EZB: Leitzins bleibt weiter unangetastet

08.09.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Wirtschaft im Euroraum wächst weiter solide

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der Eurozone ist im zweiten Quartal 2017 um 0,6% gegenüber dem Vorquartal gewachsen. Das geht aus einem Bericht der Statistikbehörde Eurostat vom Donnerstag hervor. Damit wurden auch die Schätzungen der Analysten bestätigt. Auf Jahressicht konnte das BIP um 2,3% gesteigert werden und lag damit über den Erwartungen der Experten von 2,2%.

Einen positiven Einfluss im Ausmaß von 0,3% übten die privaten Konsumausgaben aus, ebenso wie die Anlageinvestitionen mit 0,2%. In den gesamten 28 EU-Ländern betrug das BIP-Wachstum 0,7% gegenüber dem Vorquartal, zum Vorjahreszeitraum stieg es um 2,4% an.

AMERIKA

Deutlicher Anstieg der US-Produktivität im zweiten Quartal

Die Produktivität der amerikanischen Arbeiter bei der Produktion von Waren und Leistungen außerhalb der Landwirtschaft hat im zweiten Quartal 2017 deutlich zugelegt. Sie konnte aufs Jahr hochgerechnet um 1,5% gesteigert werden. Die Erwartungen der Volkswirte lagen nur bei einem Anstieg um 1,3%.

Ein Wachstum in der nicht-landwirtschaftlichen Arbeitsproduktivität wird normalerweise als ein Indikator für eine gesunde Wirtschaft angesehen. Sie wird errechnet, indem das BIP durch die Anzahl der geleisteten Stunden geteilt wird.

ASIEN

Chinas Exporte wachsen nur moderat im August

Die Umsätze der chinesischen Exporte sind im August weniger als erwartet gewachsen. Wie die Zollbehörde am Freitag mitteilte, haben die Ausfuhren um 5,5% gegenüber dem Vormonat zugelegt. Im Juli stiegen die Exporte noch um 7,2%, auch die Erwartungen der Ökonomen lagen mit 6,0% etwas höher. Im Gegenzug stiegen die Importe mit plus 13,3% kräftig an, hier lagen die Prognosen nur bei einem Plus von 10,0%.

UNTERNEHMENS-NEWS

NESTLÉ SETZT AUF VEGETARISCHE LEBENSMITTEL

Der Schweizer Nahrungsmittelriese ist in den USA unterwegs auf Einkaufstour. Fündig wurde man bei Sweet Earth. Nestlé übernimmt das Unternehmen, das sich auf fleischlose Alternativen zu Burger & Co. spezialisiert hat. Man will damit im Markt für vegetarische Produkte Fuß fassen. Dieser verzeichnet derzeit Wachstumsraten im zweistelligen Bereich und auch zukünftig sollte sich dieser Geschäftszweig gut entwickeln. Wie viel Nestlé sich den Zukauf kosten lässt, wurde vorerst nicht bekannt gegeben.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

EZB: LEITZINS BLEIBT WEITER UNANGETASTET

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Leitzins wie bereits im Vorfeld erwartet nicht erhöht. Somit verharrt der für die Kreditinstitute wichtige Schlüsselzinssatz bereits seit März 2016 bei 0%. Neben dem Leitzins bleibt auch der Strafzins für das tägliche Hinterlegen von Geldern bei der Notenbank in der Höhe von 0,4% bestehen.

Bei seiner Pressekonferenz bekräftigte Mario Draghi den geldpolitischen Weg der EZB. Zwar hätte sich die Wirtschaft im ersten halben Jahr besser entwickelt als angenommen, doch würde die Inflation weiter hinter den Erwartungen bleiben. Die Zentralbank gehe davon aus, dass die Teuerungsrate bis Jahresende sinken werde. Für heuer erwartet sie eine Inflation von 1,5%, gefolgt von 1,2 für 2018 und 1,5% für 2019. Die Entwicklung sei derzeit auch eine Folge des starken Euros. Deswegen wird die lockere Geldpolitik beibehalten, um gegebenenfalls gegenzusteuern. Der Präsident der EZB sieht neben der Inflation das Wirtschaftswachstum und den Wechselkurs als Hauptfaktoren für eine Normalisierung der EZB-Politik. Die robuste Konjunktur dürfte zwar die Teuerung anfachen, doch es brauche weiterhin Geduld. Das Wachstum hänge wesentlich von der expansiven Geldpolitik ab.

Angesprochen auf die Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank, versprach Draghi in den nächsten Wochen konkrete Pläne zur Zukunft des Programms vorzulegen. Die Diskussion über den weiteren Verlauf der Geldpolitik sei derzeit noch in einem sehr frühen Stadium. Es gebe noch keine konkreten Pläne. So habe es auch noch keine Debatte um eine Änderung der Kaufkriterien für Anleihen gegeben.

BRASILIENS NOTENBANK SENKT LEITZINS AUF VIERJAHRESTIEF

Brasiliens Zentralbank hat den Leitzins auf den tiefsten Stand seit vier Jahren herabgesenkt. Die Entscheidung der neun Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses sei laut der Mitteilung der Notenbank vom Mittwoch einstimmig erfolgt. Das Gremium senkte den Schlüsselzins um 100 Basispunkte auf 8,25%. Analysten hatten eine Reduktion in diesem Ausmaß erwartet.

Die größte Volkswirtschaft Südamerikas wuchs zwischen April und Juni um 0,2% gegenüber dem Vorquartal. Damals hatte es noch ein Plus von 1% gegeben. Immerhin verlief das Wirtschaftswachstum im Frühjahr einen Hauch besser als von Ökonomen mit 0,1% erwartet.

Positive Anreize kamen vor allem von den Konsumenten, die ihre Ausgaben erstmals seit zehn Quartalen erhöhten (um 1,4%). Für Schwung sorgten zusätzlich die Exporte. Brasilien befindet sich somit weiter am Weg, die größte Rezession des Landes allmählich hinter sich zu lassen.

Haftungsausschluss

Dieser Breakfast Wrap ist eine freie Zusammenstellung von Informationen über allgemeine volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen und Entwicklungen. Er ist keine Grundlage für Anlageentscheidungen, etwa den Erwerb von spezifischen Produkten. Dieser Breakfast Wrap stellt in keinem Fall eine Empfehlung oder Meinungsäußerung der Capital Bank hinsichtlich bestimmter Anlageformen oder Anlagestrategien oder deren Angemessenheit dar. Individuelle Anlageentscheidungen setzen vielmehr die vorherige anleger- und objektgerechte Beratung sowie umfassende Risikoaufklärung voraus. Dieser Breakfast Wrap stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung dar. Alle Informationen beruhen auf sorgfältig ausgesuchten Quellen; die aus diesen Quellen übernommenen Informationen wurden nicht überprüft. Es wird insbesondere keine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität übernommen. Die Auswahl und Aufnahme der Informationen lässt keine Rückschlüsse auf Meinungen und Prognosen seitens der Capital Bank zu. Haftungs- oder Schadenersatzansprüche, welche aus der Nutzung oder Nichtnutzung bzw. aus der Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen resultieren, sind ausgeschlossen.

« zurück