Trumps Chinabesuch bringt Vorverträge in Milliardenhöhe

10.11.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Geringfügiger Rückgang bei Deutschlands Exporten

Die Ausfuhren aus Deutschland sind im September gegenüber dem Vormonat leicht gefallen. Wie das statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte, wurden um 0,4% weniger Waren aus Deutschland exportiert. Dank der guten Konjunktur und des regen Welthandels gibt es aber weiterhin eine starke Nachfrage nach deutschen Produkten.

Besonders erfreulich liefen die Geschäfte der deutschen Exporteure mit den so genannten Drittstaaten, wie zB China, Russland und den USA. Hier konnte bereits ein Plus von 6,5% zum Vorjahr erwirtschaftet werden. Aber auch die Ausfuhren in die Länder der Eurozone konnten mit plus 4,2% deutlich gesteigert werden.

AMERIKA

Erstanträge auf US-Arbeitslosenunterstützung fallen höher aus als erwartet

In der Woche zum 4. November sind in den USA deutlich mehr Erstanträge auf eine Arbeitslosenunterstützung gestellt worden. Im Vergleich zur Vorwoche gab es einen Anstieg um 10.000 auf 239.000 Neuanträge. Von den Analysten wurde lediglich ein Anstieg auf 231.000 Anträge erwartet.

Zudem hat das von einem Hurrikan schwer getroffene US-Territorium Puerto Rico in den letzten Wochen begonnen, die Rückstände an Erstanträgen aufzuarbeiten. Der etwas aussagekräftigere Vierwochendurchschnitt fiel dagegen um 1.250 auf 231.250 Anträge, das bedeutet den niedrigsten Wert seit 1973.

ASIEN

China liberalisiert den Finanzsektor für Ausländer

China wird es künftig ausländischen Unternehmen erlauben, die Mehrheit an Unternehmen im Finanzbereich zu übernehmen. Bisher lag die Beteiligungsschwelle bei 49%, in einem ersten Schritt soll diese Marke auf 51% angehoben werden.

Das gab Vize-Finanzminister Zhu Guangyao am Freitag in Peking bekannt. Nach drei Jahren sollen dann alle Begrenzungen für ausländische Beteiligungen gestrichen werden. Guangyao meint, dass jetzt der richtige Zeitpunkt sei, um die Finanzbranche für ausländische Beteiligungen freizugeben.

UNTERNEHMENS-NEWS

SIEMENS SETZT TROTZ MILLIARDENGEWINN DEN SPARSTIFT AN

Der deutsche Industrieriese konnte im abgelaufenen Geschäftsquartal einen deutlichen Gewinnsprung verzeichnen. Unter dem Strich bleibt Siemens mit 6,2 Milliarden Euro um 11% mehr als noch ein Jahr zuvor. Der Umsatz konnte ebenfalls um 4% auf 83 Milliarden Euro gesteigert werden. In sechs von acht Geschäftsbereichen brummten die Geschäfte.

Dennoch mahnte Siemens-Chef Joe Kaeser zur Vorsicht. Vor allem die Kraftwerkssparte Power & Gas schwächelte zuletzt. Dort brach der Gewinn um 40% ein. Die Windenergie-Tochter Siemens-Games musste im letzten Quartal sogar einen Verlust hinnehmen.

Für das Gesamtjahr wurde die Prognose bestätigt. Diese sieht ein Gewinnplus von 2 bis 9% vor. Nicht berücksichtigt wurden dabei aber Kosten, die im Zuge der Alstom-Fusion und dem geplanten Börsengang der Medizintechniksparte anfallen werden. Daher setzt man nun den Sparstift an. Tausende Stellen fallen dem zum Opfer.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

TRUMPS CHINABESUCH BRINGT VORVERTRÄGE IN MILLIARDENHÖHE

Beim Staatsbesuch des amerikanischen Präsidenten Donald Trump in China wurden zwischen den Unternehmen beider Länder Vorverträge und Absichtserklärungen in der Höhe von 250 Milliarden Dollar unterzeichnet. Der chinesische Handelsminister Zhong Shan bezeichnete die Höhe der Verträge als großen Fortschritt zwischen den beiden Ländern.

Bei der offiziellen Zeremonie und im Beisein beider Staatschefs unterzeichneten amerikanische Konzerne wie General Electric, Qualcomm und Boeing lukrative Geschäfte in der Großen Halle des chinesischen Volkes. Alleine der amerikanische Airbus-Kontrahent konnte Neuaufträge für 300 Flugzeuge im Gesamtwert von 37 Milliarden Dollar an Land ziehen. Der größte Vorvertrag von fast 84 Milliarden Dollar wurde zwischen dem Konzern China Energy und dem Bundesstaat West Virginia unterschrieben. Das chinesische Unternehmen wird in den nächsten 20 Jahren die Schiefergasförderung und den Bau von Chemiefabriken im mittleren Osten der USA durchführen.

Während die amerikanische Regierung den neuen Megadeal als Indiz dafür sieht, den Handelsüberschuss Chinas zugunsten Amerikas umzustellen, bleiben viele Analysten skeptisch. Der Volkswirt Alex Wolf von Aberdeen Standard Investments sieht die Gesamthöhe der Verträge als zu hoch an. Viele dieser Absichtserklärungen wurden in nicht bindende Verträge gepackt, die bereits bestehende Abkommen etwas verschönern sollen.

RAJOY WARNT VOR FOLGEN DER KATALONIEN-KRISE

Ministerpräsident Rajoy hat zuletzt vor den Folgen im Zusammenhang mit der Katalonien-Krise gewarnt. So könnte es durchaus sein, dass die Wachstumsprognose des Landes für das kommende Jahr 2018 abermals gesenkt werden muss. Wirtschaftsminister de Guindos betonte gestern aber, dass Rajoy bei der gesenkten Wachstumsprognose bereits die Folgen Kataloniens berücksichtigt hat. Dabei ist aber nicht ausgeschlossen, dass diese wieder angehoben wird, falls es zu einer Verbesserung der Lage in Katalonien kommt.

Nachdem die Zentralregierung in Madrid die katalanische Regierung abgesetzt hatte und für den 21. Dezember Neuwahlen ausgerufen hat, hatte sie auch die Wachstumsprognose für 2018 um 0,3% auf 2,3% gesenkt. Grund dafür ist die generelle Verunsicherung von Firmen sowie Verbrauchern. Im Oktober konnte sich die Unsicherheit noch nicht auf die Geschäfte der Industrie durchschlagen, denn diese waren so gut wie seit 2 ½ Jahren nicht mehr.

Des Weiteren ist das spanische Wachstum immer noch eines der stärksten Europas. Die Wirtschaftsleistung des Landes lag auch im dritten Quartal mit 0,8% um 0,2% vor der Eurozone. Von Seiten der EU-Kommission liegt die Wachstumsprognose für 2018 mit 2,5% höher als jene der spanischen Regierung. Und auch für heuer werden bisweilen optimistische 3,1% erwartet.

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