US-Kongress einigt sich auf Kompromiss bei der Schuldenobergrenze

11.09.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Britische Industrie startet gut ins zweite Halbjahr

Die Industriebetriebe in Großbritannien haben ihren Produktionsausstoß im Juli deutlich erhöht und damit einen guten Start in das zweite Halbjahr 2017 hingelegt. Wie der Bericht des staatlichen Statistikamtes am Freitag zeigte, konnte die Produktion zum Vormonat um 0,5% gesteigert werden. Das bedeutet die stärkste Steigerung in diesem Jahr, noch im Juni hatte die Produktion stagniert. Als Grund nennt der Bericht eine Steigerung bei der Automobilproduktion im letzten Monat.

Die ebenfalls am Freitag veröffentlichten Daten für die Bautätigkeit fielen dagegen weniger positiv aus, hier gab es einen Rückgang zum Vormonat um 0,9%. Das Wachstum der britischen Wirtschaft zeigt sich durch die Folgen des Brexit-Votums sehr verhalten, in Summe legte das Bruttoinlandsprodukt zwischen April und Juni nur um 0,3% zu.

AMERIKA

US-Konsumentenkredite legen deutlich zu

In den USA haben die Banken im Juli wieder mehr Kredite an Verbraucher vergeben als erwartet. Das Kreditvolumen steigerte sich im Vergleich zum Vormonat um 18,5 Milliarden Dollar, wie die US-Notenbank Fed am Freitag in Washington mitteilte. Die Erwartungen der Volkswirte lagen nur bei einem Zuwachs der Kredite um 15,1 Milliarden Dollar. Der Wert des Vormonates wurde von ursprünglich 12,4 auf 11,8 Milliarden Dollar berichtigt.

ASIEN

Teuerung in China zieht deutlich an

Die Verbraucherpreise in China haben im August überraschend deutlich zugelegt. Wie das Statistikamt am Samstag in Peking berichtete, kletterte die Inflationsrate auf 1,8%. Das bedeutet den höchsten Stand seit einem halben Jahr. Die Experten sahen die Teuerungsrate nur bei 1,6%, im Juli lag sie noch bei 1,4%. Die Zielmarke der Regierung von etwa 3,0% wurde aber noch klar verfehlt. Auch die Produzenten haben ihre Preise angehoben, bei den Erzeugerpreisen gab es auf Jahressicht einen Anstieg um 6,3%.

UNTERNEHMENS-NEWS

COCA-COLA SUCHT ZUCKERERSATZ

Im Rahmen eines Wettbewerbs ist man beim US-amerikanischen Getränkeriesen auf der Suche nach einer gesunden Alternative für Zucker. Wer es schafft, einen kalorienarmen beziehungsweise fast gänzlich kalorienfreien Ersatz für Zucker zu finden, bekommt eine Million US-Dollar an Preisgeld. „Gute Ideen können von überall kommen“, so ein Manager von Coca-Cola.

Der Konzern hat sich selbst zum Ziel gesetzt, den Anteil an Zucker in seinen Getränken zu reduzieren. Bis 2020 soll dieser um 10% senken. Bei Coca-Cola reagiert man damit auf das zunehmende Gesundheitsbewusstsein bei den Konsumenten.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

US-KONGRESS EINIGT SICH AUF KOMPROMISS BEI DER SCHULDENOBERGRENZE

Präsident Donald Trump und der amerikanische Kongress haben sich Ende letzter Woche auf eine Zwischenlösung bei der Schuldenobergrenze geeinigt. Um die drohende Zahlungsunfähigkeit der amerikanischen Regierung zu stoppen, wurde eine Zwischenfinanzierung bis zum 15. Dezember zwischen den oppositionellen Demokraten und Präsident Trump vereinbart. Neben der kurzfristigen Anhebung der Schuldenobergrenze umfasse die Finanzierung auch Soforthilfen in der Höhe von acht Milliarden Dollar für die Opfer von Wirbelsturm „Harvey“.

Die rasche Einigung über die Beilegung des Budgetstreits war die erste parteiübergreifende Zusammenarbeit beider Fraktionen in der Ära Trump. Während die Demokraten ihre Forderung für eine zeitliche Begrenzung der Zwischenfinanzierung durchbrachten, musste der Mehrheitsführer im Senat, der Republikaner Mitch McConnell, die Forderung nach Einsparungen im Sozialbereich auf die Zeit nach dem 15. Dezember zurückstellen. Diese Abstimmung wird auch als Stimmungstest für die Verabschiedung der geplanten Steuerreform gewertet. Die genauen Details dazu soll Finanzminister Mnuchin noch Mitte September vorlegen.

GRIECHENLAND: MACRON RUFT ZU EUROPÄISCHEN INVESTITIONEN AUF

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will die europäischen Unternehmen auch angesichts chinesischer Wettbewerber zu Investitionen in Griechenland motivieren. Unter dem Eindruck der Verpachtung des größten griechischen Hafens Piräus an die chinesische Cosco stellte Macron am Freitag fest, es sei nicht nachvollziehbar, dass außereuropäische Unternehmen in Griechenland investierten und europäische nicht. „Das zeigt, dass wir Europäer nicht an uns selbst glauben“, befand Macron vor Unternehmern in Athen.

Französische Unternehmen loten die Möglichkeiten für Investitionen vor allem in den Bereichen Transport und Energie aus. Ein französisch geführtes Konsortium bekundet Interesse, den zweitgrößten Hafen in Thessaloniki zu pachten. Eine französische Erdgas- und Erdölfirma würde gerne fossile Lagerstätten im Ionischen Meer und südlich von Kreta erkunden. Zudem prüften Franzosen eine Beteiligung am staatlichen Stromkonzern DEI, hieß es aus Kreisen des Athener Wirtschaftsministeriums.

Macron hatte am Donnerstag bei einer Rede vor der Akropolis von Athen, einem Wahrzeichen der Demokratie, eine Neugründung Europas eingefordert. Die Bürger und nicht Technokraten und Bürokraten hinter verschlossenen Türen sollten darüber entscheiden. Gelinge dies nicht, werde nach Ansicht von Macron Europa das Vertrauen seiner Bürger verlieren und auseinanderbrechen.

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