EZB-Chef fordert weiteren Abbau von Problemkrediten

08.11.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Einzelhändler im Euroraum erwirtschaften Umsatzsteigerungen im September

Wie das europäische Statistikamt am Dienstag berichtete, hat der Einzelhandelssektor im Euroraum im September gute Geschäfte gemacht. Die Umsätze konnten gegenüber dem Vormonat um 0,7% gesteigert werden. Auf Jahressicht betrug das Umsatzplus 3,7%. Noch im August hatte es einen Umsatzrückgang im Einzelhandel von 0,1% gegeben.

Besonders deutliche Umsatzzuwächse gab es bei Nahrungsmitteln und Getränken mit einem Plus von 1,3%. Weniger verkauft wurden hingegen Motorenkraftstoffe, hier gingen die Umsätze um 0,4% zurück. Von den Mitgliedsstaaten wurden in Malta (+9,8%) und Irland (+8,2%) am meisten Waren verkauft, die stärksten Rückgange gab es in Luxemburg (-25,3%).

AMERIKA

Zahl der offenen Stellen in den USA steigt mehr als erwartet an

Wie aus dem „Job Openings and Labor Turnover Survey“ (JOLTS)-Report des US-Arbeitsministeriums hervorgeht, ist die Anzahl der offenen Stellen im September mehr als erwartet angestiegen. Es wurden insgesamt 6,093 Millionen neue Jobs angeboten. Die Schätzungen der Experten lagen mit 6,091 Millionen etwas darunter.

Die Zahl der Stellenangebote ist seit Juni fast auf Rekordniveau, der Wert des Vormonates August wurde auf 6,090 Millionen neue Arbeitsplätze nach oben berichtigt. Besonders auf dem Dienstleistungssektor wurden deutlich mehr neue Jobs geschaffen.

ASIEN

Chinas Handelsbilanz bleibt unter den Erwartungen

Die vom chinesischen Statistikamt heute gemeldeten Handelszahlen sind etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die Handelsbilanz für den Oktober weist einen Überschuss von 38,17 Milliarden US-Dollar aus. Das liegt etwas unter den Schätzungen der Experten von 39,50 Milliarden US-Dollar. Der Saldo des Vormonates wurde auf 28,61 Milliarden nachträglich nach oben berichtigt.

Deutlich über den Erwartungen blieben die Importe, sie legten auf Jahressicht um 17,2% zu, die Prognosen lagen nur bei einem Plus von 16,0%. Geringer ausgefallen sind dagegen die Exportzahlen, hier konnte nur ein Zuwachs zum Vorjahresmonat von 6,9% erzielt werden, die Prognosen lagen bei einem Exportplus von 7,2%.

UNTERNEHMENS-NEWS

GE SUCHT KÄUFER FÜR FLUGZEUGLEASING-SPARTE

Der Industrieriese denkt laut über einen Verkauf des Flugzeugleasing-Geschäfts nach. Ausschlaggebend dafür waren wohl die letzten Quartalsergebnisse des Bereichs. Das Tochterunternehmen GE Capital Aviation Services ist derzeit im Besitz einer Flotte mit 1339 Maschinen. Der Gesamtwert des Portfolios wird auf 25 Milliarden US-Dollar geschätzt. Bereits im Oktober hat Neo-GE-Chef John Flannery die Veräußerung von Unternehmensteilen in der Höhe von 20 Milliarden US-Dollar angekündigt. Genaue Details wurden dazu aber noch nicht bekannt gegeben.

SAP-GRÜNDER TRENNT SICH VON AKTIENPAKET

Hasso Plattner, Mitbegründer des deutschen Softwareriesen, gab der Schweizer Großbank UBS den Auftrag, 3,75 Millionen Aktien von SAP zu verkaufen. Das entspricht auf Basis des Schlusskurses vom Montag einem Gegenwert von etwa 373 Millionen Euro und einer 0,3%-Beteiligung.

Für Plattner ist eine derartige Veräußerung nichts Ungewöhnliches. Bereits des Öfteren trennte er sich von Anteilsscheinen, um Kapital für andere Projekte frei zu machen. Unter anderem für das Hasso-Plattner-Institut für Software-Systemtechnik an der Universität in Potsdam und dem Finanzierungsunternehmen Hasso Plattner Ventures. Angaben von SAP zufolge halten die Firmengründer noch 13% am größten europäischen Softwarekonzern.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

EZB-CHEF FORDERT WEITEREN ABBAU VON PROBLEMKREDITEN

Am Rande der Bankenkonferenz in Frankfurt sprach der Chef der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, über den Anteil der notleidenden Kredite in den Bankbilanzen. Zwar gab es in den letzten Jahren einen stetigen Abbau von Problemkrediten in den 120 direkt von der EZB beaufsichtigten Banken im Euroraum. Doch gäbe es weiterhin eine enorme Hinterlassenschaft der Finanz- und Wirtschaftskrise.

Zum ersten Quartal dieses Jahres lag das Volumen der notleidenden Kredite immer noch bei 865 Milliarden Euro. Draghi sieht die Verbesserung von 85 Milliarden gegenüber dem Vorjahr als großen Fortschritt. Doch wäre diese Minderung zum großen Teil der verbesserten Wirtschaftslage geschuldet.

Eine schnellere Reduktion der faulen Kredite würde die Bereitschaft der Banken fördern, neue Kredite auszugeben, die wieder das Wirtschaftswachstum ankurbeln könnten. Darum forderte der EZB-Chef weitere Reformen ein, wie die gemeinsame Bankenaufsicht unter der Führung der EZB, eine einheitliche Regelung zur Abwicklung von Krisenbanken und eine grenzüberschreitende Einlagensicherung in Europa.

FRANKREICH BESCHLIESST AUSSERORDENTLICHE STEUER FÜR GROSSKONZERNE

In Frankreich hat eine Mehrheit der Abgeordneten den Vorschlag der Regierung unterstützt, eine einmalige Sondersteuer für Großkonzerne einzuheben. Diese Maßnahme soll Steuereinnahmen von rund fünf Milliarden Euro lukrieren und dazu beitragen, die Neuverschuldung in Frankreich erstmals seit zehn Jahren wieder unter die EU-Defizitgrenze von 3% der Wirtschaftsleistung zu drücken.

Betroffen von der Sondersteuer sind Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Euro. Sie sollen einmalig eine Unternehmenssteuer von 38,3% statt 33,3% zahlen. Für Unternehmen mit mehr als drei Milliarden Euro Jahresumsatz werden einmalig 43,3% an Unternehmenssteuer fällig.

Notwendig wurde die beschlossene Sondersteuer, da der Verfassungsrat im Oktober eine Dividendenbesteuerung der Vorgängerregierung für ungültig erklärt hatte. Dadurch muss der Staat den betroffenen Unternehmen rund zehn Milliarden Euro zurückzahlen.

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