Katalanen stimmen im umstrittenen Referendum für die Unabhängigkeit

02.10.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Deutscher Arbeitsmarkt entwickelt sich weiter positiv

Der deutsche Arbeitsmarkt profitiert zu Herbstbeginn von einer starken Nachfrage in den Betrieben nach neuen Mitarbeitern. Das gab die Bundesagentur für Arbeit (BA) in ihrem Bericht am Freitag bekannt. Die Arbeitslosenzahl sank um 96.000 Personen auf 2,449 Millionen Beschäftigungslose. Im Vormonat hatte es noch einen Anstieg bei der Zahl der Arbeitslosen um 27.000 Personen gegeben. Die Arbeitslosenquote ist im September auf saisonbereinigte 5,6% zurückgegangen. Von den Analysten wurde eine Stagnation auf dem Wert des Vormonates bei 5,7% erwartet.

AMERIKA

Konjunkturstimmung im Großraum Chicago verbessert sich deutlich

Die Stimmung in den Führungsetagen der Betriebe in der Region Chicago hat sich im September deutlich stärker verbessert als erwartet. Der entsprechende Stimmungsindikator konnte von 58,9 Punkten aus dem Vormonat auf 65,2 Zähler kräftig zulegen. Er liegt damit weiter deutlich über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Alle Subindizes konnten zulegen, besonders deutlich konnte der Auftragsbestand gesteigert werden, er liegt nun auf einem 29-Jahre-Hoch. Der wirtschaftliche Frühindikator für die Region Chicago wird von den Experten mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt, da er wichtige Hinweise für den landesweiten ISM-Stimmungsindex liefert.

ASIEN

Stimmung in Japans Industriebetrieben erreicht neuen Höchststand

Die vierteljährliche Umfrage der Zentralbank, die am Montag veröffentlicht wurde, hat gezeigt, dass sich die Stimmung der Führungskräfte in den japanischen Industriebetrieben weiter stark verbessert hat. Der Tankan-Index ist von 17 Punkten aus dem zweiten Quartal auf 22 Zähler angestiegen. Das bedeutet den höchsten Wert seit dem September 2007. Von den Experten wurde lediglich ein geringfügiger Zuwachs auf 18 erwartet. Diese Daten stützen auch die positiven Konjunkturerwartungen der japanischen Zentralbank.

UNTERNEHMENS-NEWS

NOVARTIS KOOPERIERT MIT US-UNIVERSITÄT

Der Schweizer Pharmariese setzt bei der zukünftigen Entwicklung nun auch auf die Kompetenz der renommierten Berkeley Universität. Konkret geht es dabei um innovative Therapien für bislang nicht behandelbare Krankheiten. Bereits in wenigen Jahren sollen erste Ergebnisse erzielt werden.

Aus ähnlichen Kooperationen gingen bei Novartis bereits einige der erfolgreichsten Medikamente hervor. Beispielsweise das Brustkrebsmedikament Glivec, welches in Zusammenarbeit mit Forschern der Oregon Health & Science University entwickelt wurde. Man holte sich zuletzt auch Forscher der Harvard Universität ins Haus, um im Bereich der Krebs- und Immuntherapie weiter Erfolge zu erzielen.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

KATALANEN STIMMEN IM UMSTRITTENEN REFERENDUM FÜR DIE UNABHÄNGIGKEIT

Wie die Regionalregierung in Barcelona in der Nacht bekannt gab, wurden 90% der Stimmen für die Unabhängigkeit Kataloniens abgegeben. Gemäß Regierungschef Carles Puidgemont hat Katalonien somit das Recht auf die Unabhängigkeit von Spanien gewonnen.

Dass die Wahlbeteiligung nur bei 42% lag und die Zentralregierung in Madrid das Referendum als verfassungswidrig erklärt hat, lässt Puidgemont außer Acht. Ministerpräsident Mariano Rajoy erklärte das Referendum, dessen Abhaltung er zuvor bereits untersagt hatte, als ungültig. Denn laut der der spanischen Verfassung gibt es keine Sezessionsmöglichkeit.

