EU verhängt Strafzölle gegen Billigstahlimporte

09.10.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Starke Auslandsnachfrage beschert deutscher Industrie volle Auftragsbücher

Im August sind in den deutschen Industrieunternehmen deutlich mehr Bestellungen eingegangen als erwartet. Wie das Bundeswirtschaftsministerium am Freitag berichtete, haben die Betriebe, dank starker Nachfrage aus dem Ausland, gegenüber dem Vormonat um 3,6% mehr Aufträge an Land gezogen. Die Schätzungen der Ökonomen lagen mit einem Plus von 0,7% deutlich darunter.

Besonders gefragt waren Vorleistungsgüter wie beispielsweise Chemikalien, hier zogen die Bestellungen um 6,7% an. Auch bei den Konsumgütern wurde ein deutliches Plus von 4,8% verzeichnet. Auf Länderbasis gab es besonders deutliche Zuwächse bei den Bestellungen aus Ländern außerhalb der Eurozone. Und das obwohl die Aufwertung des Euro seit Jahresbeginn Waren und Dienstleistungen verteuert hat.

AMERIKA

Wirbelstürme verursachten vorübergehenden Rückgang bei US-Beschäftigung

Bedingt durch die Hurrikans im September haben amerikanische Firmen erstmals seit sieben Jahren wieder Stellen abgebaut. Insgesamt wurden 33.000 Stellen gestrichen, wie die Regierung am Freitag mitteilte. Besonders betroffen waren dabei das Gastgewerbe und viele Jobs in der Freizeitbranche.

Experten sehen diesen Rückgang allerdings nur als vorübergehend an, es werden im Gegenteil zusätzliche Neueinstellungen, die im Zusammenhang mit den Wiederaufbauarbeiten nach den Naturkatastrophen stehen, erwartet. Eine andere Zahl stand dagegen mehr im Fokus der Volkswirte. Der deutliche Anstieg der Stundenlöhne um 2,9% lässt eine weitere Zinserhöhung der Zentralbank noch in diesem Jahr immer wahrscheinlicher erscheinen.

ASIEN

Stimmungsrückgang in China bei privaten Dienstleistungsunternehmen

Der vom privaten Wirtschaftsmagazin „Caixin“ am Montag veröffentlichte Stimmungsindikator für den chinesischen Dienstleistungssektor trübte sich im September mit einem Wert von 50,6 Punkten etwas ein. Dieser Rückgang verglichen mit August (52,7 Punkte) widerspricht dem offiziellen staatlichen Indikator, der für große und staatsnahe Betriebe noch immer Wachstum signalisiert.

UNTERNEHMENS-NEWS

CHINA GIBT GRÜNES LICHT FÜR DEN VERKAUF VON SAMSUNGS DRUCKERSPARTE

Die Südkoreaner kommen beim Verkauf ihres Druckergeschäfts an HP voran. Die Wettbewerbshüter von China gaben letzte Woche das OK für die Transaktion. Jedoch unter einigen Auflagen. So muss HP alle sechs Monate an das chinesische Handelsministerium über die Preisentwicklung berichten. Auch ein weiterer Zukauf von Anteilen an anderen Druckerproduzenten in China wurde untersagt.

2016 kündigte Samsung an, das Geschäft mit den Druckergeräten abgeben zu wollen. Ein Käufer war mit HP schnell gefunden. Eine Milliarde US-Dollar legen die Amerikaner dafür auf den Tisch und im Gegenzug wird Samsung auch etwa 100 bis 300 Millionen US-Dollar in Aktien von HP investieren. Ein endgültiger Abschluss ist noch in diesem Jahr geplant.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

EU VERHÄNGT STRAFZÖLLE GEGEN BILLIGSTAHLIMPORTE

Um die Billigeinfuhren aus Brasilien, Russland, der Ukraine und dem Iran einzudämmen, hat die EU weitere Strafzölle verhängt. Wie die EU-Kommission am Freitag in Brüssel mitteilte, haben Importeure ab sofort auf bestimmte warmgewalzte Eisen- und Stahlerzeugnisse Aufschläge von bis zu 96,50 Euro pro Tonne zu zahlen.

Die betroffenen Produkte würden unter anderem zur Herstellung von Stahlrohren sowie im Schiff- und Autobau verwendet, heißt es in der entsprechenden Verordnung. Die Aufschläge sollen ausländische Waren teurer machen und dementsprechend in Europa produzierende Hersteller wie ThyssenKrupp, Tata Steel und ArcelorMittal vor unlauterer Konkurrenz bewahren. Die Sanktion ergänzt eine ganze Reihe anderer Antidumpingzölle, welche sich vorrangig gegen Stahlerzeugnisse aus China richten.

Die Volksrepublik setzt mit billigem Stahl die Weltmarktpreise und damit europäische Firmen unter Druck. Um sich gegen den harten Wettbewerb zu rüsten, hatten zuletzt ThyssenKrupp und Tata die Zusammenlegung ihrer europäischen Stahlsparten angekündigt. Gezahlt werden müssen die Zölle von Unternehmen, welche die betroffenen Waren nach Europa importieren. Diese Einnahmen kommen direkt dem EU-Haushalt zugute.

DEUTSCHLANDS GEMEINDEN SCHREIBEN WIEDER SCHWARZE ZAHLEN

Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden gab Ende letzter Woche die neuesten Zahlen der Gemeindebilanzen zum Halbjahr 2017 bekannt. Während die Kernhaushalte der Kommunen noch zur Jahreshälfte 2016 mit rund drei Milliarden Euro im Minus lagen, konnten die Gemeinden aufgrund höherer Steuereinnahmen und geringerer Ausgaben für Asylwerber das Defizit in einen Finanzierungsüberschuss von rund 600 Millionen Euro drehen. Die Statistiker sehen das Plus vor allem durch die Zunahme der Gewerbesteuer, der Einkommensteuer und der Umsatzsteuer geschuldet. Insgesamt konnten die Kommunen Mehreinnahmen von rund 7% lukrieren.

Neben den Mehreinnahmen konnte das Statistische Bundesamt auch noch mit einer weiteren positiven Nachricht aufwarten. Durch die starke Konjunktur zog die Investitionstätigkeit vor allem in den südlichen Bundesländern an. Die bayrischen Gemeinden investierten in den vergangenen zwei Jahren pro Einwohner fast dreimal so viel wie das östliche Bundesland Sachsen-Anhalt. Die immer größere Diskrepanz zwischen diesen Bundesländern wird durch folgendes Beispiel sehr gut verdeutlicht: Der steuerstärkste Landkreis München nimmt pro Einwohner siebenmal mehr Steuern ein als der Kreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt.

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