Fed: Yellen muss Powell weichen

03.11.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Industrie der Eurozone im 4. Quartal weiter stark

Der gestern vom IHS-Markit-Institut für Oktober veröffentlichte Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes präsentierte sich mit einem Wert von 58,6 Zählern als äußerst robust. Dieser war von Volkswirten so erwartet worden und markiert den höchsten Wert seit Februar 2011. Die europäische Wirtschaft wächst so stark, dass Unternehmen und Lieferanten bereits mit der kräftig steigenden Nachfrage und den hohen Auftragsbeständen zu kämpfen haben.

AMERIKA

US-Produktivität im dritten Quartal 2017 stärker als erwartet

Das US-Arbeitsministerium veröffentlichte gestern die Zahlen zur Produktivität außerhalb der Landwirtschaft für das dritte Quartal 2017 mit einem annualisierten Anstieg von 3%. Dieser Wert ist der höchste seit drei Jahren und schlug auch die Erwartungen der Volkswirte, die mit einem Produktivitätszuwachs von 2,8% gerechnet hatten. Positiv entwickelten sich auch die Lohnstückkosten, die im Berichtszeitraum bei einer Schätzung von 0,6% nur um 0,5% gestiegen sind.

UNTERNEHMENS-NEWS

GUTE GESCHÄFTE BEI SHELL

Der britisch-niederländische Ölriese konnte im abgelaufenen Geschäftsquartal einen deutlichen Gewinnsprung aufweisen. Der bereinigte Gewinn zu Wiederbeschaffungskosten stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 47% auf 4,1 Milliarden US-Dollar an. Damit übertraf man auch die Erwartungen der Analysten, die im Schnitt mit 3,6 Milliarden US-Dollar gerechnet hatten. Die zuletzt wieder anziehenden Ölpreise und auch das Sparprogramm des Konzerns machten sich bemerkbar.

GROSSAUFTRÄGE FÜR SIEMENS-GAMESA

Das Tochterunternehmen des deutschen Industrieriesen konnte in den USA einen Großauftrag an Land ziehen. An fünf Standorten werden etwa 310 Windenergieanlagen gebaut, die den Strombedarf von 240.000 US-Haushalten decken sollen. Auch aus Norwegen kamen gute Nachrichten für den Konzern. Dort erhielt man den Auftrag zur Bestückung von zwei Windparks mit 67 Turbinen.

Siemens-Gamesa schwächelte zuletzt und gab überraschenderweise eine Gewinnwarnung heraus. Als Gründe wurden hohe außerplanmäßige Abschreibungen der Lagerbestände genannt. Der Konzern reagiert auf das schwierige Umfeld mit Kosteneinsparungen. Da kommen solche Großaufträge gerade richtig und die Aktie reagierte positiv auf die Meldungen.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

FED: YELLEN MUSS POWELL WEICHEN

Jerome Powell soll nach Auslaufen der Amtszeit der amtierenden Notenbankchefin Janet Yellen deren Amt übernehmen. US-Präsident Trump hat Powell, der bereits seit 2012 dem Gouverneursrat angehört, gestern Abend für das Amt nominiert. Powell gilt als moderater Notenbanker und als Anhänger einer Zinspolitik der behutsamen Schritte.

Jerome Powell unterstützt den bisherigen Notenbankkurs von Janet Yellen. Er hat sich in der Vergangenheit durch diverse Handlungen den Ruf einer „Taube“ eingehandelt. Mit der Nominierung Powells stehen die Zeichen des Notenbankkurses auf Kontinuität. Trump hat mit seiner Nominierung jedoch einen bereits über Jahrzehnte bestehenden Usus gebrochen. Denn es hatte sich in der Vergangenheit so eingependelt, dass die US-Präsidenten die von ihren Vorgängern ernannten Notenbankchefs im Amt beließen.

Die 71-jährige Yellen wäre grundsätzlich auch für eine Verlängerung ihrer Amtszeit bereitgestanden. Doch hat sich der US-Präsident für den 64-jährigen Powell entschieden. Powell übernimmt somit im Februar, nach Auslaufen von Yellens Amtszeit, den Posten des US-Notenbankchefs.

BRITISCHE NOTENBANK ERHÖHT LEITZINS

Am Donnerstag entschied die Bank of England (BoE), den Schlüsselzinssatz um 0,25% auf 0,5% anzuheben. Damit kommt es in Großbritannien erstmals seit 2007 zu einer Leitzinserhöhung. Die Entscheidung fiel mit sieben zu zwei Stimmen für eine Erhöhung aus. Nach der Brexit-Entscheidung hatte die BoE den Leitzins im August 2016 auf das historisch niedrige Niveau von 0,25% gesenkt.

Mit diesem Schritt reagiert die Notenbank auf die anziehende Inflation. Seit dem Brexit-Votum im Juni 2016 hat das britische Pfund deutlich abgewertet. Dadurch haben sich die Importe verteuert, was wiederum zu Preisanstiegen führte. Aktuell liegt die Inflationsrate in Großbritannien bei 3% und damit deutlich über der Zielmarke der BoE.

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