Bank of England erhöht Kapitalanforderung britischer Banken

03.10.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Arbeitslosigkeit in der Eurozone geht weiter zurück

Dank der anhaltenden Konjunkturerholung entwickeln sich die Arbeitsmarktdaten in der Eurozone immer positiver. Wie die Statistikbehörde Eurostat am Montag mitteilte, ist die Anzahl der registrierten Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um 42.000 Personen auf 14,751 Millionen Arbeitssuchende gefallen. Die Arbeitslosenrate verharrt auf dem Stand des Vormonates bei saisonal bereinigten 9,1%.

Ein kräftiger Schub an neuen Aufträgen hat viele Unternehmen dazu veranlasst, ihre Personalbestände aufzustocken. Der starke Euro konnte den Exporten noch nichts anhaben, dazu konnte auch die Binnennachfrage zulegen. Allerdings geht die Spanne bei der Arbeitslosenrate innerhalb der Eurozone noch deutlich auseinander. Während in Deutschland mit 3,6% die Arbeitslosenquote am niedrigsten ist, liegt sie in Griechenland mit 21,2% und Spanien mit 17,1% deutlich über dem Durchschnitt.

AMERIKA

US-Industrie setzt deutlichen Wachstumskurs fort

Die Industriebetriebe in den USA haben im September beim Wachstum noch einen Zahn zugelegt. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex, der durch eine Firmenumfrage des Institute for Supply Management (ISM) berechnet wird, ist um 2,0 Zähler auf 60,8 Punkte angestiegen. Im Gegensatz dazu lagen die Erwartungen der Experten bei einem leichten Rückgang auf 58,0 Punkte. Stark zulegen konnten die Industriebetriebe vor allem bei den Neuaufträgen, auch wurden wieder deutlich mehr Jobs geschaffen.

ASIEN

Haushaltsvertrauen in Japan steigt wieder an

Das Vertrauen der privaten Haushalte ist im September wieder angestiegen. Das geht aus einem Bericht des Kabinettbüros vom Dienstag hervor. Der entsprechende Verbraucher-Vertrauen-Index konnte von 43,3 Punkten aus dem Vormonat auf 43,9 Zähler zulegen. Von den Experten wurde lediglich ein leichter Anstieg auf 43,5 Punkte erwartet. Ein hohes Maß des Verbrauchervertrauens stimuliert die wirtschaftliche Expansion, während ein niedriges Niveau den wirtschaftlichen Abschwung vorantreibt.

UNTERNEHMENS-NEWS

NOVARTIS INVESTIERT IM BEREICH RADIOPHARMAZIE

Medienberichten zufolge zeigt der Schweizer Pharmariese Interesse am französischen Unternehmen Advanced Accelerator Applications (AAA). Dieses engagiert sich im Bereich Radiopharmazie und produziert Mittel, die hauptsächlich in der Diagnostik zum Einsatz kommen. Die Franzosen kommen derzeit auf eine Marktkapitalisierung von etwa 2,6 Milliarden US-Dollar. Eine offizielle Bestätigung von Seiten der Unternehmen ist aber noch ausständig. Man wolle diesbezügliche Gerüchte nicht kommentieren, heißt es von Seiten Novartis.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

BANK OF ENGLAND ERHÖHT KAPITALANFORDERUNG BRITISCHER BANKEN

Die Bank of England gab am Montag bekannt, dass britische Kreditinstitute ihre Eigen- beziehungsweise Fremdkapitalbasis insgesamt um weitere vier Milliarden Pfund bis in das Jahr 2022 erhöhen müssen. Die Gelder sollen laut Bankenvertretern vor allem durch Aktien und Anleiheemissionen eingesammelt werden.

Der Hauptgrund für die höheren Kapitalanforderungen liegt in der Übernahme der europäischen Regeln zur Bankenabwicklung. Bei einer Banken-Pleite sollen zukünftig Anteilseigentümer und Gläubiger zuerst für Verluste des Kreditinstitutes gerade stehen („Bail-In“), bevor auf Steuergelder zurückgegriffen wird. Die Bank of England forderte in diesem Zusammenhang die genauere Aufschlüsselung der Eigen- beziehungsweise Fremdkapitalgelder, welche bei einem Pleitefall zur Verfügung stehen werden.

Derzeit stehen rund 116 Milliarden Pfund an Fremdkapital in den Büchern der britischen Kreditinstitute, welche in einem Krisenfall auch als „Bail-In“- Mittel deklariert werden müssen. Die derzeit abzudeckende Lücke von vier Milliarden Pfund in einem solchen Szenario sollte laut Branchenexperten aber keine großen Finanzierungsprobleme für die jeweiligen Institute darstellen.

GRIECHENLAND WIEDER AUF WACHSTUMSKURS

Seit Beginn der Schuldenkrise zeichnet sich in Griechenland für das kommende Jahr erstmals wieder ein Wirtschaftswachstum ab. Der Entwurf des Haushalts 2018, der dem griechischen Parlament am Montag vorgelegt wurde, geht für das Jahr 2018 von einem Wachstum von 2,4% des Bruttoinlandsprodukts aus. Dies läge über dem Wachstum im laufenden Jahr, das von Seiten der EU-Kommission mit 2,1% beziffert wird.

Zudem rechnet die Regierung in Athen mit einem Primärüberschuss im Haushalt (ohne Schuldendienst) in Höhe von zirka 3,5% der Wirtschaftsleistung im kommenden Jahr. 2017 sollen es geschätzt 2,2% sein. Auch ein langsamer Rückgang der Arbeitslosigkeit wird erwartet. Sie soll bis Ende 2018 auf 19% fallen. Im laufenden Jahr wird mit einer Arbeitslosenrate von 20,2% gerechnet.

Nach der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2008 war Griechenland in eine Schuldenkrise gerutscht und wird seither mit internationalen Hilfskrediten vor der Pleite bewahrt. Dem ersten Hilfsprogramm 2010 folgten zwei weitere. Das aktuelle Hilfsprogramm, das in Athen im Sommer 2015 mit einem Volumen von bis zu 86 Milliarden Euro unterzeichnet wurde, läuft bis August 2018.

Haftungsausschluss

Dieser Breakfast Wrap ist eine freie Zusammenstellung von Informationen über allgemeine volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen und Entwicklungen. Er ist keine Grundlage für Anlageentscheidungen, etwa den Erwerb von spezifischen Produkten. Dieser Breakfast Wrap stellt in keinem Fall eine Empfehlung oder Meinungsäußerung der Capital Bank hinsichtlich bestimmter Anlageformen oder Anlagestrategien oder deren Angemessenheit dar. Individuelle Anlageentscheidungen setzen vielmehr die vorherige anleger- und objektgerechte Beratung sowie umfassende Risikoaufklärung voraus. Dieser Breakfast Wrap stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung dar. Alle Informationen beruhen auf sorgfältig ausgesuchten Quellen; die aus diesen Quellen übernommenen Informationen wurden nicht überprüft. Es wird insbesondere keine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität übernommen. Die Auswahl und Aufnahme der Informationen lässt keine Rückschlüsse auf Meinungen und Prognosen seitens der Capital Bank zu. Haftungs- oder Schadenersatzansprüche, welche aus der Nutzung oder Nichtnutzung bzw. aus der Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen resultieren, sind ausgeschlossen.

« zurück