EZB-Ratsmitglied sieht Konjunkturhilfen weiterhin als notwendig an

14.11.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

IWF sieht Aufschwung in Europa gefestigt und nachhaltig

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat in seinem Bericht am Montag mitgeteilt, dass der Aufschwung in Europa zunehmend breiter und stärker geworden sei. Für die mehr als 40 Länder der Region Europa prognostiziert der IWF derzeit ein Wirtschaftswachstum für dieses Jahr von etwa 2,4%. Auch für das Jahr 2018 soll das Wachstum mit 2,1% ähnlich hoch ausfallen.

Als größter Unsicherheitsfaktor bleibt für IWF-Direktor Jörg Decressin der geplante EU-Austritt von Großbritannien. Der Brexit könnte das Wachstum in einigen Ländern negativ beeinflussen, der IWF müsste dann seine Prognosen entsprechend anpassen.

AMERIKA

US-Notenbank in Philadelphia unterstützt weiteren Zinsschritt im Dezember

Der Präsident der lokalen US-Notenbank in Philadelphia, Patrick Harker hat am Montag bekannt gegeben, dass er bei der Fed-Sitzung im Dezember eine weitere Anhebung des Zinssatzes unterstützen werde. Trotz der nach wie vor niedrigen Inflation hält Harker diesen Schritt für angemessen.

Harker ist dieses Jahr stimmberechtigtes Mitglied im Gremium der US-Notenbank, das über die Zinsen entscheidet. Auch für das nächste Jahr rechnet er mit drei weiteren Zinserhöhungen.

ASIEN

Chinas Industrieproduktion bleibt etwas unter den Erwartungen

Die chinesischen Industriebetriebe haben im Oktober etwas weniger produziert als erwartet. Wie das nationale Statistikamt am Dienstag in Peking mitteilte, stieg der Produktionsausstoß auf Jahressicht um 6,2% an. Damit blieb der Wert etwas unter den Erwartungen der Analysten, deren Schätzungen gingen von einem Zuwachs um 6,3% aus. Im September hatte das Plus noch 6,6% betragen. Auch die Bauinvestitionen und die Einzelhandelsumsätze fielen etwas schwächer aus als erwartet. Im dritten Quartal betrug das Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft nach den USA 6,8%.

UNTERNEHMENS-NEWS

GE FOKUSSIERT SICH NEU

Neo-CEO John Flannery, will das Unternehmen nach zuletzt schwächelnden Geschäften wieder auf Kurs bringen. Seinem Plan zufolge wird sich General Electric zukünftig auf drei Kernbereiche konzentrieren: Luftfahrt, Energie und Gesundheit. In diesen Geschäftsfeldern verfügt man über das meiste Know-how und auch die Wachstumschancen sind gut. Aus anderen Aktivitäten will man sich zum Großteil zurückziehen.

 

Im Fokus sind auch die Kosten. Diese sollen in den kommenden Jahren deutlich reduziert werden. Auch das Board of Directors soll im Zuge dessen verkleinert werden und von 18 Mitgliedern auf 12 verschlankt werden. GE soll einfacher und schlanker werden.

Im Rahmen einer Investorenkonferenz, auf denen die Pläne von Flannery präsentiert wurden, gab General Electric auch eine Kürzung der Dividende bekannt. Im nächsten Quartal werde nur mehr 12 Cent je Anteilsschein an die Aktionäre ausgeschüttet

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

EZB-RATSMITGLIED SIEHT KONJUNKTURHILFEN WEITERHIN ALS NOTWENDIG AN

Das Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank Vitor Constancio sprach am Montag in einer Pressekonferenz über die aktuelle geldpolitische Lage. Der EZB-Vizepräsident sieht die derzeitige Situation, aufgrund der zu niedrigen Inflation weiterhin als nicht zufriedenstellend an. Deswegen sei die EZB verpflichtet in den nächsten Wochen und Monaten geldpolitisch unterstützend einzugreifen. Durch gezielte Maßnahmen könne man der europäischen Wirtschaft über einen längeren Zeitraum günstige Finanzierungsbedingungen gewähren. Als positiver Nebeneffekt sieht Constancio die Erhöhung der Löhne und Preise, welche mit einer guten Konjunkturlage miteinhergehe. Die Kritik deutscher Ökonomen die Staatsanleihekäufe baldigst zu beenden, könne Constancio zwar verstehen, doch müssten alle Länder der Euro-Zone gleichermaßen unterstützt werden. Vor allem durch die letzte weltweite Finanzkrise hätte die private und öffentliche Verschuldung eine neue Höchstmarke erreicht und damit die einzelne Länder anfällig für einen negativen Schock gemacht.

 

Die aktuellen Umfragedaten würden aber auf ein anhaltendes Wirtschaftswachstum hindeuten. Erstmals seit 10 Jahren werden alle Euro-Länder ein reales BIP-Wachstum aufweisen.

PARLAMENTSPRÄSIDENT FORDERT DOPPELT SO HOHEN EU-HAUSHALT

EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani hat eine Verdoppelung des Budgets der Europäischen Union gefordert. Demnach benötige die EU doppelt so viel Geld wie heute, also 280 Milliarden Euro statt 140 Milliarden Euro pro Jahr, wie Tajani in einem Pressetermin mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe ausführte.

Dieses erhöhte EU-Budget solle nicht durch zusätzliche Beitragszahlungen aus den Mitgliedsstaaten, sondern durch die Einführung von Steuern gegenfinanziert werden. „Hierfür braucht es neue EU-Eigenmittel, wie etwa eine Finanztransaktionssteuer auf Börsengeschäfte“, befand Tajani. Aktuell führen die EU-Mitglieder knapp 1 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung nach Brüssel ab.

Der EU-Parlamentspräsident begründete seinen Ansatz sowohl mit den Kosten für die Bewältigung der Flüchtlingskrise und den Anti-Terror-Kampf als auch den erhöhten Bedarf an Investitionen. Die Europäer müssten künftig vermehrt in Energie sowie die Digitalisierung der Wirtschaft investieren. Wolle die EU im weltweiten Wettbewerb mit den USA, China, Indien oder Russland mithalten, sei dies unerlässlich.

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