Mercosur schlägt EU schnelleren Abbau der Einfuhrzölle vor

27.11.2017

KONJUNKTUR UND ZENTRALBANKEN

EUROPA

Stimmung in den deutschen Unternehmen so gut wie nie zuvor

In den Führungsetagen der deutschen Unternehmen herrscht weiter eine ausgezeichnete Stimmung. Das teilte das Münchner Ifo-Institut nach seiner Umfrage unter rund 7.000 Managern am Freitag mit. Der Ifo-Geschäftsklimaindex kletterte im November mit 117,5 Punkten auf einen neuen Höchststand. Von den Experten wurde lediglich ein stabiler Wert von 116,7 Zählern erwartet.

Die deutsche Wirtschaft befindet sich am Beginn einer Hochkonjunkturphase, meinte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Besonders optimistisch zeigt sich der Subindex für die zukünftigen Geschäftserwartungen. Er stieg von 109,2 Zählern aus dem Vormonat auf 111,0 Punkte im November an. Der Ifo-Index gilt als zuverlässiger Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung der nächsten Monate.

AMERIKA

Wachstum der US-Wirtschaft verlangsamt sich im November

Das Wachstum der US-Wirtschaft hat sich im November etwas abgekühlt. Der Sammelindex für die Privatwirtschaft, der Industrie und Dienstleister zusammengefasst ist im November von 55,2 Zählern aus dem Vormonat auf 54,6 Punkte gefallen. Die Subindizes für beide Sektoren gingen gleichermaßen zurück.

IHS-Markit-Chefökonom Chris Williamson bezeichnet das Wachstum der US-Wirtschaft aber weiterhin als solide. Die Aussichten für ein gutes viertes Quartal seien weiterhin intakt. Besonders der Anstieg bei den Auftragseingängen deute auf einen starken Jahresabschluss hin.

ASIEN

Japanische Regierung treibt Konjunkturprogramm voran

Wie Japans Ministerpräsident Shinzo Abe am Samstag in einem Zeitungsinterview bekanntgab, möchte er seine seit den letzten Parlamentswahlen gestärkte Position nutzen, um das von ihm angestrebte Konjunkturprogramm auf Schiene zu bringen. Geplant sind vor allem Gelder für eine kostenlose Kinderbetreuung bereitzustellen, ebenfalls soll einkommensschwachen Familien der Zugang zum Studium erleichtert werden. Auch die Altenbetreuung soll durch höhere Löhne für das Pflegepersonal verbessert werden. Die Finanzierung soll durch die für Oktober angestrebte Erhöhung der Mehrwertsteuer gewährleistet werden.

UNTERNEHMENS-NEWS

BASF ERWÄGT ZUSAMMENLEGUNG MIT DEA

Der deutsche Chemieriese prüft derzeit eine Zusammenlegung der Aktivitäten seiner Öl- und Gastochter Wintershall mit der Deutsche Erdöl AG (DEA). Berichten der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge sind die Gespräche bereits in einem fortgeschrittenem Stadium. Das neue Unternehmen könnte dabei auf eine Bewertung von mehr als 10 Milliarden Euro kommen.

Die DEA wurde im Jahr 2014 vom russischen Milliardär Mikhail Fridman vom Energiekonzern RWE übernommen. Im letzten Jahr kam das Unternehmen auch durch die Übernahme der norwegischen Öl- und Gasfeldern von E.On in die Schlagzeilen. BASF hatte damals im Bieterrennen den Kürzeren gezogen.

Sollten sich die zwei größten Öl- und Gaskonzerne Deutschlands einig werden, ist auch ein Börsengang des neuen Unternehmens denkbar. Die Unternehmen wollten sich aber offiziell noch nicht äußern.

