Europäische Union bereitet Einfuhrzölle gegen China vor

05.10.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Geschäfte der Dienstleister in der Eurozone gewinnen an Schwung

Die Dienstleistungsbranche im Euroraum geht mit Optimismus in den Herbst. Wie das IHS-Markit Institut am Mittwoch mitteilte, hat sich der entsprechende Stimmungsindex um 1,1 Punkte auf 55,8 Zähler gesteigert. Vor allem der Ausblick wurde von den Managern weit positiver eingeschätzt als in den vergangenen Monaten. Das Wachstum gewinnt immer mehr an Breite, dadurch dürfte sich der Aufschwung zusätzlich festigen, meint dazu IHS-Chefvolkswirt Chris Williamson. Viele Bereiche, wie Gewinne, Auftragszuwachs und Beschäftigung konnten in der gesamten Eurozone zulegen.

AMERIKA

US-Privatwirtschaft schafft mehr neue Stellen als erwartet

Die US-Unternehmen haben im September ihre Personalbestände etwas mehr als erwartet aufgestockt. Wie der private Arbeitsmarktdienstleister ADP berichtete, wurden im September 135.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Erwartet wurde von den Analysten nur ein Plus von 125.000 neuen Stellen. Für den August wurde noch ein Anstieg von 228.000 neuen Jobs gemeldet. Der ADP-Bericht umfasst nur die Beschäftigung in der Privatwirtschaft und basiert auf Zahlen von über 400.000 US-Unternehmen mit etwa 23 Millionen Angestellten. Er gilt als wichtiger Indikator für den offiziellen Arbeitsmarktbericht der Regierung, der am Freitag veröffentlicht wird.

ASIEN

Australische Einzelhandelsumsätze haben im August nachgegeben

Die Umsätze der australischen Einzelhändler sind im August um 0,6% gegenüber dem Vormonat zurückgegangen. Das gab das australische Statistikamt am Donnerstag bekannt. Damit wurden die Erwartungen der Analysten mit einem Plus von 0,3% verfehlt. Die höchsten Umsatzrückgänge gab es im Lebensmitteleinzelhandel (-0,6%), in Cafés und Restaurants (-1,3%), sowie bei den Haushaltswaren (-1,0%). Etwa 4,0% des gesamten Umsatzes wurden im Online-Einzelhandel erwirtschaftet.

UNTERNEHMENS-NEWS

SIEMENS VERABSCHIEDET SICH ENDGÜLTIG VON OSRAM

Der deutsche Industrieriese gibt nach vier Jahren nun endgültig seine restliche Beteiligung an dem Leuchtenhersteller ab. Bis zuletzt hielt Siemens noch eine 17,5%-Beteiligung im Wert von rund 1,2 Milliarden Euro. Rund 18 Millionen Aktien wechseln nun den Besitzer. Laut einem Siemens-Sprecher ist nun der richtige Zeitpunkt für eine Veräußerung gekommen. Seit dem Börsengang hat sich der Kurs des Titels fast verdreifacht.

Bereits im Vorfeld hatte der chinesische Halbleiterkonzern San’an Optoelectronics Interesse an dem Aktienpaket bekundet. Die Transaktion scheiterte jedoch am Widerstand von Arbeitnehmervertretern bei Osram. Die Aktien sollen nun an weitere große Investoren gehen.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

EUROPÄISCHE UNION BEREITET EINFUHRZÖLLE GEGEN CHINA VOR

Die Europäische Union gab Anfang dieser Woche bekannt, dass an einer neuen Gesetzgebung zur Berechnung von Einfuhrzöllen gearbeitet wird.

Diese neuen Verordnungen sollen europäische Erzeuger vor den Billigimporten aus China schützen. Notwendig wurden die neuen Richtlinien aufgrund des Auslaufens des 15 Jahre andauernden Sonderstatus Chinas bei der Welthandelsorganisation. Diese Sonderbehandlung lief im vergangenen Dezember aus und machte so den Weg für strengere EU-Importzölle frei.

Die im Europaparlament bereits gebilligten neuen Regeln, werden noch vor Jahresende in Kraft treten und betreffen vor allem chinesische Unternehmen, die durch unerlaubte Staatshilfen Preisdumping betreiben. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zeigte sich über die Einigung im Europaparlament erfreut. Die neue EU-Gesetzgebung werde laut Juncker den weiteren Abbau europäischer Arbeitsplätze verhindern.

IRLAND SENKT WACHSTUMSAUSSICHTEN FÜR 2018 LEICHT

Wie das irische Finanzministerium am Mittwoch mitteilte, werde das Land beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) im kommenden Jahr wohl nur noch um 3,5% zulegen. Bislang war ein Zuwachs von 3,7% in Aussicht gestellt worden. Dagegen hoben die Experten ihre Prognose für die darauffolgenden drei Jahre leicht an. 2021 werde sich das Wachstum trotz allem auf ein Plus von 2,6% ermäßigt haben. Für heuer geht die Regierung in Dublin von einem BIP-Zuwachs von 4,3% und einer Arbeitslosenrate von 6,3% aus.

Irland wurde 2010 in Folge einer Immobilien- und Bankenkrise mit milliardenschweren Hilfsprogrammen von EU und Internationalem Währungsfonds gestützt. Seit 2014 entwickelt sich das Wirtschaftswachstum des Landes stärker als in jedem anderen EU-Mitgliedsland. Im laufenden Jahr dürften die Iren hier mit Malta und Luxemburg wieder die Spitze einnehmen.

In der Kritik durch die anderen EU-Mitglieder stehen allerdings die von Irland gewährten Steuervorteile für internationale Großkonzerne. Nachdem sich das Land querstellte, unzulässige Steuernachlässe für Apple in Höhe von 13 Milliarden Euro zurück zu fordern, verwies die EU-Kommission den Fall am Mittwoch an den Europäischen Gerichtshof und damit an das höchste EU-Gericht.

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