Entscheidung über die Zukunft des EZB-Anleiheprogramms noch völlig offen

29.09.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Wirtschaftsklima im Euroraum steigt auf 10-Jahres-Hoch

In der Eurozone hat sich die Wirtschaftsstimmung im Oktober wieder deutlich verbessert. Der von der Europäischen Kommission berechnete Sammelindex zur Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung ist im September von 111,9 Punkten aus dem Vormonat auf 113,0 Zähler deutlich angestiegen. Das bedeutet den höchsten Stand des Stimmungsindikators seit dem Juni 2007.

Der Sammelindex berechnet sich durch Umfragen über die wirtschaftliche Einschätzung in der Industrie, Bauwirtschaft und Dienstleistern, dazu werden noch das Verbrauchervertrauen und die Entwicklung des Einzelhandels abgefragt. Im Einzelhandel, der Industrie und in der Bauwirtschaft konnte ein Stimmungsaufschwung verzeichnet werden. Verbraucher und Dienstleister konnten ihre gute Stimmung beibehalten.

AMERIKA

US-Wirtschaft steigert Wachstum im zweiten Quartal

Die Leistung der US-Wirtschaft hat im zweiten Quartal mehr als erwartet zugelegt. Wie das US-Handelsministerium am Donnerstag berichtete, konnte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf das Jahr hochgerechnet um 3,1% gegenüber dem Vorquartal gesteigert werden. Diese Zahlen fördern den Optimismus hinsichtlich der Konjunkturstärke des Landes. Die Analysten hatten einen Zuwachs um 3,0% erwartet. Für das erste Quartal wurde ein Zuwachs des BIP von 1,2 bestätigt.

ASIEN

Ratsmitglied der Bank of Japan votierte für weitere Lockerung der Geldpolitik

Bei der Sitzung im September hat das neue Ratsmitglied, Goushi Kataoka, gegen die Beibehaltung des derzeitigen geldpolitischen Kurses gestimmt. Er votierte im Gegenteil für eine weitere Lockerung der monetären Maßnahmen, um das angestrebte Preisstabilitätsziel solide zu erreichen. Er betonte, dass die derzeitigen Maßnahmen nicht ausreichen, um das Inflationsziel bis März 2020 zu erreichen. Es müsse die gesamtwirtschaftliche Nachfrage durch eine zusätzliche monetäre Lockerung weiter vorangetrieben werden. Im Gegensatz zu anderen Zentralbanken hält die Bank of Japan weiter an ihrer ultralockeren Geldpolitik fest, um die Inflation anzuheizen.

UNTERNEHMENS-NEWS

APPLE: SIRI SUCHT ZUKÜNFTIG AUF GOOGLE

Die Spracherkennungssoftware des Techriesen aus Cupertino liefert wieder Ergebnisse von Google. Zuletzt war noch über Microsofts Bing gesucht worden. Die Umstellung dürfte für Apple auch sehr lukrativ sein. Berichten zufolge legt der Suchmaschinenanbieter dafür drei Milliarden Euro auf den Tisch. Unter Berücksichtigung, dass etwa die Hälfte der Umsätze von Google bei der mobilen Suche von Apple Geräten kommt, dürfte das aber nicht zu teuer sein.

BASF STRAFFT GESCHÄFT MIT PAPIERDISPERSIONEN

Der deutsche Chemieriese gibt seinen Produktionsstandort im österreichischen Pischelsdorf auf. Für 30 Millionen Euro geht die Infrastruktur an die britische Spezialchemiefirma Synthomer. In Pischelsdorf wurde Papierdispersion hergestellt, welche aufgetragen auf Verpackungen und Kartons die Druckqualität verbessert. Die europäische Produktion für dieses Spezialprodukt soll nun aber im finnischen Standort Hamina konzentriert werden.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

ENTSCHEIDUNG ÜBER DIE ZUKUNFT DES EZB-ANLEIHEPROGRAMMS NOCH VÖLLIG OFFEN

Der Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Peter Praet, sprach bei einer Finanzkonferenz in Berlin über das aktuelle Anleiheprogramm der Notenbank. Laut Praet seien sich alle EZB-Ratsmitglieder einig, dass es zu einer Neuausrichtung der Maßnahmen kommen müsse. Trotzdem gäbe es verschiedene Vorstellungen im Führungsgremium über das auf 2,3 Billionen Euro angelegte Anleihekaufprogramm.

Weder auf ein verbindliches Abschlussdatum, noch auf die Reduzierung der monatlichen Staatsanleihekäufe von derzeit 60 Milliarden Euro konnte man sich im EZB-Rat einigen. Der EZB-Chefvolkswirt bleibt trotz der internen Differenzen überzeugt, dass die für Oktober geplante Weichenstellung erfolgen wird.

Der EZB-Rat sei sich bewusst, dass die Normalisierung der Geldpolitik vorsichtig durchgeführt werden muss. Der Bilanzabbau könne nur mit der fortschreitenden wirtschaftlichen Erholung erfolgen. Praet sieht die europäische Konjunkturerholung zwar voranschreiten, trotzdem bleibe für die EZB noch ein gehöriges Stück Arbeit übrig.

CHINA SCHLIESST NORDKOREA-FIRMEN

Als Folge der Verschärfung der UN-Sanktionen gegen Nordkorea untersagt China eigenen Angaben zufolge Gemeinschaftsunternehmen mit dem international weitgehend isolierten Land. In China würden alle solchen Unternehmen, gerechnet ab der jüngsten Sicherheitsratsresolution vom 12. September, innerhalb von 120 Tagen geschlossen, gab das Handelsministerium am Donnerstag auf seiner Internetseite bekannt. Ebenso würden sämtliche Gemeinschaftsunternehmen mit nordkoreanischen Firmen oder Einzelpersonen im Ausland aufgelöst, wobei dafür jedoch noch keine Frist genannt wurde.

Der Sicherheitsrat hatte am 12. September mittels Resolution einstimmig seine wegen des Raketen- und Atomprogramms gegen Nordkorea verhängten Strafmaßnahmen verschärft. Textilexporte aus Nordkorea wurden verboten, Treibstofflieferungen wurden eingeschränkt. Auslöser für die Resolution war die Durchführung des sechsten und bislang größten Atomwaffentests. China wurde bislang als der wichtigste Verbündete Nordkoreas betrachtet.

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