Katalonien: Puigdemont nach Anklage in Brüssel

31.10.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Deutschlands Inflationsrate sinkt überraschend

Die Teuerungsrate für Waren und Dienstleistungen hat im Oktober auf Jahressicht nachgegeben. Sie betrug nur mehr 1,6% gegenüber den Vormonaten August und September mit jeweils 1,8%. Im Vergleich zum Vormonat stagnierten die Preise sogar. Damit liegt die Inflationsrate in Deutschland nun wieder etwas deutlicher unter der von der Europäischen Zentralbank (EZB) angestrebten Zielmarke von etwa 2,0%. Besonderen Einfluss auf die niedrigere Rate hatten die Energiepreise, sie erhöhten sich mit 1,2% nur halb so stark wie im Vormonat. Dafür mussten die deutschen Verbraucher für Lebensmittel tiefer in die Tasche greifen, hier gab es mit plus 4,3% den stärksten Preisanstieg seit acht Monaten.

AMERIKA

US-Konsumenten geben wieder deutlich mehr Geld aus

Die amerikanischen Verbraucher haben sich im September wieder deutlich mehr geleistet. Die Privatausgaben der Konsumenten stiegen gegenüber dem Vormonat um 1,0% kräftig an, wie das US-Handelsministerium am Montag mitteilte. Von den Analysten wurde nur ein Plus von 0,8% erwartet. Der Wert für den August wurde mit 0,1% bestätigt. Da der private Verbrauch den größten Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) stellt, dürfte die US-Wirtschaft damit einen kräftigen Schub erhalten.

ASIEN

Japans Notenbank hält an geldpolitischem Kurs fest

Die Bank of Japan hat in ihrer gestrigen Sitzung beschlossen ihren geldpolitischen Kurs weiter beizubehalten. Der Zinssatz für Bankeinlagen wurde bei -0,1% belassen, ebenso wie der Ankauf von Staatsanleihen für 80 Billionen Yen pro Jahr. Diese Entscheidung wurde auch von Analysten so erwartet. Die japanische Inflationsrate befindet sich noch immer deutlich von der angestrebten Zielmarke von 2,0% entfernt. Im Prinzip läuft die Wirtschaft Japans sehr zufriedenstellend, die Arbeitslosenrate ist gering, allerdings fehlt der Lohndruck um die Inflation anzutreiben.

UNTERNEHMENS-NEWS

NOVARTIS VERSTÄRKT SEIN KREBSGESCHÄFT

Wie bereits vor einigen Wochen berichtet, zeigt der Schweizer Pharmariese Interesse am französischen Unternehmen Advanced Accelerator Applications (AAA). Nun wurde auch eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Novartis will 3,9 Milliarden US-Dollar auf den Tisch legen, um sich die Dienste der Franzosen zu sichern. Das würde einem Anbot von 41 US-Dollar entsprechen.

 

AAA ist hauptsächlich spezialisiert auf den Bereich Radiopharmazie, in dem Mittel für die Diagnostik produziert werden. Man engagiert sich aber auch in der Krebsbehandlung. Zuletzt erhielt das Medikament Lutathera, welches in der Behandlung von neuroendokriner Tumore zum Einsatz kommt die Zulassung in Europa. Analysten rechnen damit, dass mit diesem Medikament ein jährlicher Umsatz von zwei Milliarden US-Dollar lukriert werden könnte.

CONTINENTAL BAUT WERK IN LITAUEN

Der deutsche Autozulieferer verstärkt sein Engagement in Osteuropa und errichtet im litauischen Kaunas eine Produktionsstätte für Autoelektronik. 95 Millionen Euro sollen in den neuen Standort investiert werden und 1.000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Damit bekräftigt der Konzern auch seine Wachstumsstrategie in Europa.

 

Continental ist aber auch in anderen Bereichen aktiv. Berichten zufolge sollen die Deutschen auch Interesse an der israelischen Internetfirma Argus Cyber Security haben. Die Gespräche sollen hier bereits in einem fortgeschrittenen Stadium sein. So wurde bereits über einen möglichen Kaufpreis in der Höhe von 400 Millionen US-Dollar in den Medien berichtet. Die beiden Unternehmen wollten sich dazu jedoch nicht äußern. Sie arbeiten derzeit bereits zusammen. Eine Technologie für mobile Software-Updates wird von dem Conti-Tochterunternehmen Elektrobit zusammen mit Argus Cyber Security angeboten.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

KATALONIEN: PUIGDEMONT NACH ANKLAGE IN BRÜSSEL

Am gestrigen Montag hat die spanische Staatsanwaltschaft wie erwartet Anklage gegen den ex Regionalpresidenten Carles Puigdemont erhoben. Die Anklage lautet: Rebellion, Auflehnung gegen die Staatsanwaltschaft und Unterschlagung öffentlicher Mittel.

Wie die spanische Tageszeitung EL PAÍS berichtet sind Puigdemont und fünf seiner Ex-Minister nach Brüssel geflüchtet. Puigdemont würde seinen Anwälten zufolge gerade abwägen Asyl in Belgien zu beantragen beziehungsweise sich eine Verteidigungsstrategie zurechtlegen. Theo Francken, der belgische Staatssekretär für Asyl und Migration hatte die Möglichkeit Asyl zu beantragen am Wochenende angesprochen. Ob ein solcher Antrag letztendlich überhaupt durchgehen würde ist aber fraglich. Denn im EU-Vertrag ist geregelt, dass sich die Mitgliedsstaaten in Punkto Asyl untereinander als sichere Herkunftsländer betrachten. Nur in ganz besonderen Bedingungen dürfte der Antrag auf Asyl eines EU-Mitgliedsstaates von einem anderen Mitgliedsstaat berücksichtigt werden.

Am Freitag hatte die Zentralregierung in Madrid die katalanische Zentralregierung entmachtet und selbst die Regierungsgewalt übernommen. Puigdemont hatte zuvor den Unabhängigkeitsantrag gestellt. Der Termin für Neuwahlen wurde für den 21. Dezember angesetzt.

SPANIENS WIRTSCHAFT WÄCHST TROTZ KATALONIEN-KRISE KRÄFTIG

Ungeachtet der Katalonien-Krise ist die spanische Wirtschaft im dritten Quartal kräftig gewachsen.

 

Wie aus den am Montag veröffentlichten Daten des Statistikamtes in Madrid hervorgeht, stieg das Bruttoinlandsprodukt im Zeitraum von Juli bis September um 0,8%. Spanien bleibt somit einer der am schnellsten wachsenden Staaten in der Eurozone. Für die Währungsunion insgesamt wird von Experten für das dritte Quartal ein Wachstum von 0,5% erwartet. Das Wachstum spiegelt sich auch auf dem Arbeitsmarkt wider. So fiel die Arbeitslosenquote im dritten Quartal auf den niedrigsten Stand seit 2008 (16,4%). Anfang 2013 lag sie noch bei fast 27%.

 

Auf Grund der Katalonien-Krise hat die spanische Regierung ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr jedoch von 2,6 auf 2,3% gesenkt.

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