Erste Erfolge bei der Neuverhandlung von Nafta - Microsoft stellt sich auf die Seite der „Dreamers“

07.09.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Deutsche Industrie verzeichnet Auftragsminus im Juli

Der Start ins Sommerquartal begann für die deutschen Industrieunternehmen mit einem überraschenden Minus an Neuaufträgen. Wie das Bundeswirtschaftsministerium am Mittwoch mitteilte, gingen die Bestellungen um 0,7% gegenüber dem Vormonat zurück. Von den Ökonomen wurde ein Anstieg um 0,3% erwartet, nachdem es im Juni einen Zuwachs um 0,9% gegeben hatte.

Von vielen Volkswirten werden die Daten aber aufgrund einer ungewöhnlich niedrigen Zahl an Großaufträgen nur als Ausrutscher betrachtet. Die Bestelltätigkeit sei nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau, bestätigte das Ministerium. Die Bestellungen aus dem Ausland stagnierten, bei den Inlandsaufträgen gab es einen Rückgang um 1,6%.

AMERIKA

US-Handelsbilanzdefizit fällt geringer aus als erwartet

Nach einem Bericht des US-Handelsministeriums vom Mittwoch ist das Defizit in der amerikanischen Handelsbilanz im Juli nur leicht angestiegen. Der Passivsaldo fiel mit 43,69 Milliarden Dollar etwas geringer aus als erwartet. Von den Volkswirten wurde ein Minus von 44,60 Milliarden Dollar prognostiziert.

An den Märkten wird dem Fehlbetrag in der US-Handelsbilanz besondere Aufmerksamkeit geschenkt. US-Präsident Trump hat die Senkung des Defizites nämlich als eine seiner vorrangigsten Aufgaben genannt. Im ersten Halbjahr konnten Exporte (+6,0%) und Importe (+6,7%) zur Vorjahresperiode zulegen, das Defizit in diesem Zeitraum erhöhte sich um 9,6%.

ASIEN

Japanischer Leitindex bleibt leicht unter den Erwartungen

Das Kabinettsbüro in Tokio hat in seinem Bericht vom Donnerstag bekanntgegeben, dass der Gesamtindustrieindex leicht zurückgegangen ist. Er fiel von 105,9 Punkten auf 105,0 Zähler zurück. Die Analysten erwarteten nur einen Rückgang auf 105,2 Zähler. Der Gesamtindustrieindex misst die generelle Gesundheit der Wirtschaft aus einer Kombination von 12 verschiedenen Indikatoren, wie zum Beispiel die Bestellungen für Maschinen und Aktienpreise.

UNTERNEHMENS-NEWS

MICROSOFT STELLT SICH AUF DIE SEITE DER „DREAMERS“

Der US-amerikanische Softwareriese findet an den jüngsten Amtshandlungen von Donald Trump keinen großen Gefallen. Die Entscheidung von Trump, Kindern von illegalen Einwanderern ohne Papiere („Dreamers“) den Schutz vor Ausweisung zu nehmen, stößt bei Microsoft auf Widerstand. Der Konzern kündigte an, gegen die Abschiebung seiner Mitarbeiter juristisch vorgehen zu wollen. Den Betroffenen soll ein Rechtbeistand zur Seite gestellt werden. Damit steht man auch nicht alleine da. Apple-Chef Tim Cook kündigte an, dass er Gespräche mit den Verantwortlichen suchen wolle.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

ERSTE ERFOLGE BEI DER NEUVERHANDLUNG VON NAFTA

Die bereits seit Wochen andauernden Neuverhandlungen des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens haben laut den Verhandlungsführern erste Erfolge bei gewissen Themen erzielt. Der mexikanische Unterhändler und Wirtschaftsminister Ildefonso Guajardo zeigte sich über die Fortschritte bei den Regeln für Klein- und Mittelbetriebe, den Abbau technischer Handelshemmnisse und die Einigung bei den Rahmenbedingungen der Telekommunikation erfreut.

Im Gegensatz dazu konnte noch keine Einigung in den Bereichen Arbeitsrecht und Löhne erzielt werden. Während die Vereinigten Staaten und Kanada die dringende Erhöhung mexikanischer Gehälter forderten, blieb Mexiko in diesem Punkt unnachgiebig. Auch die derzeit in der Nafta liegende Streitschlichtungsstelle soll laut der jüngsten Forderung des amerikanischen Präsidenten zukünftig auf nationale Gerichte übertragen werden, was derzeit von Kanada noch kategorisch abgelehnt wird.

Laut Guajardo werden die gegensätzlichen Positionen ausgeklammert, um die weniger kontroversen Themen zu einem Abschluss zu bringen. Erst dann werden sich die Unterhändler den schwierigeren Themen widmen. Das nächste offizielle Nafta-Treffen soll vom 23. Bis 27. September im kanadischen Ottawa stattfinden.

KEIN TREND ZU BEFRISTETEN JOBS: QUOTE IN DEUTSCHLAND KONSTANT

Der Anteil der befristet Beschäftigten in Deutschland ist über die letzten zehn Jahre nahezu unverändert geblieben. 2016 hatten insgesamt 2,8 Millionen Arbeitnehmer ab 25 Jahren derartige Verträge, wie das Deutsche Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch in Berlin bekanntgab. Zehn Jahre zuvor waren es zwar nur 2,4 Millionen. Nachdem in der Zwischenzeit auch die Gesamtzahl der Erwerbstätigen gestiegen ist, blieb die Quote nahezu unverändert und pendelte sich zwischen 8 und 9% ein. In konjunkturellen Schwächephasen legte der Anteil in der Vergangenheit meist zu, während er in Aufschwungphasen zurückging, wie Destatis-Experte Frank Schüller ausführte.

Im gesamteuropäischen Vergleich bewegt sich Deutschland mit seiner Quote befristeter Arbeitsverträge von 9% im vergangenen Jahr im Mittelfeld: Der EU-Durchschnitt lag bei 11%. Der Anteil der Beschäftigten mit Zeitverträgen, die diese unfreiwillig abschlossen, ist zugleich deutlich gesunken. Er lag 2016 bei 36% und damit weit niedriger als beim Höchststand im Jahr 2007: Damals waren es 52%. Dies waren Jobsuchende, die eigentlich eine Festanstellung wollten, diese aber nicht bekamen.

Überdurchschnittlich oft unterzeichnen Hilfsarbeiter, aber auch Akademiker befristete Verträge. Ihr Anteil lag 2016 bei jeweils 12%. Beschäftigte mit hoher Qualifikation sind hierzulande zugleich zusehends gefragt. 2016 lag ihr Anteil bereits bei 45% der Erwerbstätigen. 1996 waren nur 37% in hoch qualifizierten Berufen tätig - zum Beispiel als Programmierer, Ingenieure oder Führungskräfte. Der Zuwachs ließe sich laut Schüller dadurch erklären, dass sich insbesondere die Zahl der Personen in akademischen Berufen erhöht hätte.

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