Schweizer Nationalbank hält an ihrer bisherigen Geldpolitik fest

06.09.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Unternehmen in der Eurozone halten Wachstumstempo konstant

Nach einem rasanten Jahresstart hat der Aufschwung in der Eurozone im Sommer nur ganz leicht an Dynamik verloren. Die Unternehmen in der Eurozone konnten ihr Wachstumstempo im August stabil halten. Der entsprechende Sammelindex (Industrie und Dienstleister zusammen) verblieb auf dem Niveau des Vormonates bei 55,7 Punkten.

Beschleunigt hat sich das Wachstum dagegen in Deutschland und Irland. In Deutschland konnte das Gesamtbarometer um 0,1 Punkte auf 55,8 Zähler zulegen. Markit-Chefökonom Chris Williamson erwartet für die Währungszone eine Steigerung des Bruttoinlandproduktes (BIP) für das Gesamtjahr um 2,1%.

AMERIKA

Auftragseingänge für US-Industrie gehen wie erwartet zurück

Die Werkaufträge für die Industriebetriebe in den USA sind im Juli zurückgegangen. Wie das Handelsministerium am Dienstag in Washington berichtete, sind die Orders gegenüber dem Vormonat um 3,3% geringer ausgefallen. Dieser Wert wurde auch von den Analysten erwartet.

Das Auftragsplus aus dem Monat Juni wurde nachträglich auf 3,2 % nach oben berichtigt. Ohne Berücksichtigung der Aufträge für Transportgüter stiegen die Neuorders um 0,5% an. Deutlich gefallen sind im Juli hingegen die Aufträge für langlebige Güter, sie fielen um 6,8% gegenüber dem Vormonat.

ASIEN

Australien-BIP steigt auch im zweiten Quartal

Das Bruttoinlandsprodukt Australiens ist auch im zweiten Quartal dieses Jahres gestiegen. Der Bericht des australischen Bundesamtes für Statistiken zeigt einen Anstieg um 0,8% gegenüber dem Vorquartal. Der Wert des Vorquartals lag bei plus 0,3%. Auch auf Jahressicht wurde eine Wachstumssteigerung von 1,8% verzeichnet. Diese blieb leicht hinter den Erwartungen der Analysten von 1,9% zurück.

UNTERNEHMENS-NEWS

NESTLÉ: US-SÜSSWARENGESCHÄFT VOR VERKAUF?

Berichten zufolge gibt es bereits Interessenten für das US-amerikanische Süßwarengeschäft des Schweizer Nahrungsmittelriesen. Bain Capital und auch Carlyle Group werden in letzten Berichten genannt. Analysten rechnen damit, dass sich der Wert des Geschäftsbereiches auf bis zu drei Milliarden US-Dollar beläuft.

Das Geschäft mit Süßigkeiten war im abgelaufenen Geschäftsjahr für knapp 10% des Gesamtumsatzes von Nestlé verantwortlich. Die USA sind zudem der größte Markt dafür. Dennoch befindet man sich hier in einer Sackgasse. Die selbst definierten Wachstumsziele konnten zuletzt nicht erreicht werden. Vor allem bei den Süßwaren konnte man nicht ganz mithalten. Die Konsumenten setzen verstärkt auf frische und gesunde Nahrungsmittel.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

SCHWEIZER NATIONALBANK HÄLT AN IHRER BISHERIGEN GELDPOLITIK FEST

In einem Interview mit der Tageszeitung Finanz und Wirtschaft, sprach der Schweizer-Nationalbankpräsident Thomas Jordan über den weiteren geldpolitischen Kurs der Notenbank. Der Direktionspräsident sieht aktuell keinen Handlungsbedarf, an der expansiven Ausrichtung der Nationalbank etwas zu ändern.

Vor allem deswegen, da die Schweiz im internationalen Vergleich eine niedrige Inflation ausweise und die Industrieauslastung noch weit unter Vollauslastung läge. Außerdem verzeichne die Schweiz im historischen Vergleich immer noch eine sehr geringe Zinsdifferenz gegenüber Anlagen in fremder Währung. Jordan sieht daher keine Veranlassung, restriktivere Maßnahmen zu setzen. Zwar hätte sich der Franken im Jahresverlauf gegenüber dem Euro deutlich abgeschwächt, doch gleichzeitig wertete er zum Dollar auf.

Die aktuelle weltpolitische Situation bleibt weiterhin fragil und könnte aufgrund der Spannungen in Nordkorea sehr bald wieder zu einer Aufwertung der heimischen Währung führen. Die Schweizer Notenbank würde laut Thomas Jordan darauf entsprechend reagieren und ihre Bilanz weiter ausdehnen.

CHINAS PRÄSIDENT SIEHT ZUNEHMENDE RISIKEN FÜR WELTWIRTSCHAFT

Wie bereits berichtet, steht auf dem BRICS-Gipfel der Kampf gegen Protektionismus im Vordergrund. Angesichts drohender US-Sanktionen gegen China warnte Chinas Präsident Xi Jinping vor steigenden Risiken für die Weltwirtschaft. Zwar hätten der internationale Handel und die Investitionen wieder Fahrt aufgenommen, ergänzte Xi am Dienstag auf einem Treffen der fünf großen Schwellenländer.

Zeitgleich hätten aber auch die Gefahren für die globale Konjunktur zugenommen. „Manche Länder sind zunehmend nach innen orientiert, und ihr Bestreben, an der globalen Entwicklungszusammenarbeit teilzunehmen, hat nachgelassen“, befand Xi. So seien multilaterale Handelsgespräche nur mit großen Schwierigkeiten vorangegangen, darüber hinaus sei die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens auf Widerstand gestoßen. Vor diesem Hintergrund trat Xi für eine verstärkte Zusammenarbeit der aufstrebenden Schwellenländer ein.

Auf dem Gipfel, an dem Brasilien, Russland, Indien und Südafrika teilnehmen, steht angesichts drohender US-Maßnahmen gegen China der Kampf gegen Protektionismus im Vordergrund. Die Volksrepublik, die in diesem Jahr den Vorsitz der so genannten BRICS-Staaten ausübt, bringt sich als Hüterin der Globalisierung in Position. Ungeachtet der Tatsache, dass dem Land selbst zahlreiche unfaire Handelspraktiken vorgeworfen werden.

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