Der gestrige Wahltag lief leider auch nicht ganz gewaltfrei ab. Über 800 Menschen wurden bei den Wahlen verletzt. Gegner des Referendums hatten zuvor zum Boykott des von der Zentralregierung untersagten Referendums aufgerufen. Die niedrige Wahlbeteiligung zeigt die Gespaltenheit Kataloniens im Hinblick auf dessen Unabhängigkeit.

Zahlreiche Gewerkschaften haben nach dem Referendum für Dienstag bereits zum Generalstreik aufgerufen. So seien die Rechte und Freiheiten der Katalanen während des Referendums vor allem durch das Einschreiten der Polizei zum Verhindern der Abstimmung schwer verletzt worden. Zuvor hatte die Madrider Zentralregierung wochenlang versucht, das Referendum zu stoppen, indem unter anderem Wahlplakate und Millionen Wahlzettel beschlagnahmt wurden.

Der FC Barcelona setzte gestern ein Zeichen gegen die Gewalt, indem das Ligaspiel gegen Las Palmas unter Ausschluss der Öffentlichkeit erfolgte. Der Verein wollte das Spiel zuerst ganz absagen, dem Antrag wurde aber nicht stattgegeben.

BREXIT-GESPRÄCHE BRINGEN KEINEN DURCHBRUCH

Die am letzten Donnerstag zu Ende gegangene Brexit-Verhandlungsrunde zwischen der EU und Großbritannien brachte laut ranghohen EU-Vertretern keine zählbaren Ergebnisse. In einem Interview am Rande des EU-Digitalgipfels in Tallinn bemängelten der irische Ministerpräsident Leo Varadkar und die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaite die zu geringen Fortschritte bei den Gesprächen.

Der aktuelle Zeitrahmen für die Austrittsverhandlungen bis April 2019 könne dadurch nicht mehr eingehalten werden. Auch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sah in den drei wichtigsten Bereichen - der britischen Finanzverpflichtung, den Rechten der EU-Bürger in Großbritannien und der offenen Landgrenze zwischen Irland und Nordirland – keinerlei Bewegung. Diese Punkte müssten laut Juncker aber abgehandelt werden, um mögliche Verhandlungen für eine Nach-Austrittslösung zu beginnen. Während die EU-Spitzenpolitiker die Verhandlung eher negativ betrachteten, sprach der britische Brexit-Minister David Davis hingegen von beträchtlichen Fortschritten bei den letzten Gesprächen.  

BRITISCHER NOTENBANKCHEF ERWARTET ZINSERHÖHUNG

Laut dem britischen Notenbankchef Mark Carney steuert Großbritannien auf eine baldige Zinserhöhung zu. Die Mehrheit im geldpolitischen Ausschuss der „Bank of England“ (BoE) habe hierzu ein sehr deutliches Signal gegeben. Es sei zu erwarten, dass die Zinsen in „relativ kurzer Frist etwas steigen könnten“, sagte Carney am Freitag im BBC-Hörfunk. Die Mehrheit im geldpolitischen Ausschuss hatte es als wahrscheinlich bezeichnet, dass eine geldpolitische Straffung binnen weniger Monate angebracht sei.

Derzeit liegt der Schlüssel-Zinssatz auf einem historisch niedrigen Niveau von 0,25%. Die meisten Experten erwarten, dass die BoE am 2. November das Niveau um einen Viertel Prozentpunkt auf 0,5% anheben wird. Die Währungshüter stehen unter Zugzwang, da seit dem Brexit-Votum von 2016 die Inflation auf der Insel kräftig angezogen hat und die Löhne nicht mit den steigenden Preisen Schritt halten. Die dadurch sinkende Kaufkraft der Briten dämpft so die Konjunktur.

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