EZB-Volkswirt sieht Hilfe der Geldpolitik weiterhin als notwendig an

07.11.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Deutscher Konjunkturindex klettert auf neues Allzeithoch

Wie das Beratungsunternehmen Sentix am Montag mitteilte, befindet sich die deutsche Wirtschaft weiterhin in einer Boomphase. Der Sentix-Konjunkturindex steigt im November mit 42,4 Punkten auf ein neues Allzeithoch. Auch für den Euroraum sieht die Lage ähnlich gut aus, der entsprechende Index steigt auf 34,0 Punkte im November an. Das bedeutet den höchsten Stand seit dem Juli 2007. Sentix-Geschäftsführer Manfred Hübner sieht darin deutlich dokumentiert, dass sich die Realwirtschaft in der Eurozone von der Krise erholt hat. Besonders die Beschäftigungssituation beginnt sich aufgrund des breit angelegten Aufschwungs nachhaltig zu verbessern.

AMERIKA

CB-Beschäftigungsindex in den USA steigt im Oktober deutlich

Der vom Conference Board monatlich veröffentlichte Index für die Beschäftigung hat sich im Oktober weiter verbessert. Er stieg von 132,90 Punkten aus dem Vormonat auf 135,60 Zähler an. Der Wert des Vormonates wurde nachträglich nach oben berichtigt.

Der Index setzt sich aus acht verschiedenen Indikatoren des Arbeitsmarktes zusammen, wie zB Stellenangebote, Anträge auf Arbeitslosenversicherung und die Anzahl der Teilzeitarbeitskräfte. Dieser Beschäftigungsindex bietet einen guten Überblick über die Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt.

ASIEN

Australische Notenbank lässt Leitzinssatz unverändert

Die australische Notenbank hat in ihrer Sitzung am Dienstag beschlossen, den Leitzinssatz weiter unverändert bei 1,5% zu belassen. Die Prognosen der Zentralbank für das Wachstum der australischen Wirtschaft sind weitgehend unverändert, meinte dazu Notenbankchef Philip Lowe. Er erwartet eine weitere Steigerung des Bruttoinlandsproduktes (BIP) in den nächsten Jahren von durchschnittlich etwa 3,0%.Die Geschäftsbedingungen seien positiv und die Kapazitätsauslastung habe sich weiter erhöht. Besonders die Aussichten für Investitionen in Nicht-Bergbau-Unternehmen haben sich verbessert.

UNTERNEHMENS-NEWS

SAMSUNG BLITZT BEI SUPREME COURT AB

Bereits seit Jahren dauert Patentstreit zwischen den beiden Unternehmen an und beschäftigt die Gerichtshöfe. In einem Fall lehnte nun der oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten eine Berufung von Samsung ab. Dem zugrunde liegenden Urteil nach wurden die Südkoreaner zu einer Zahlung von 120 Millionen Dollar an Apple verpflichtet. Das Gericht kam zur Überzeugung, dass mehrere Patente der Amerikaner verletzt wurden - beispielsweise die Entsperrung des Telefons mit einem Finger.

SIEMENS VERSPRICHT KLARHEIT ÜBER SPARPLÄNE

Der deutsche Industrieriese will seine konkreten Pläne über die Kürzungen im Kraftwerksgeschäft vorlegen. Berichten zufolge steht Siemens vor der Streichung von mehreren tausend Stellen und auch ganze Produktionsstätten stehen zur Disposition. Man reagiert damit auf das schwache Geschäft mit Turbinen.

Der dpa gegenüber sagte Janina Kugel, Personalchefin des Konzerns, dass die Nachfrage nach Turbinen stark zurückgegangen ist. Bereits im Sommer kündigte Finanzvorstand Ralf Thomas an, den Geschäftsbereich neu aufstellen zu wollen. Ziel ist es, die Rendite wieder zu steigern und technologische Fortschritte zu machen. Details dazu sollen in den nächsten Wochen kommen.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

EZB-VOLKSWIRT SIEHT HILFE DER GELDPOLITIK WEITERHIN ALS NOTWENDIG AN

Im Rahmen einer Veranstaltung in Frankfurt sprach der belgische Ökonom und Direktoriumsmitglied der europäischen Zentralbank, Peter Praet, über die aktuelle Verfassung der Wirtschaft im Euro-Raum. Der EZB-Chefvolkswirt ist weiterhin der Meinung, dass die konjunkturelle Erholung des Euroraums einer erheblichen geldpolitischen Unterstützung bedarf.

Zwar hätten sich die die Wirtschaftsindikatoren deutlich verbessert, doch bräuchte es weitere Hilfen, um die Inflation in die Nähe der EZB-Zielmarke von 2% zu bringen. Die Teuerungsrate läge derzeit mit 1,4% im Oktober noch deutlich unter der EZB-Erwartungshaltung.  

Darum sprach sich der Ökonom auch bei der letzten EZB-Sitzung dafür aus, das monatliche Anleihekaufprogramm zwar auf 30 Milliarden Euro zu halbieren, dies aber bis mindestens Ende September 2018 fortzuführen. Peter Praet ist der Überzeugung, dass die europäische Wirtschaft mit den von der EZB gesetzten Hilfen, in den nächsten Monaten weiter an Fahrt gewinnen werde.

EINFLUSSREICHER NEW YORKER FED-PRÄSIDENT GEHT VORZEITIG

Das Personalkarussell innerhalb der US-Notenbank (Federal Reserve, Fed) dreht sich immer rascher. Laut Mitteilung der regionalen Notenbank von New York am Montag wird deren Präsident frühzeitig seine Funktion zurücklegen. William Dudley, einer der einflussreichsten Notenbanker der USA, beabsichtigt demnach Mitte 2018 seinen Posten zu räumen. Damit sei gewährleistet, dass ein Nachfolger gefunden wird, bevor Dudleys Amtszeit im Jänner 2019 zu Ende geht. Bevor er zur New York Fed kam, war Dudley bei der US-Bank Goldman Sachs beschäftigt.

Neben dem Posten des Präsidenten der Notenbank von New York müssen in absehbarer Zeit sowohl jener des Fed-Vorsitzenden als auch des Fed-Vizevorsitzenden neu besetzt werden. Als Vorsitzenden hatte US-Präsident Donald Trump vergangene Woche den jetzigen Fed-Gouverneur Jerome Powell nominiert. Dieser muss vom Senat formell bestätigt werden. Während die Nachfolge des bereits zurückgetretenen Fed-Vizechefs Stanley Fischer noch offen scheint, sind weitere Positionen im Führungsgremium der Notenbank noch zu besetzen.

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