Puidgemont gegen Auflagen auf freiem Fuß

06.11.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Britische Dienstleister im Oktober überraschend stark

Der am Freitag durch das IHS Markit-Institut veröffentlichte britische Einkaufsmanager-Index für Oktober überraschte mit einem Wert von 55,6 positiv. Die von Reuters befragten Ökonomen erwarteten sogar einen leichten Rückgang. Der Anstieg ist auf höhere Preise der Dienstleister zurückzuführen, welche die gestiegenen Kosten an ihre Kunden weitergeben konnten.

AMERIKA

US-Industrie kann bei Neuaufträgen im September erneut zulegen

Die amerikanischen Industriebetriebe haben im September erneut mehr Aufträge an Land gezogen. Wie das US-Handelsministerium am Freitag berichtete, konnte das Neugeschäft um 1,4% gegenüber dem Vormonat zulegen. Die Ökonomen erwarteten ein Auftragsplus von 1,3%. Bereits im August lag das Neugeschäft bei einem Plus von 1,2%. Deutliche Zuwächse gab es vor allem bei Maschinen für den Öl- und Bergbau. In diesem Sektor waren die Bestellungen aufgrund der Wirbelstürme im Sommer noch deutlich zurückgegangen.

ASIEN

Bank of Japan hält an derzeitigen geldpolitischen Maßnahmen weiter fest

Die Währungshüter in Japan sehen sich weiter auf einem guten Weg, mit den derzeitigen Maßnahmen das angestrebte Inflationsziel zu erreichen. Das aktuelle geldpolitische Programm würde ausreichen, um den Zielwert für die Inflationsrate von etwa 2,0% zu erreichen. BoJ-Gouverneur Haruhiko Kuroda erwartet zwar noch einen weiten Weg, bis sich die Inflationsrate an die gewünschte Zielmarke annähern wird, er zeigt sich aber zuversichtlich, dass die Unternehmen mit Verzögerung Löhne und Preise erhöhen werden.

UNTERNEHMENS-NEWS

APPLE STEIGERT UMSATZ UND GEWINN

Der Techriese aus dem Silicon-Valley konnte im abgelaufenen Geschäftsquartal überzeugen und auch die Erwartungen der Analysten übertreffen. Apple verdiente 10,71 Milliarden US-Dollar – das ist um 19% mehr als noch ein Jahr zuvor. Auch der Umsatz konnte deutlich gesteigert werden.

Besonders überzeugen konnte vor allem der Ausblick auf das für den Konzern so wichtige Weihnachtsquartal. Apple rechnet mit einem Umsatz zwischen 84 und 87 Milliarden US-Dollar. Stark dazu beitragen soll vor allem das iPhone X, das am Freitag erstmals in Österreich erhältlich war.

Laut Finanzchef Luca Maestri ist die Nachfrage nach dem Flaggschiff des Konzerns hoch und auch von den zuletzt oftmals kolportierten Produktionsengpässen sei nichts zu sehen. An der Börse wurden die Quartalsergebnisse positiv aufgenommen und die Aktie legte deutlich zu.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

PUIDGEMONT GEGEN AUFLAGEN AUF FREIEM FUSS

Der ehemalige katalanische Regierungschef Carles Puigdemont und vier seiner Minister wurden in Belgien nach einer Anhörung im Zuge des Auslieferungsverfahrens auf freien Fuß gesetzt. Auflagen sind unter anderem, dass sie im Land bleiben und eine feste Wohnadresse aufweisen müssen.

Laut Justizbehörde sollte es in den kommenden zwei Wochen Klarheit über das weitere Vorgehen geben. In den EU-Regelungen sind 60 Tage Zeit für Auslieferungsanträge vorgesehen. Dass sich die zwei Wochen verlängern, könnte also durchaus sein. In Ausnahmefällen sind sogar 90 Tage vorgesehen.

Gegen Carles Puigdemont und seine Minister wurde letzte Woche von Spaniens Regierung in Madrid ein Europäischer Haftbefehl gestellt. Der Vorwurf lautet Rebellion, Aufruhr sowie Veruntreuung von öffentlichen Geldern im Zusammenhang mit Kataloniens Unabhängigkeitserklärung.

VENEZUELA DROHT STAATSPLEITE

Venezuela plant die Neuordnung seiner Auslandsschulden. Wie Präsident Nicolas Maduro am Donnerstag erklärte, habe er eine Refinanzierung und Umstrukturierung der ausländischen Verbindlichkeiten angeordnet. Konkrete Vorstellungen wurden nicht genannt. Ziel ist es, den Bedürfnissen der unter Versorgungsengpässen leidenden Bevölkerung gerecht zu werden.

Experten zufolge könnten die Restrukturierungspläne die schwerste Schuldenkrise in Südamerika seit der Staatspleite Argentiniens 2001 auslösen. Der Beschluss einer einseitigen Umstrukturierung seitens der Regierung würde laut Experten vom Analysehaus Ecoanalitica einem Zahlungsausfall entsprechen.

Die venezolanische Wirtschaft ist sehr stark von den Einnahmen aus dem Ölgeschäft abhängig. 95% der Exporte kommen aus Ölverkäufen. Von Seiten der USA wurde Venezuela mit Sanktionen belegt. US-Präsident Donald Trump untersagte per Dekret den Handel mit neuen venezolanischen Staatsanleihen. Die größten Gläubiger des Landes sind China und Russland.

Seit Monaten tobt in dem krisengeschüttelten Land ein erbitterter Machtkampf zwischen dem linksnationalistischen Staatschef Maduro und der Mitte-Rechts-Opposition, welche die im Juli eingesetzte verfassunggebende Versammlung nicht anerkennt.

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