AKTUELLES AUS DER WIRTSCHAFT

MERCOSUR SCHLÄGT EU SCHNELLEREN ABBAU DER EINFUHRZÖLLE VOR

Mercosur steht als spanische Abkürzung für den „Gemeinsamen Markt Südamerikas“. Diese Organisation wird Europa demnächst einen schnelleren Abbau der Einfuhrzölle anbieten. Im Gegenzug erwartet man sich von der Europäischen Union, dass eine höhere Menge an Rindfleischimporten akzeptiert wird. Zu den Mitgliedern der Mercosur zählen neben Argentinien Brasilien, Paraguay und Urugay. Laut dem argentinischen Chef-Verhandler Horacio Reyser ist die Mercosur bereit, dass sie die Einfuhrzölle auf europäische Güter über eine Periode von 10 Jahren (statt bisher 15 Jahren) auf eine Vielzahl von Produkten graduell senkt.

Im Gegenzug fordert die Mercosur, die vor allem von Agrarimporten abhängig ist, dass die Quote für Fleischimporte aus Lateinamerika in die EU angehoben wird. Diese soll auf 70.000 Tonnen zollfreien Fleischimport angehoben werden. Laut Chef-Verhandler Reyser können die Verhandlungen aber bis zu eineinhalb Jahren dauern, bis alles ratifiziert ist. Mercosur habe diesen Monat bereits einen Vorschlag bei der Europäischen Kommission eingereicht, der die Konditionen des Handelsabkommens darlegt.

WTI-ÖLPREIS AM HÖCHSTEN STAND SEIT ÜBER ZWEI JAHREN

Der Preis des amerikanischen Leichtöls hat letzten Freitag einen neuen Höchststand von 58,53 US-Dollar erklommen. Diesen Anstieg begründeten Analysten mit der teilweisen Stilllegung der größten Pipeline zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada.

Die Betreiber der „Keystone“ Pipeline mussten mitteilen, dass ein oder mehrere Lecks den Betrieb der Ölleitung zwischen den kanadischen Ölfeldern zu den amerikanischen Raffinerien erheblich einschränken würden. Der Weitertransport von rund 85% der Kapazität oder 590.000 Fass Erdöl pro Tag könnte derzeit nicht durchgeführt werden.

Wie lange die Reparaturarbeiten an der Pipeline andauern, kann bis jetzt noch nicht abgeschätzt werden. Auch die Reinigungsarbeiten für die 795.000 Liter ausgelaufenen Rohöls, werden höchstwahrscheinlich mehrere Wochen in Anspruch nehmen.

ÖSTERREICHER HABEN ÜBERDURCHSCHNITTLICH VIEL BARGELD

Die Vorliebe der Österreicher zum Baren wurde durch eine Studie der Europäischen Zentralbank sozusagen amtlich bestätigt. So tragen wir im Schnitt 89 Euro mit uns im Börserl herum und liegen damit zwar klar über dem Durchschnitt aller Euroländer. Dieser liegt nur bei 65 Euro. Dennoch liegen wir damit auf Rang drei hinter Luxemburg (102 Euro) und Deutschland (103 Euro). Die geringsten Barbeträge im Portemonnaie halten übrigens Portugiesen (29 Euro), Franzosen (32 Euro) und Letten (41 Euro).

Auch bei Barzahlungen im Alltag belegen die Deutschen in der Eurozone mit 80% einen Spitzenplatz. Einen höheren Wert weisen nur Malta (92%), Zypern (88%) und Spanien (87%) auf. Im Euro-Schnitt betragen die Barzahlungen im Handel 12,38 Euro. In Österreich, Luxemburg und Zypern sind die durchschnittlichen Barbeträge am höchsten: Sie liegen hier zwischen 18,60 und 17,80 Euro.

Allgemein werden im EZB-Papier rückläufige Sympathien für Bargeld zwischen den „cashtreuen“ südlichen Ländern der Eurozone, Deutschland, Österreich und Slowenien einerseits sowie den nördlichen Ländern Finnland und Estland sowie den Niederlanden andererseits erkennbar.

Trotz der Zunahme von bargeldlosen Verfahren bleibe Bargeld das dominierende Zahlungsmittel, befand die Notenbank. Im Schnitt der Eurozone seien 79% aller Geschäfte an Verkaufsstellen in bar beglichen worden, Kartenzahlungen folgten mit 19% mit großem Abstand. „Das scheint die Wahrnehmung in Frage zu stellen, dass Cash schnell von bargeldlosen Zahlverfahren ersetzt wird“, so die Analyse der EZB.

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