IWF fordert, Aufschwung für Staatsschuldenabbau zu nutzen

12.10.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Deutsche Bundesregierung erhöht Konjunkturprognose

Die deutsche Bundesregierung teilte am Mittwoch in ihrer Herbstprognose mit, dass sich das Bruttoinlandsprodukt 2017 um 2,0% und 2018 um 1,9% erhöhen werde. Die aktuellen Schätzungen fallen somit noch positiver aus als im April 2017, wo man noch mit einem Plus von 1,5% für 2017 und 1,6% für 2018 ausging. Die deutsche Konjunktur gewinnt aktuell sowohl an Schwung als auch an Breite und sorgt damit für steigende Privatinvestitionen und eine positive Entwicklung am Arbeitsmarkt.

AMERIKA

US-Notenbank FED besorgt über weiterhin niedrige Inflation

Die gestern veröffentlichten Protokolle der September Sitzung der FED belegen Debatten der Währungshüter über die Aussichten für ein Anziehen der Inflation. Einige Teilnehmer äußerten die Befürchtung, dass die Teuerungsrate über einen längeren Zeitraum auf niedrigem Niveau verharren könnte. Diese Betrachtung sollte daher bei der Reduktion der geldpolitischen Unterstützung der Konjunktur berücksichtigt werden, obwohl man trotzdem davon ausgeht, dass eine weitere Zinsanhebung in diesem Jahr gerechtfertigt sei. Das Ziel der US-Notenbank FED bleibt eine Inflationsrate von 2%, von der man mit einem im August veröffentlichten Wert von 1,3% doch noch deutlich entfernt ist.

UNTERNEHMENS-NEWS

NOVARTIS: ABGABE VON ROCHE-BETEILIGUNG NICHT ZWINGEND

Im Vorjahr hat der Schweizer Pharmariese noch laut über die Veräußerung seiner Anteile am Konkurrenten Roche nachgedacht. Berichten zufolge, wurden im letzten Jahr sogar Gebote von möglichen Investoren eingeholt. Vorerst dürfte das aber wohl vom Tisch sein.

Laut Verwaltungspräsident Jörg Reinhardt habe man den Verkauf geprüft, sei jedoch zu dem Schluss gekommen, dass dies nicht sinnvoll sei. In dem Interview mit der „Handelszeitung“ sagte er weiter, dass man dieses Vorhaben nicht aktiv weiter verfolgen werde. Novartis besitzt derzeit knapp ein Drittel der stimmberechtigten Roche-Aktien, die an der Börse aktuell etwa 13,2 Milliarden Franken und umgerechnet etwa 11,5 Milliarden Euro wert sind.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

IWF FORDERT, AUFSCHWUNG FÜR STAATSSCHULDENABBAU ZU NUTZEN

Mitte der Woche sprach der Chefökonom des Internationalen Währungsfonds, Maurice Obstfeld, über die aktuellen Aussichten für das internationale Wirtschaftswachstum. Obstfeld bezeichnete das aktuelle Wachstum als bemerkenswert, da sich der Aufschwung auf einer sehr breiten Basis bewege.

Die Weltwirtschaft dürfte heuer um 3,6% und im nächsten Jahr um 3,7% wachsen. Auch für die deutsche Konjunktur erhöhte der IWF-Chefökonom seine Prognose um 0,2 Punkte auf 2%. Zwar laufe die Wirtschaft in unserem Nachbarland ausgezeichnet, doch gäbe es auch dort Schwachstellen, die den Aufschwung unvollständig machen. Ähnlich wie der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble mahnte Obstfeld Strukturreformen und eine nachhaltigere Budgetpolitik ein.

Auch alle anderen Länder mit einem hohen Schuldenstand müssten mit einer schrittweisen Konsolidierung ihres Haushaltes beginnen. Der Ökonom forderte die Staaten auf, für künftige Rezessionen vorzusorgen und vermehrt in Bildung und in die Infrastruktur zu investieren.

