China öffnet Finanzmarkt für Ausländer

13.11.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Industriewachstum in Großbritannien klettert auf Jahreshoch

Die verarbeitende Industrie hat im letzten Monat ein starkes Lebenszeichen von sich gegeben. Wie das nationale Statistikamt ONS am Freitag berichtete, konnte der Produktionsausstoß gegenüber dem Vormonat um 0,7% deutlich gesteigert werden. Das bedeutet den stärksten Wert in diesem Jahr. Von den Ökonomen wurde lediglich ein Zuwachs um 0,3% erwartet.

Der Anteil der Industrie am Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt etwa 14%. Auch auf Jahressicht gab es bei der Industrieproduktion eine kräftige Steigerung um 2,7%. Durch den geplanten EU-Austritt sind allerdings viele Unternehmen verunsichert und scheuen sich derzeit, Investitionen zu tätigen.

AMERIKA

US-Konsumklima trübt sich im November etwas ein

Die Stimmung unter den US-Verbrauchern ist im November etwas zurückgegangen. Der von der Universität Michigan berechnete Konsumklimaindex ist im Vergleich zum Vormonat um 2,9 Punkte auf 97,8 Zähler gefallen. Von den Ökonomen wurde dagegen ein leichter Anstieg auf 100,8 Punkte erwartet. Der Indikator hatte im Oktober mit 100,7 Zählern seinen Höchststand seit dem Jahr 2004 erreicht.

Der Michigan-Konsumklimaindex gilt als wichtiger Indikator für das Kaufverhalten der US-Konsumenten. Der private Konsum bildet das Rückgrat der US-Wirtschaft und erwirtschaftet etwa 70% des amerikanischen Bruttoinlandproduktes.

ASIEN

Pazifik-Anrainerstaaten einigen sich auf Handelsabkommen ohne die USA

Nach dem Ausstieg der USA im Jänner haben sich die übrigen TPP-Länder auf einen Rahmenplan für eine neue Handelspartnerschaft geeinigt. Auch Japans Wirtschaftsminister Toshimitsu Motegi hat in der Nacht zum Samstag seine Zustimmung zu den neuen Rahmenbedingungen gegeben, um den Vertrag auf Schiene zu bringen.

Der TPP-Vertrag wurde erst vor einem Jahr von den zwölf Pazifik-Anrainern unterzeichnet, die zusammen für etwa 40% der weltweiten Wirtschaftsleistung stehen. US-Präsident Donald Trump besiegelte aber im Jänner nur wenige Tage nach seinem Amtsantritt den Ausstieg seines Landes aus diesem Freihandelsabkommen.

UNTERNEHMENS-NEWS

BASF KÄMPFT MIT AUSWIRKUNGEN VON BRAND

Der deutsche Chemieriese schlägt sich derzeit mit den Folgen eines Brands in einem Werk in Ludwigshafen herum. Dabei wurde eine Produktionsanlage für Vitamin E und A sowie für Carotinoid-Produkte und anderen Duft- und Aromastoffen außer Betrieb gesetzt. Derzeit kommt es zu Produktionsengpässen und BASF berief sich gegenüber seinen Kunden auf höhere Gewalt. Damit ist man vorrübergehend von der Haftung seiner vertraglichen Verpflichtung befreit. Es wird mit Hochtouren an der Reparatur der betroffenen Anlagen gearbeitet.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

CHINA ÖFFNET FINANZMARKT FÜR AUSLÄNDER

Bis dato war es verboten, dass ausländische Unternehmen über 49% an chinesischen Banken, Brokern oder Versicherern übernehmen. Nun soll sich das ändern. Wie der stellvertretende Finanzminister Zhu Guangyao Ende letzter Woche in Peking bekannt gab, sollen die näheren Details zu diesen neuen Regelungen demnächst veröffentlicht werden.

Fürs erste sollen es 51% sein, die Ausländer halten dürfen. Die Begrenzung soll aber stufenweise angehoben werden. In drei Jahren sollte es dann keine Restriktionen mehr geben. Das Verbot der Mehrheitsübernahme ausländischer Unternehmen führte in der Vergangenheit dazu, dass sich einige ausländische Partner aus dem China-Geschäft zurückzogen. Nun soll es jedoch zu einer Liberalisierung des Finanzsektors kommen.

Zudem wurde der Steuersatz für Technologieunternehmen für High-Tech Dienstleister auf 15% gesenkt. Die 10%-ige Senkung tritt rückwirkend mit 01.01.2017 in Kraft. Damit will das Reich der Mitte den Dienstleistungssektor stärken, um Chinas Konjunktur weniger von Investitionen und Exporten abhängig zu machen. Aktuell trägt der chinesische Dienstleistungssektor knapp zu Hälfe des Bruttoinlandsprodukts bei.

REPUBLIKANER IM KONGRESS UNEINS ÜBER HÖHE DER STEUERREFORM

Der republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnel, präsentierte Ende letzter Woche den neuesten Entwurf der geplanten Steuerreform. Dieser Vorschlag differiert in einigen wichtigen Punkten zum Haushaltsentwurf des Repräsentantenhauses. Zwar sind sich beide Kammern einig, die Unternehmenssteuer von 35% auf 20% zu kürzen, doch die Mitglieder des Senats wollen diese Senkung nicht sofort, sondern schrittweise ab dem Jahr 2019 durchführen.

Ein weiterer großer Punkt ist die Gegenrechnung der geringer ausfallenden Steuereinnahmen zwischen den einzelnen Bundesstaaten, den Gemeinden und dem amerikanischen Bund. Während der Wirtschaftsberater des US-Präsidenten, Gary Cohn, die Steuerreduktion als großen Erfolg für die amerikanischen Konzerne lobte, sehen vor allem die demokratischen Abgeordneten nur geringe Auswirkungen auf den Durchschnittsamerikaner.

Sollte sich in beiden Kammern ein eigener Gesetzesentwurf durchsetzen, kann es zu einer mehrmonatigen Verzögerung kommen. Denn dann müssten die Abgeordneten beide Entwürfe in einem gemeinsamen Gremium begutachten, um sich am Ende auf ein Gesetz zu einigen.

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