen. In kleineren Zentren, von denen viele ebenfalls mehrere Millionen Einwohner haben, steigt die Nachfrage nach Wohnungen und Häusern dagegen weiter, was auch die Preise antreibt.

Xu empfiehlt, gegen Übertreibungen am Immobilienmarkt mit einer landesweit, regelmäßig erhobenen Immobiliensteuer vorzugehen. In der Volksrepublik pachten Hausbesitzer faktisch die eigenen vier Wände für einen Zeitraum von bis zu 70 Jahren. Ausnahmen sind Grundsteuer-Pilotprojekte in wenigen Städten - darunter in Shanghai. Ebenso mahnte Xu Fehler bei der Finanzaufsicht und auf der Ebene lokaler Regierungen ein, die zum Entstehen einer Immobilienblase mitwirkten.

Die Anstrengungen der Zentralregierung, den Markt abzukühlen und einer Überschuldung der Firmen entgegenzuwirken, zeigen bereits erste Fortschritte: So teilte der Immobilienentwickler Sunac mit, sich bei Landzukäufen nach einer von „zu hohem Tempo“ geprägten Entwicklungsphase stärker zurückzuhalten. Demnach soll der Gewinn des Unternehmens aus Tianjin gesteigert und die Schuldenquote verringert werden. Auch sein Konkurrent Evergrande hatte unlängst eine ähnliche Strategie ausgegeben.

GRIECHISCHE WIRTSCHAFT BRINGT RÜCKENWIND FÜR REFORMEN

Im zweiten Quartal konnte die griechische Wirtschaft um 0,5% wachsen. Das berichtete das griechische Statistikamt Elstat am Freitag. Zu Jahresbeginn war die griechische Wirtschaft bereits im selben Ausmaß gewachsen.

Das anhaltende Wirtschaftswachstum verschafft Athen Rückenwind für die versprochenen Reformen im Land. Denn bis zum Sommer 2018 will Griechenland, das bisher noch Rettungshilfen der Euro-Partner bekommt, wieder auf eigenen Beinen stehen. Bis dahin läuft auch das dritte Rettungspaket in Höhe von 86 Milliarden Euro.

Positive Impulse würden auch aus der Industrie kommen. Gemäß einer Umfrage der Instituts IHS Markit konnte diese im August so stark wie seit Mitte 2008 nicht mehr wachsen. Noch im Mai hatte die EU-Kommission ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr um 0,6% auf 2,1% gesenkt. Grund dafür war die Ungewissheit der Umsetzung der Reformen. Nun scheint es aber Rückenwind für diese aus der Wirtschaft zu geben.

14-JÄHRIGER ERBT HÄLFTE VON DROGERIEMARKTKETTE DM

3.300 Filialen und rund 56.000 Mitarbeiter machen die Drogeriemarktkette DM zur größten Europas. Günther Lehmann zählte lange zu den Gesellschaftern der Kette – er hielt 50% der Anteile, nachdem er 1974 als Kapitalgeber für die Eröffnung der zweiten DM-Filiale einsprang. Laut der deutschen „Wirtschaftswoche“ hat Lehmann seine Anteile im Wert von 85 Millionen Euro nun abseits der Öffentlichkeit an seinen erst 14 Jahre alten Sohn übergegeben. Derzeit wird der Teenie von einem Wirtschaftsprüfer vertreten. Sein Vater sitzt aber noch im Aufsichtsrat des Unternehmens.

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