HÄUSERPREISE ZOGEN ZUM VORJAHR IN FAST ALLEN EU LÄNDERN AN

Gestern Mittwoch gab Eurostat die Daten der Häuserpreise gemessen am Hauspreisindex (HPI) für das zweite Quartal bekannt. In der Europäischen Union sind die Häuserpreise im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,4% gestiegen. In der Eurozone betrug der Anstieg 3,8%.

Österreich liegt im Jahresvergleich mit plus 4,9% im zweiten Quartal etwas über den Zahlen der EU. Den stärksten Anstieg im Häusermarkt verzeichnete Tschechien mit 13,8%, gefolgt von Irland mit 10,6% und Litauen mit 10,2%. Einzig in Italien verbilligten sich die Häuserpreise um 0,2%.

Im Quartalsvergleich stiegen die Häuserpreise in Österreich vom zweiten zum ersten Quartal 2017 um 2,4%. Die Preise in der EU stiegen um 1,8%, in der Eurozone um 1,5%. Der stärkste Quartalsrückgang wurde in Ungarn mit minus 1,5% verzeichnet.

REKORDZAHLEN FÜR EUROPÄISCHEN LUFTVERKEHR

Der Luftverkehr in der Europäischen Union hat im Jahr 2016 mit rund einer Milliarde beförderten Passagieren ein neues Rekordniveau erreicht. Die stärksten Zuwächse bei den Passagierzahlen wurden in Bulgarien (22,5%), Rumänien (20,5%) und auf Zypern (18,1%) verzeichnet, wie die Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch mitteilte. EU-weit stieg die Zahl der Fluggäste um 5,9%.

Im Ranking der Flughäfen behauptete London-Heathrow mit rund 75,7 Millionen Passagieren seine Position als größte europäische Reise-Drehscheibe vor dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle (65,8 Millionen) und Schiphol in Amsterdam (63,6 Millionen). Die größten deutschen Flughäfen waren Frankfurt und München mit 60,7 Millionen beziehungsweise 42,2 Millionen Passagieren.

Die Anzahl der abgefertigten Passagiere nahm, mit Ausnahme von Frankfurt am Main (-0,4%) und Brüssel (-6,4%), an allen der 30 verkehrsreichsten Flughäfen zu. Die negative Entwicklung am Frankfurter Flughafen ist zum Teil auf das steigende Angebot von Billigflug-Angeboten in Europa zurückzuführen, welche an anderen Standorten stärker vertreten sind, so ein Sprecher des Betreibers Fraport. Brüssel litt im vergangenen Jahr unter den Folgen der Terroranschläge am Flughafen und in der U-Bahn.

Haftungsausschluss

Dieser Breakfast Wrap ist eine freie Zusammenstellung von Informationen über allgemeine volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen und Entwicklungen. Er ist keine Grundlage für Anlageentscheidungen, etwa den Erwerb von spezifischen Produkten. Dieser Breakfast Wrap stellt in keinem Fall eine Empfehlung oder Meinungsäußerung der Capital Bank hinsichtlich bestimmter Anlageformen oder Anlagestrategien oder deren Angemessenheit dar. Individuelle Anlageentscheidungen setzen vielmehr die vorherige anleger- und objektgerechte Beratung sowie umfassende Risikoaufklärung voraus. Dieser Breakfast Wrap stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung dar. Alle Informationen beruhen auf sorgfältig ausgesuchten Quellen; die aus diesen Quellen übernommenen Informationen wurden nicht überprüft. Es wird insbesondere keine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität übernommen. Die Auswahl und Aufnahme der Informationen lässt keine Rückschlüsse auf Meinungen und Prognosen seitens der Capital Bank zu. Haftungs- oder Schadenersatzansprüche, welche aus der Nutzung oder Nichtnutzung bzw. aus der Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen resultieren, sind ausgeschlossen.

« zurück